Hans Christian Hönes: „Aby Warburg — Der Mann hinter dem Mythos“

In der Regel greift man mit einer gewissen Erwartungshaltung zu einem Buch, weil man sich für seinen Inhalt interessiert. Aber es gibt auch Bücher, die einen überraschen: die man liest, weil man plötzlich begreift, dass ihr Gegenstand auf unheimliche Weise mit der eigenen Gegenwart verbunden ist. Hans Christian Hönes’ neue Biografie „Aby Warburg — Der …

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Gabriele von Arnim: „Abschied leben — Tagebuch eines Zeitgefühls“

Gabriele von Arnims „Abschied leben — Tagebuch eines Zeitgefühls“ ist ein Buch, das sich nur vordergründig an der Form des Tagebuchs orientiert. Zwar folgt es einem Jahr im Leben der Autorin, doch dieses Jahr wird nicht als fortlaufende Geschichte erzählt, sondern als eine Abfolge von tastenden Annäherungen an das, was Leben nach tiefgreifenden Verlusten bedeuten …

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Daniel Siemens: „Der Fotograf Fred Stein — Ein deutsch-jüdisches Leben 1909-1967“

Eine Schwierigkeit dieses Buches liegt paradoxerweise bereits in der Erwartung, die sein Titel weckt: Daniel Siemens kündigt eine klassische Künstlerbiografie an, doch tatsächlich entfaltet er ein vielschichtiges, methodisch reflektiertes Porträt, das sich zwischen historischer Rekonstruktion und essayistischer Annäherung bewegt. „Der Fotograf Fred Stein — Ein deutsch-jüdisches Leben 1909–1967“ ist weniger die Geschichte eines souveränen Künstlers …

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Christiane Rösinger: „The Joy of Ageing“

Wie bitte?? Christiane Rösinger schreibt einen „Altersratgeber“?! — Das ist ein Buch, das man lesen muss! Und natürlich nicht nur „man“, sondern vor allem die Frau von heute. Den Schwerpunkt legt Frau Rösinger auf das Älterwerden von Frauen, was ja auch nur natürlich ist; schließlich ist sie selbst schon lebenslang eine solche, und über Männer …

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Jo Failer: „Ich denk nicht dran — Ein Vermächtnis zu Lebzeiten“

Manche Bücher kann man nicht einfach nur lesen, sondern man muss sie betreten — wie ein Raum, dessen Wände sich langsam verschieben, während man noch versucht, die Tür hinter sich zu schließen. Jo Failers „Ich denk nicht dran — Ein Vermächtnis zu Lebzeiten“ gehört zu diesen seltenen, verstörend stillen und zugleich eigentümlich hellen Texten, die …

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Thomas David: „Begegnungen mit Virginia Woolf“

Dies ist ein schönes Buch, wie man ihm selten begegnet. Der Autor erscheint als ein kultivierter und bestens informierter Flaneur, und wir haben das Vergnügen, ihn auf seinen Wegen durch London und Umgebung zu begleiten — auf Wegen, die ihn (und uns) zu den Wirkungsstätten und Lebensorten von Virginia Woolf und den wichtigsten Menschen in …

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Uwe Neumahr: „Die Buchhandlung der Exilanten — Paris 1940. Zuflucht und Widerstand“

Die Buchhandlung der Exilanten beginnt, wie so viele große Geschichten des 20. Jahrhunderts beginnen: mit einer Tür, die sich öffnet. Man tritt ein, und es ist nicht nur ein Laden, es ist ein Versprechen. Bücherregale, die sich bis zur Decke recken, Papierstapel, Gespräche, die in der Luft hängen bleiben, weil sie zu klug oder zu …

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Thomas Sparr: „‘Ich will fortleben, auch nach meinem Tod‘ — Die Biographie des Tagebuchs der Anne Frank“

Als im Frühjahr 1944 eine Fünfzehnjährige in einem Amsterdamer Hinterhaus den Wunsch formulierte, sie wolle auch nach ihrem Tod weiterleben, ahnte sie nicht, dass dieser Satz zu einem der wirkmächtigsten literarischen Selbstzeugnisse des 20. Jahrhunderts führen würde. Thomas Sparr nimmt diesen Wunsch ernst — nicht als pathetische Prophezeiung, sondern als Ausgangspunkt einer ungewöhnlichen Spurensuche. Sein …

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Judith Hermann: „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“

Es gehört zu den eigentümlichen Bewegungen der Literatur, dass sie immer wieder dorthin zurückkehrt, wo das Erinnern unsicher wird. Gerade dort, wo Archive schweigen und Familiengeschichten brüchig sind, beginnt das Erzählen. Das neue Buch von Judith Hermann trägt einen Titel, der diese Bewegung bereits programmatisch formuliert: „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“. Doch dieser Wunsch …

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Julian Barnes: „Abschied(e)“

Julian Barnes’ Buch Abschiede ist kein Roman im klassischen Sinn, sondern ein schmales, konzentriertes Prosastück, das sich um einen der großen, unausweichlichen Grundvorgänge des menschlichen Lebens dreht: das Sich-Trennen, das Zurücklassen, das Fortgehen – und letztlich um den Abschied vom Leben selbst. In wenigen Worten lässt sich der Inhalt so umreißen: Barnes reflektiert über den …

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