Franziska zu Reventlow: „Ellen“

Franziska zu Reventlows „Ellen Olestjerne“ gehört zu jenen Romanen, die ihre eigentliche Sprengkraft erst lange nach ihrem Erscheinen entfalten. Als das Buch 1903 veröffentlicht wurde, ließ es sich durchaus als Künstlerroman, als autobiographisch gefärbte Entwicklungsgeschichte oder als literarischer Beitrag zur damals heftig diskutierten „Frauenfrage“ lesen. Heute hingegen erscheint es als Dokument einer Epoche, in der …

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Gunna Wendt: „Frauen von morgen — Die Schwestern Richthofen im Kreise der Bohème“

Es gehört zu den eigentümlichen Gewohnheiten der Geschichte, dass sie ihre Erinnerungen nachträglich ordnet. Sie bewahrt Namen auf, verwirft andere, erhebt manche Menschen zu Symbolfiguren und lässt andere in den Fußnoten verschwinden, obwohl gerade sie das geistige Klima ihrer Zeit vielleicht präziser verkörperten als jene, die später Denkmäler erhielten. Historisches Erinnern folgt selten den Maßstäben …

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Helene Böhlau: „Halbtier!“

Wer sich Helene Böhlaus Roman „Halbtier!“ nähert, dem öffnet sich eine erzählerische Welt, in der psychologische Feinzeichnung und gesellschaftliche Reibung sich in einer eigentümlich schimmernden Prosa verbinden. Der Roman führt zwei Figuren zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: eine junge Frau, deren innere Entwicklung zwischen Konvention und Freiheitsdrang oszilliert, und ein Mann, dessen ungebändigtes, instinktgeleitetes …

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Alice Berend: „Frau Hempels Tochter“

Alice Berend ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten, obwohl sie in den 1910er und 1920er Jahren eine bedeutende Rolle in der deutschsprachigen Literatur spielte. Als Vertreterin einer literarischen Richtung, die sich durch gesellschaftliche Beobachtungsgabe, ironische Brechung und weibliche Perspektive auszeichnete, gehört sie zu jenen Autorinnen, die den Zeitgeist der ausgehenden wilhelminischen Ära und der beginnenden …

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Gabriele Reuter: „Aus guter Familie — Leidensgeschichte eines Mädchens“

Ein junges Mädchen „aus guter Familie“ wird erwachsen und geht den ihr vorbestimmten Weg: Sie übernimmt fraglos die von der Gesellschaft für Mädchen und Frauen festgelegten Regeln; sie schlüpft in die Rolle der gehorsamen Tochter, der zukünftigen Braut und Mutter. Sie folgt den Erwartungen, die an junge Frauen aus gutbürgerlichen Verhältnissen in der Gesellschaft der …

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Andreas Schwab: „Freiheit, Rausch & schwarze Katzen — Eine Geschichte der Bohème“

Die Geschichte der Bohème in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis ins frühe 20. Jahrhundert ist ein faszinierendes Kapitel der europäischen Kulturgeschichte. Sie bezieht sich auf eine subkulturelle Bewegung, die sich in den großen Metropolen Europas, insbesondere in Paris, entwickelte und eine Gruppe von Künstlern, Schriftstellern, Musikern und Intellektuellen umfasste, die einen unkonventionellen Lebensstil …

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Hans Wollschläger (Hg.): „Das Karl Kraus Lesebuch“

„Die Fackel“ war eine einflussreiche literarische und kulturelle Zeitschrift, die von dem österreichischen Schriftsteller und Satiriker Karl Kraus gegründet und nahezu vollständig selbst herausgegeben wurde. Erstmals im April 1899 veröffentlicht, erschien die Zeitschrift bis 1936 und prägte die literarische und kulturelle Szene der Wiener Moderne maßgeblich. Karl Kraus nutzte „Die Fackel“ als Plattform für seine …

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Edmund Edel: „Mein Freund Felix — Abenteuerliches aus Berlin W. W.“

„Berlin W. W.“, das ist der Neue Westen der Reichshauptstadt, die Gegend rund um den Kurfürstendamm. Wir schreiben das Jahr 1914. Die Welt der Wohlhabenden und Besserverdiener lässt es sich gutgehen. Man trifft sich, lässt sich sehen, sucht „Gesellschaft“ und lädt auch selbst zu „Gesellschaften“. Nicht selten finden diese in den Privaträumen der großzügigen und …

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Jens Wietschorke: „Wien – Berlin. Wo die Moderne erfunden wurde“

Das Spannungsverhältnis zwischen Wien und Berlin um 1900 ist ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der europäischen Kultur. Beide Städte standen zu dieser Zeit im Mittelpunkt intensiver Modernisierungsprozesse, die die Gesellschaften grundlegend veränderten. Wien, die prächtige Hauptstadt der Donaumonarchie, und Berlin, aufstrebendes Zentrum des Deutschen Kaiserreichs, waren Schauplätze einer kulturellen Auseinandersetzung, die von Rivalität, Innovation …

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Walter Püschel (Hg.): „‘Ick bin Max Liebermann. Det is jenug!‘ — Anekdoten“

Im Eulenspiegel-Verlag sind schon viele kleine Büchlein mit Ankedoten von berühmtenMenschen erschienen — Friedrich derGroße, die Humboldts, Fürst Pückler, Theodor Fontane … —, allesamt sehr unterhaltsam und eine vergnügliche Lektüre garantierend; doch jetzt hat der Verlag eine wirklich hervorragende Wahl getroffen und Anekdoten von und über Max Liebermann, zusammen getragen und ediert von Walter Püschel, …

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