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Rezensionen von Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften

Matthias Heine: „Letzter Schultag in Kaiser-Wilhelmsland — Wie der Erste Weltkrieg die deutsche Sprache für immer veränderte“

In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg war die deutsche Sprache auf Expansionskurs. In den neuerworbenen Kolonien in Afrika, im Pazifik und in China wurde Deutsch gesprochen und in Schulen gelehrt. „In den Kolonien in Afrika, China und im Südwestpazifik redeten Soldaten, Priester, beamte und Kolonisten Deutsch und brachten so auch Einheimische dazu, sich immer […]

Arnold Hauser: „Sozialgeschichte der Kunst und Literatur“

Arnold Hauser (1892 – 1978) zählt zweifellos zu den bedeutendsten Kultursoziologen des 20. Jahrhunderts. Ab 1916 gehörte er (durch Vermittlung seines Freundes Karl Mannheim) dem Budapester Sonntagskreis um Georg Lukács an, was für seine weitere intellektuelle und wissenschaftliche Entwicklung prägend war. Kunst war für Hauser der standortgebundene Ausdruck eines gesellschaftlichen Zustands. Er verstand ein Kunstwerk […]

Katharina Mahrenholtz, Dawn Parisi: „Luftikus und Tausendsassa — Verliebt in 100 vergessene Wörter“

Luftikus und Tausendsassa gehört zu jener Kategorie von Büchern, die man nicht vermisst, solange sie nicht geschrieben wurden, die man aber keinesfalls mehr missen möchte, sobald man sie in den Händen hält. — Wunderbar! Eine hübsche kleine Sammlung von 100 Wörtern, die nahezu in Vergessenheit geraten sind — oder zumindest nur noch von uns älteren […]

Magali Nieradka-Steiner: „Exil unter Palmen – Deutsche Emigranten in Sanary-sur-Mer“

Thomas Mann, in einem Korbstuhl auf einer schattigen Terrasse sitzend, im kurzärmeligen weißen Hemd und heller Hose, direkt in die Kamera blickend, nicht lächelnd, dennoch entspannt schauend. Das Foto hinterlässt den Eindruck eines Mannes, der zwar nicht freiwillig an diesem Ort zu weilen, der sich jedoch durchaus mit den Zeitumständen arrangiert zu haben scheint. So […]

Haruki Murakami: „Von Beruf Schriftsteller“

Haruki Murakami ist ein scheuer Mensch. Er steht nicht gerne in der Öffentlichkeit, und so ranken sich um diesen japanischen Bestseller-Autor auch nach einer über dreißigjährigen Tätigkeit als Schriftsteller immer noch eine Reihe von Legenden und Spekulationen. Nun (2016) hat Murakami sein Schweigen gebrochen, und er tut dies auf höchst angenehme Weise, indem er in […]

Hildegard Kernmayer, Simone Jung (Hg.): „Feuilleton — Schreiben an der Schnittstelle zwischen Journalismus und Literatur“

Anfangs war die Entstehung des Feuilletons einer drucktechnischen Ursache geschuldet. In den Jahren um 1800 verlängern viele französische Zeitungen das Seitenformat ihrer Paris-Ausgaben um etwa ein Drittel. Der Raum am unteren Seitenende wurde durch einen Strich vom oberen Textteil abgetrennt und meist auch typographisch vom berichtsteil der Zeitung abgesetzt. Als Terminus technicus beschreibt das Feuilleton […]

Anatol Stefanowitsch: „Eine Frage der Moral — Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen“

Sie lesen die Rezension eines Bekehrten. Na ja, zumindest teilweise bekehrt. Wie vielen von uns ging mir auch lange Zeit die Forderung nach einem politisch korrekten Sprachgebrauch auf die Nerven. Ich hielt sie zwar grundsätzlich für richtig, jedoch in vielen Fällen einfach nur für überzogen und übertrieben korrekt. Dann fiel dieses Büchlein auf den Schreibtisch. […]

Katja Lange-Müller: „Das Problem als Katalysator — Frankfurter Poetikvorlesungen“

In ihren Frankfurter Poetik-Vorlesungen geht Katja Lange-Müller ans Eingemachte. Die Frage nach den Bewertungskriterien für gute Literatur wird immer wieder gestellt, und Katja Lange-Müller stellt sie sich selbst im Rahmen ihrer fünf Vorlesungen an der Frankfurter Goethe-Universität. Gute Literatur entsteht vor allem dann, wenn das Schreiben not-wendig ist, also eine Not wenden kann, mit anderen […]

Kathrin Kunkel-Razum u. a.: „Warum es nicht egal ist, wie wir schreiben“

Wenn man täglich liest, sei es beruflich oder zum Vergnügen, bekommt man unweigerlich den Eindruck, dass es vielen Autoren offenbar relativ egal ist, wie sie schreiben oder ob sie den Anforderungen der deutschen Rechtschreibung gewachsen sind. Offensichtlich gibt es auch viele Autoren, die sich allein auf die automatischen Korrektur-Module ihrer Textprogramme verlassen — ein folgenreicher […]

Hanns-Josef Ortheil: „Mit dem Schreiben anfangen — Fingerübungen des Kreativen Schreibens“

Was für ein schönes und inspirierendes Arbeitsbuch! Ohne Schnickschnack und langes Um-den-heißen-Brei-Herumreden gibt Hanns-Josef Ortheil Tipps aus der Schreibpraxis und zeigt dem schriftstellerischen Aspiranten, was beim Schreiben wirklich wichtig ist, worauf es ankommt — und worauf eben gerade nicht. Manchmal sind es die kleinen und unscheinbaren Dinge, die genauso wichtig sind wie das große Ganze: […]

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