Dietmar Pieper: „Trümmertänze — Deutschland 1946-1955“

Mit „Trümmertänze — Deutschland 1946–1955“ entscheidet sich Dietmar Pieper bewusst gegen jene Erzählung, die die deutsche Nachkriegszeit lediglich als Vorgeschichte des Wirtschaftswunders oder als moralische Bilanz von Schuld und Neubeginn betrachtet. Stattdessen beschreibt er ein Jahrzehnt voller Widersprüche: eine Zeit zwischen Zerstörung und Aufbruch, Hunger und Lebenslust, politischer Neuordnung und persönlicher Orientierungslosigkeit. Bereits der Titel …

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Alena Buyx: „Leben & Sterben — Die großen Fragen ethisch entscheiden“

Es gibt Bücher, die wollen Wissen vermitteln. Es gibt Bücher, die Debatten ordnen. Und es gibt jene seltenen Werke, die den Leser mit einer unbequemen Erfahrung entlassen: dass er nach der letzten Seite zwar nicht alle Antworten kennt, aber die richtigen Fragen endlich zu stellen vermag. Alena Buyx‘ „Leben und Sterben. Die großen Fragen ethisch …

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Johanna Roth: „This is America — Is this America?“

Johanna Roths Buch „This is America — Is this America?“ ist ein Buch über ein Land, das sich selbst immer wieder neu erzählen muss. Die Vereinigten Staaten von Amerika erscheinen darin nicht als fest umrissene politische oder kulturelle Größe, sondern als ein gewaltiger Resonanzraum aus Versprechen, Widersprüchen, Hoffnungen und Enttäuschungen. Roth nähert sich Amerika nicht …

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Götz Aly: „Unser Nationalsozialismus — Reden in der deutschen Gegenwart“

Es gibt in der zeitgenössischen Geschichtswissenschaft eine eigentümliche Form der Erstarrung, die sich umso verlässlicher einstellt, je monumentaler der Gegenstand wird, dem sie sich widmet. Wenn das Grauen der deutschen Jahre zwischen 1933 und 1945 verhandelt wird, betreten die Akteure zumeist ein gut ausgeleuchtetes Gehäuse des Konsenses, in dem die moralischen Koordinaten so fest verankert …

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Bianca Walther: „Die Vorkämpferinnen — Wie aus vielen Frauen eine Bewegung wurde“

Es gibt historische Daten, die im kollektiven Gedächtnis eines Landes wie plötzlich auftauchende Leuchttürme erscheinen. Der Januar 1919 gehört zu ihnen. Zum ersten Mal dürfen Frauen im Deutschen Reich wählen und gewählt werden. In vielen Darstellungen wirkt dieser Moment wie ein politischer Durchbruch, ein Ereignis, das gleichsam über Nacht eine neue Epoche eröffnet. Bianca Walther …

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Rainer Bayreuther u. Gunilla Eschenbach: „Das Dorf der Visionäre — Aufbruch in die Bundesrepublik 1927-1947“

Manche Bücher verführen ihre Leser durch große Thesen, und andere insistieren leise, dass die Welt sich im Detail erschließt, im Nahen, im vermeintlich Provinziellen. „Das Dorf der Visionäre — Aufbruch in die Bundesrepublik 1927–1947“ von Rainer Bayreuther und Gunilla Eschenbach gehört eindeutig zur zweiten Kategorie, und gerade darin liegt seine eigentümliche Wucht. Auf den ersten …

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William Dalrymple: „Anarchie — Der verhängnisvolle Aufstieg der East India Company 1600-1874“

Es ist ein eigentümlicher Reiz, der von William Dalrymples umfangreicher Abhandlung über den verhängnisvollen Aufstieg der East India Company 1600-1874 mit dem bezeichnenden Namen „Anarchie“ ausgeht: der Reiz, einem Historiker zuzusehen, der sich weigert, Geschichte als bloße Abfolge von Ereignissen zu erzählen, und stattdessen ein Panorama entwirft, das gleichermaßen politisches Drama, moralische Anklage und erzählerische …

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Polly Tieck: „Die Freundin meines Freundes — Feuilletons aus den 1920er Jahren“

Dieses Buch ist ein guter Beweis dafür, dass die Erforschung der Geschichte — und hierzu gehört natürlich auch die Literaturgeschichte — im Grunde nie abgeschlossen ist: Immer wieder lassen sich unerwartete Entdeckungen machen, neue Konstellationen bilden und variante Interpretationen entwickeln. Verschollen geglaubte Artefakte und sensationelle Archivfunde auf der einen Seite, neue Analysetechniken und wissenschaftliche Verfahren …

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Daniel Stähr: „Die neuen Propheten — Wie Ökonomen unsere Zukunft verspielen“

Daniel Stährs Buch „Die neuen Propheten — Wie Ökonomen unsere Zukunft verspielen“ ist ein Angriff, der leise beginnt und seine Schärfe erst allmählich entfaltet. Es ist kein Pamphlet, kein wütendes Gegenmanifest gegen eine angeblich allmächtige Zunft, sondern ein kulturkritischer Essay in Buchlänge, der sich für die Bedingungen interessiert, unter denen ökonomisches Denken zur dominierenden Deutungsinstanz …

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Nicole Garretón u.a. (Hg.): „Zum Umgang mit der deutschen Kolonialvergangenheit — Gegenwärtige und historische Perspektiven“

Es gibt Bücher, die sich wie geschlossene Räume lesen lassen, mit klar markierten Eingängen und Ausgängen, und es gibt solche, die eher an eine offene Debatte erinnern, an ein fortwährendes Gespräch, in dem Stimmen sich überlagern, einander widersprechen, sich korrigieren oder verstärken. Der von Nicole Garretón gemeinsam mit Johannes Jansen und Alina Marktanner herausgegebene Sammelband …

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