Michael Sommer: „Dirty Rome — Die schmutzige Seite der Antike“

Rom hat ein Hygieneproblem. Das ist zunächst keine sonderlich überraschende Nachricht. Wer die antike Metropole nicht ausschließlich durch die marmorne Brille von Forum, Pantheon und Augustusstatue betrachtet, weiß seit Langem, dass zwischen den Säulen nicht nur Philosophen wandelten, sondern auch Bettler, Prostituierte, Sklaven, Abfallhändler, Kleinkriminelle und Menschen, die ihre Notdurft dort verrichteten, wo gerade Platz …

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Joseph Roth: „Berliner Flair“

Joseph Roth kam nicht nach Berlin, um Berliner zu werden. Das ist der erste Satz, den man sich vor seinen Berliner Feuilletons stellen sollte. Er kam, weil Berlin Arbeit versprach, Zeitungen brauchte und weil ein Journalist, der von seiner Feder leben wollte, an der Spree bessere Aussichten hatte als anderswo. Die Stadt war ihm zunächst …

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Eva Menasse: „Alleinruhelage“

Man bekommt gelegentlich Bücher auf den Tisch, bei denen man schon vor der ersten Seite weiß, was von einem erwartet wird. Man soll die Autorin würdigen, die Preise erwähnen, die literarische Bedeutung andeuten, ein paar gesellschaftliche Großwetterlagen darüberlegen und am Ende möglichst einen Satz finden, der auf dem Umschlag noch als Lob funktionieren könnte. Eva …

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Franziska zu Reventlow: „Ellen“

Franziska zu Reventlows „Ellen Olestjerne“ gehört zu jenen Romanen, die ihre eigentliche Sprengkraft erst lange nach ihrem Erscheinen entfalten. Als das Buch 1903 veröffentlicht wurde, ließ es sich durchaus als Künstlerroman, als autobiographisch gefärbte Entwicklungsgeschichte oder als literarischer Beitrag zur damals heftig diskutierten „Frauenfrage“ lesen. Heute hingegen erscheint es als Dokument einer Epoche, in der …

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Jens Wietschorke: „Chronist der wilden Jahre — Mit Siegfried Kracauer durch die Weimarer Republik“

Kaum eine Epoche der deutschen Geschichte ist mit so vielen Bildern überlagert worden wie die Weimarer Republik. Vor dem inneren Auge tauchen schillernde Revuetheater auf, verrauchte Caféhäuser, Charleston tanzende Paare, expressionistische Straßenschluchten, politische Straßenschlachten und jene eigentümliche Mischung aus fiebriger Aufbruchsstimmung und latenter Untergangsahnung, die im Rückblick zum Markenzeichen der zwanziger Jahre geworden ist. Doch …

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Alena Buyx: „Leben & Sterben — Die großen Fragen ethisch entscheiden“

Es gibt Bücher, die wollen Wissen vermitteln. Es gibt Bücher, die Debatten ordnen. Und es gibt jene seltenen Werke, die den Leser mit einer unbequemen Erfahrung entlassen: dass er nach der letzten Seite zwar nicht alle Antworten kennt, aber die richtigen Fragen endlich zu stellen vermag. Alena Buyx‘ „Leben und Sterben. Die großen Fragen ethisch …

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Hans-Ulrich Treichel: „Das Karussell“

Hans-Ulrich Treichels Roman „Das Karussell“ erzählt von einem Mann, der sich an der Schwelle zwischen Erinnerung und Gegenwart bewegt und feststellen muss, dass das Leben im Alter nicht ruhiger, sondern oft unübersichtlicher wird. Im Mittelpunkt steht Bernhard, ein ehemaliger Hochschullehrer, der kurz vor seinem siebzigsten Geburtstag steht und erst vor kurzer Zeit aus dem Berufsleben …

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Robert Mueller-Stahl: „Das Leben festhalten — Deutsch-jüdische Privatfotografie in den 1930er Jahren“

Es gibt Bücher, die einen Gegenstand untersuchen, und es gibt Bücher, die einen Blick verändern. Robert Mueller-Stahls Studie bewegt sich dabei in jenem seltenen Raum, in dem historische Forschung in Kulturphilosophie übergeht. Wenn man sich während der Lektüre das Thema vergegenwärtigt, so kann man eigentlich gar nicht anders, als diese privaten Fotografien deutsch-jüdischer Menschen auch …

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Gabriele von Arnim: „Abschied leben — Tagebuch eines Zeitgefühls“

Gabriele von Arnims „Abschied leben — Tagebuch eines Zeitgefühls“ ist ein Buch, das sich nur vordergründig an der Form des Tagebuchs orientiert. Zwar folgt es einem Jahr im Leben der Autorin, doch dieses Jahr wird nicht als fortlaufende Geschichte erzählt, sondern als eine Abfolge von tastenden Annäherungen an das, was Leben nach tiefgreifenden Verlusten bedeuten …

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Romain Gary: „Lady L.“

Romain Garys Roman „Lady L.“ aus dem Jahr 1959 entfaltet sich auf den ersten Blick wie eine elegante Salonanekdote, gewinnt jedoch rasch die Tiefe einer hintergründigen Reflexion über Identität, Moral und die Maskenspiele der Gesellschaft. Im Zentrum steht Lady L., eine hochbetagte, distinguierte Dame der englischen Aristokratie, die anlässlich ihres achtzigsten Geburtstags beschließt, einem vertrauten …

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