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Rezensionen von Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften

Mathias Schreiber: „Das Gold in der Seele – Die Lehren vom Glück“

Am: | Juli 3, 2009

Mathias Schreiber: "Das Gold in der Seele - Die Lehren vom Glück"Was ist Glück? – Seit Jahrtausenden suchen die Lehrten, Philosophen, Künstler, Dichter, Glaubenslehrer und Sinnsucher alle Schulen nach einer Antwort.

Mathias Schreiber hat sich in seinem Buch „Das Gold in der Seele“ die Aufgabe gestellt, die verschiedenen Formen von Glück und die unterschiedlichen Aspekte des Glücksstrebens aufzuzeigen und einen Überblick über die wichtigsten Wege zum Glück zu geben, wie sie sich, aus heutiger Sicht betrachtet, darstellen.

Ein ehrgeiziges Unterfangen, denn allein schon eine klare Definition des Begriffs „Glück“ fällt schwer. Was ist Glück überhaupt? Und ist derjenige, der Glück hat, auch wirklich glücklich? – Der griechische Philosoph Platon nannte Glück das „Gold in der Seele“, das es zu suchen und zu finden gilt.

Hat man den Schlüssel zum eigenen Glück gefunden, dann ist man glücklich. Die Frage nach dem Glück ist vor allem philosophischer Natur und auch eine sehr individuelle Angelegenheit; was für den einen Glückseligkeit bedeuten kann, ist für den anderen keine Quelle dauerhaften Glückes.

Mathias Schreiber holt in seinem Buch zu einem Rundumschlag aus: Anhand vieler konkreter Beispiele erzählt er von unterschiedlichen Glückserwartungen und Glückserfahrungen und erörtert daran begriffliche Bedeutungen. Er stellt überlieferte philosophische Lehren und fernöstliche Weisheiten zur Lebenskunst ebenso vor wie aktuelle Wellness-Praktiken und die wichtigsten Glücksratgeber, die regelmäßig die Bestsellerlisten anführen. Ausführlich würdigt er nicht nur die Kulturgeschichte der großen Glückvisionen, sondern auch die kleinen Wunder im Leben heutiger Glückssucher.

Das Thema Glück ist ja seit einiger Zeit sehr populär. Allein im vergangenen Jahr erschienen zahlreiche Titel zum Thema (Eckhart von Hirschhausen: „Glück kommt selten allein“ – Adam Jackson: „Die zehn Geheimnisse des Glücks“ – Wilhelm Schmid: „Glück – Alles, was Sie wirklich wissen müssen“ – Mathieu Ricard: „Glück“ – Francois Lelord: „Hectors Reise oder: Die Suche nach dem Glück“ usw.), die sich alle gut verkauften.

Es ist eine Zeiterscheinung, dass wir wieder verstärkt auf der Suche nach Glück und nach einem Sinn in unserem Leben sind. Die Renaissance des Glaubens und der fernöstlichen Weisheiten sind weitere Indizien für diesen Trend.

Will der Autor vielleicht auf diesen Zug aufspringen und von der allgemeinen Sehnsucht nach einem sinnerfüllten Leben profitieren? – Es sei ihm gegönnt, denn dieses Buch ist im Vergleich zu vielen anderen wirklich gut recherchiert und angenehm zu konsumieren.

Aufgrund seiner „breiten“ Aufstellung nähert sich der Autor dem Thema von vielen verschiedenen Seiten und erleichtert dem Leser dadurch den Einstieg in die Materie. Derartig gestärkt und mit einem weiten Blick ausgerüstet, kann er sich im Anschluss an die Lektüre dieses Buches auf die Suche nach den eigenen Quellen des Glückes machen und ist zudem in der Lage, das eigene Dasein in einen größeren Kontext zu stellen und sich selbst nicht mehr so wichtig zu nehmen.

Mathias Schreiber war 14 Jahre lang Leiter des Kulturressorts des SPIEGEL, für den er heute noch schreibt. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sind philosophische und ideengeschichtliche Themen. Zuletzt hat er ein Buch über die Frage nach der Unsterblichkeit der Seele („Was von uns bleibt – Über die Unsterblichkeit der Seele“) veröffentlicht.

Munter springt der Autor vor und zurück durch die Zeitgeschichte. Dabei begegnen dem Leser viele illustre Persönlichkeiten aus allen Epochen und jedes kulturellen Niveaus. Ein Blick ins Personenregister zeigt die Bandbreite dieses Buches: Diogenes, Doris Dörrie, Dostojewski – Sibylle Berg, Osama bin Laden, Kate Blanchett – Parmenides, Pavarotti, Perikles – Francois Mitterand, Walter Moers, Marilyn Monroe – Rolf Eden, Günter Eich, Albert Einstein.

In gewohnter SPIEGEL-Sprache werden hier Fakten in leicht verdaulicher Form präsentiert, was überhaupt kein Nachteil sein muss. Im Gegenteil: Die einzelnen Kapitel können auch jedes für sich und in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. So gelesen, ist dieses Buch eine schöne Sammlung von 27 kurzen Essays zum Thema Glück.

Liest man nur ein Kapitel pro Tag, so bietet dieses Buch für etwa einen Monat eine aufbauende Lektüre, die unter Umständen sogar glücklich machen kann.

Autor: Mathias Schreiber
Titel: „Das Gold der Seele. – Die Lehren vom Glück“
Gebundene Ausgabe: 220 Seiten
Verlag: Dva
ISBN: 3421044023
EAN: 978-3421044020

 

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