Polly Tieck: „Die Freundin meines Freundes — Feuilletons aus den 1920er Jahren“

Dieses Buch ist ein guter Beweis dafür, dass die Erforschung der Geschichte — und hierzu gehört natürlich auch die Literaturgeschichte — im Grunde nie abgeschlossen ist: Immer wieder lassen sich unerwartete Entdeckungen machen, neue Konstellationen bilden und variante Interpretationen entwickeln. Verschollen geglaubte Artefakte und sensationelle Archivfunde auf der einen Seite, neue Analysetechniken und wissenschaftliche Verfahren …

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Daniel Stähr: „Die neuen Propheten — Wie Ökonomen unsere Zukunft verspielen“

Daniel Stährs Buch „Die neuen Propheten — Wie Ökonomen unsere Zukunft verspielen“ ist ein Angriff, der leise beginnt und seine Schärfe erst allmählich entfaltet. Es ist kein Pamphlet, kein wütendes Gegenmanifest gegen eine angeblich allmächtige Zunft, sondern ein kulturkritischer Essay in Buchlänge, der sich für die Bedingungen interessiert, unter denen ökonomisches Denken zur dominierenden Deutungsinstanz …

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Christiane Rösinger: „The Joy of Ageing“

Wie bitte?? Christiane Rösinger schreibt einen „Altersratgeber“?! — Das ist ein Buch, das man lesen muss! Und natürlich nicht nur „man“, sondern vor allem die Frau von heute. Den Schwerpunkt legt Frau Rösinger auf das Älterwerden von Frauen, was ja auch nur natürlich ist; schließlich ist sie selbst schon lebenslang eine solche, und über Männer …

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Steffen Kopetzky: „Die Harzreise — Eine Deutschlanderkundung“

„Die Harzreise“. Wer während der Schulzeit ein Mindestmaß an literarischer Bildung genossen hat, wird sogleich an Heinrich Heine denken. Doch der Untertitel macht den Unterschied und weist den Weg: Der volle Titel „Die Harzreise — Eine Deutschlanderkundung“ signalisiert ein doppeltes Spiel: eine Bewegung durch Raum und Zeit, durch Landschaft und Literaturgeschichte. Steffen Kopetzky folgt den …

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Marc Spranger: „Unkopierbar: Warum unsere Kreativität im KI-Zeitalter überlebt oder verschwindet“

Mit seinem programmatisch betitelten Buch „Unkopierbar“ legt Marc Spranger im Verlag Walter de Gruyter eine Streitschrift vor, die sich in die gegenwärtige Debatte um künstliche Intelligenz mit bemerkenswerter Entschiedenheit einmischt. Schon der Titel ist weniger Beschreibung als Behauptung: Es gibt — so Sprangers Überzeugung — einen Kern menschlicher Kreativität, der sich nicht simulieren, nicht automatisieren, …

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Jo Failer: „Ich denk nicht dran — Ein Vermächtnis zu Lebzeiten“

Manche Bücher kann man nicht einfach nur lesen, sondern man muss sie betreten — wie ein Raum, dessen Wände sich langsam verschieben, während man noch versucht, die Tür hinter sich zu schließen. Jo Failers „Ich denk nicht dran — Ein Vermächtnis zu Lebzeiten“ gehört zu diesen seltenen, verstörend stillen und zugleich eigentümlich hellen Texten, die …

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Heinrich Mann: „Rummelplatz Berlin“

Es gehört zu den eigentümlichen Ironien der deutschen Literaturgeschichte, dass ausgerechnet der entschiedenste Kritiker des wilhelminischen Bürgertums und seiner Machtgesten jenes Milieu mit einer fast unheimlichen Intimität beschrieb, die sich nur aus Nähe speisen kann. Heinrich Mann, der ältere Bruder des kanonisch gewordenen Thomas Mann, hat Berlin nie einfach nur bewohnt; er hat sich an …

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Uwe Neumahr: „Die Buchhandlung der Exilanten — Paris 1940. Zuflucht und Widerstand“

Die Buchhandlung der Exilanten beginnt, wie so viele große Geschichten des 20. Jahrhunderts beginnen: mit einer Tür, die sich öffnet. Man tritt ein, und es ist nicht nur ein Laden, es ist ein Versprechen. Bücherregale, die sich bis zur Decke recken, Papierstapel, Gespräche, die in der Luft hängen bleiben, weil sie zu klug oder zu …

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Christoph Ribbat: „In den Tag — Eine kurze Geschichte des Aufwachens“

Wenn das Buch „In den Tag — Eine kurze Geschichte des Aufwachens“ des Literatur- und Kulturwissenschaftlers Christoph Ribbat in diesen Tagen erscheint, ist das Aufwachen längst kein unschuldiger biologischer Vorgang mehr. Der Morgen hat sich in einen umkämpften sozialen Raum verwandelt: zwischen Smartphone-Alarm und Selbstoptimierungsratgeber, zwischen Frühschicht und „Miracle Morning“, zwischen Erschöpfung und Leistungsversprechen. Der …

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Helene Böhlau: „Halbtier!“

Wer sich Helene Böhlaus Roman „Halbtier!“ nähert, dem öffnet sich eine erzählerische Welt, in der psychologische Feinzeichnung und gesellschaftliche Reibung sich in einer eigentümlich schimmernden Prosa verbinden. Der Roman führt zwei Figuren zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: eine junge Frau, deren innere Entwicklung zwischen Konvention und Freiheitsdrang oszilliert, und ein Mann, dessen ungebändigtes, instinktgeleitetes …

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