Günter Karl Bose: „Legenden / Captions — Geschichten zu Fotografien. Essays“

Fotografien genießen seit ihrer Erfindung den Ruf, Wirklichkeit festzuhalten. Sie gelten als unmittelbare Zeugnisse dessen, was einmal gewesen ist. Doch dieser Glaube gehört zu den hartnäckigsten Illusionen der Moderne. Eine Fotografie zeigt vieles — und erklärt fast nichts. Sie hält einen Augenblick fest, verschweigt jedoch seine Vorgeschichte, seine Folgen und seine Bedeutung. Wer ein altes …

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Gunna Wendt: „Frauen von morgen — Die Schwestern Richthofen im Kreise der Bohème“

Es gehört zu den eigentümlichen Gewohnheiten der Geschichte, dass sie ihre Erinnerungen nachträglich ordnet. Sie bewahrt Namen auf, verwirft andere, erhebt manche Menschen zu Symbolfiguren und lässt andere in den Fußnoten verschwinden, obwohl gerade sie das geistige Klima ihrer Zeit vielleicht präziser verkörperten als jene, die später Denkmäler erhielten. Historisches Erinnern folgt selten den Maßstäben …

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Jens Wietschorke: „Chronist der wilden Jahre — Mit Siegfried Kracauer durch die Weimarer Republik“

Kaum eine Epoche der deutschen Geschichte ist mit so vielen Bildern überlagert worden wie die Weimarer Republik. Vor dem inneren Auge tauchen schillernde Revuetheater auf, verrauchte Caféhäuser, Charleston tanzende Paare, expressionistische Straßenschluchten, politische Straßenschlachten und jene eigentümliche Mischung aus fiebriger Aufbruchsstimmung und latenter Untergangsahnung, die im Rückblick zum Markenzeichen der zwanziger Jahre geworden ist. Doch …

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Bianca Walther: „Die Vorkämpferinnen — Wie aus vielen Frauen eine Bewegung wurde“

Es gibt historische Daten, die im kollektiven Gedächtnis eines Landes wie plötzlich auftauchende Leuchttürme erscheinen. Der Januar 1919 gehört zu ihnen. Zum ersten Mal dürfen Frauen im Deutschen Reich wählen und gewählt werden. In vielen Darstellungen wirkt dieser Moment wie ein politischer Durchbruch, ein Ereignis, das gleichsam über Nacht eine neue Epoche eröffnet. Bianca Walther …

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Rainer Bayreuther u. Gunilla Eschenbach: „Das Dorf der Visionäre — Aufbruch in die Bundesrepublik 1927-1947“

Manche Bücher verführen ihre Leser durch große Thesen, und andere insistieren leise, dass die Welt sich im Detail erschließt, im Nahen, im vermeintlich Provinziellen. „Das Dorf der Visionäre — Aufbruch in die Bundesrepublik 1927–1947“ von Rainer Bayreuther und Gunilla Eschenbach gehört eindeutig zur zweiten Kategorie, und gerade darin liegt seine eigentümliche Wucht. Auf den ersten …

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Hans Christian Hönes: „Aby Warburg — Der Mann hinter dem Mythos“

In der Regel greift man mit einer gewissen Erwartungshaltung zu einem Buch, weil man sich für seinen Inhalt interessiert. Aber es gibt auch Bücher, die einen überraschen: die man liest, weil man plötzlich begreift, dass ihr Gegenstand auf unheimliche Weise mit der eigenen Gegenwart verbunden ist. Hans Christian Hönes’ neue Biografie „Aby Warburg — Der …

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Christoph Ribbat: „In den Tag — Eine kurze Geschichte des Aufwachens“

Wenn das Buch „In den Tag — Eine kurze Geschichte des Aufwachens“ des Literatur- und Kulturwissenschaftlers Christoph Ribbat in diesen Tagen erscheint, ist das Aufwachen längst kein unschuldiger biologischer Vorgang mehr. Der Morgen hat sich in einen umkämpften sozialen Raum verwandelt: zwischen Smartphone-Alarm und Selbstoptimierungsratgeber, zwischen Frühschicht und „Miracle Morning“, zwischen Erschöpfung und Leistungsversprechen. Der …

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Annemarie Stoltenberg (Hg.): „Magie des Lesens — Die schönsten Geschichten über die Liebe zum Buch“

Man kann dieses Buch von vorn lesen oder irgendwo in der Mitte aufschlagen, man kann sich treiben lassen oder gezielt verweilen – und genau darin liegt bereits eine seiner stillen Aussagen. „Magie des Lesens – Die schönsten Geschichten über die Liebe zum Buch“ ist kein Band, der auf ein Ziel zustrebt, sondern einer, der den …

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Jens Jäger: „Medienmetropole Berlin – Kommunikation, Netzwerke und Öffentlichkeit im Kaiserreich“

Jens Jägers Heft „Medienmetropole Berlin — Kommunikation, Netzwerke und Öffentlichkeit im Kaiserreich“ ist ein schmaler, aber gedanklich dicht gepackter Versuch, jene Stadt sichtbar zu machen, die im historischen Rückblick allzu oft hinter den großen politischen Chiffren des Kaiserreichs verschwindet. Berlin erscheint hier nicht primär als Hauptstadt des Wilhelminismus, als Bühne imperialer Gesten und monumentaler Architektur, …

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Walter Ruprechter: „Vom Hausen und Wohnen — In Zwischenräumen daheim“

Walter Ruprechters Buch über das Hausen und Wohnen betritt ein Terrain, das auf den ersten Blick vertraut wirkt und sich doch rasch als überraschend unwegsam erweist. Wer hier einen Ratgeber für bessere Grundrisse, nachhaltige Baumaterialien oder zeitgemäße Wohnmodelle erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. Ruprechter interessiert sich nicht für das Wohnen als Problem technischer Optimierung, …

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