George Orwell: „Zeilen der Zeit — Kolumnen aus einem Jahrhundert im Umbruch“

Die Kolumne ist eine eigentümliche literarische Form. Sie entsteht im Rhythmus der Woche, unter dem Druck des Tagesgeschehens, und doch kann sie – in seltenen Fällen – eine präzise Chronik einer Epoche werden. Die Texte, die George Orwell zwischen 1943 und 1946 unter dem Titel „As I Please“ für die britische Wochenzeitschrift Tribune schrieb und …

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Ronen Steinke: „Meinungsfreiheit — Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken — und wie wir es verteidigen“

Ronen Steinke gehört zu jener Generation deutscher Juristen und Publizisten, die das Recht nicht als abgeschlossenes System begreifen, sondern als gesellschaftliches Versprechen, das ständig neu eingelöst werden muss. Geboren 1983, ausgebildet in Jura und Politikwissenschaft, arbeitete Steinke unter anderem als Journalist für große überregionale Zeitungen und ist seit Jahren als rechtspolitischer Korrespondent tätig. Sein publizistisches …

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Marcel Hopp: „Was geht mich das an? — Warum wir den Rechtsruck nur gemeinsam stoppen können“

Marcel Hopp gehört zu jener Generation politischer Akteure, die weniger über Parteikarrieren als über biografische Brüche, soziale Medien und unmittelbare gesellschaftliche Erfahrungen sichtbar geworden sind. Geboren Ende der 1980er Jahre, aufgewachsen in der West-Berliner Gropiusstadt, einem urbanen Umfeld, das von sozialer Ungleichheit und kultureller Vielfalt gleichermaßen geprägt ist, fand Hopp früh zur politischen Arbeit. Seine …

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Aldous Huxley: „Zeit der Oligarchen“

Heute liest man diesen Essay an vielen Stellen mit Gänsehaut. Der Hanser-Verlag hat mit „Zeit der Oligarchen“, dem Titel der deutschen Übersetzung, genau den richtigen, richtungsweisenden Ton getroffen; der Titel des englischen Originals („Science, Liberty and Peace“) klingt dagegen geradezu harmlos und seltsam indifferent. Davon abgesehen, werden die heutigen Leser ihre Lektüre vor dem Hintergrund …

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Rabea Weihser: „Wie wir so schön wurden — Eine Biografie des Gesichts“

Rabea Weihser gehört zu jener Generation von Kulturjournalistinnen, die ihre intellektuelle Sozialisation im Feuilleton und im digitalen Diskurs zugleich erfahren haben. Als Redakteurin bei der Wochenzeitung Die Zeit hat sie sich immer wieder mit Fragen von Körperpolitik, Popkultur und Geschlechterbildern beschäftigt; ihr Schreiben ist geprägt von jener Mischung aus essayistischer Beweglichkeit und feuilletonistischer Zuspitzung, die …

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Christoph Poschenrieder: „Fräulein Hedwig“

Christoph Poschenrieders neuer Roman Fräulein Hedwig ist ein stilles, aber eindringliches Buch über das Schicksal einer Frau, die zwischen Jahrhundertwende und NS-Zeit in ihrer Rolle gefangen ist — als Lehrerin, als Tochter, als psychisch fragile Einzelgängerin. Fräulein Hedwig, das war Fräulein Hedwig Poschenrieder, geboren am 3. März 1884, gestorben am 25. Juli 1944. Der Roman …

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Harald Welzer: „Das Haus der Gefühle — Warum Zukunft Herkunft braucht“

Welzers neues Werk Das Haus der Gefühle — Warum Zukunft Herkunft braucht ist in vielerlei Hinsicht eine Fortsetzung und zugleich eine Korrektur seines bisherigen Denkens. Es ist ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern erlebt werden möchte, weil es immer wieder die Grenzen zwischen persönlicher Erinnerung, soziologischer Analyse und politischer Diagnose überschreitet. Schon der Titel …

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Werner Plumpe: „Gefährliche Rivalitäten — Wirtschaftskriege – Von den Anfängen der Globalisierung bis zu Trumps Deal-Politik“

Wirtschaft und Krieg – zwei Worte, die sich in der Geschichte nie ganz voneinander trennen ließen, auch wenn das ökonomische Zeitalter der Moderne immer wieder das Gegenteil zu suggerieren versuchte. Werner Plumpe, emeritierter Frankfurter Wirtschaftshistoriker, legt mit Gefährliche Rivalitäten ein Werk vor, das diese trügerische Trennung eindrucksvoll aufhebt. In einem Bogen, der sich von den …

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Konrad Merz: „Ein Mensch fällt aus Deutschland“

Es ist ein schmales Buch, äußerlich beinahe unscheinbar, doch innerlich ein Dokument von eruptiver politischer und menschlicher Wucht: Ein Mensch fällt aus Deutschland von Konrad Merz, erstmals 1936 im Amsterdamer Querido Verlag erschienen, gehört zu den eindringlichsten Zeugnissen der deutschen Exilliteratur. Es ist der Bericht eines Ausgestoßenen, eines Flüchtlings, eines „Gefallenen“ – nicht im militärischen, …

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Marcel Lewandowsky: „Die globale Rechte – Geschichte, Erfolgsbedingungen, Auswirkungen“

Marcel Lewandowsky legt mit Die globale Rechte. Geschichte, Erfolgsbedingungen, Auswirkungen ein umfassendes, differenziertes und hochaktuelles Werk vor, das die weltweiten Erscheinungsformen der radikalen und extremen Rechten systematisch analysiert. Auf rund 140 Seiten gelingt es ihm, historische Entwicklungen, ideologische Gemeinsamkeiten und strategische Innovationen der Rechten aus globaler Perspektive verständlich darzustellen. Seine zentrale These lautet: Die „globale …

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