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Christine Olderdissen: „Genderleicht — Wie Sprache für alle elegant gelingt“

Am: | April 20, 2022

Wer in und für die Öffentlichkeit schreibt, kennt das Problem einer gendergerechten Sprache. Seit Jahren sind Menschen der schreibenden Zunft mehr oder weniger deutlich dazu angehalten, der real existierenden Diversität in unserer Gesellschaft einen adäquaten sprachlichen Ausdruck zu verleihen.

Ein Sprachgebrauch, der kein Geschlecht bevorzugt und somit möglichst allen Varianten und Zwischenstufen gerecht wird, sollte für uns alle ein erstrebenswertes Ziel sein; eine genderleichte Sprache hat somit ihre Berechtigung.

Das vorliegende Buch der Juristin(!) Christine Olderdissen trägt den schönen und verheißungsvollen Titel „Genderleicht“ nicht ohne Grund. Auf der gleichnamigen Website (genderleicht.de), ein Projekt des Journalistinnenbundes und gefördert vom BMFSFJ, gibt allen Schreibenden wertvolle Tipps und Tricks an die Hand, wie mit ein wenig Nachdenken eine Gendergerechtigkeit in den eigenen Text kommt. Ein Besuch der Website lohnt! Ebenso der Blick in dieses Buch und die längerfristige Beschäftigung mit den hübsch aufbereiteten Themenkapiteln!

Denn eine gendergerechte Sprache muss gelernt werden. Gerade wer sich von der Holperigkeit und Sprödigkeit mancher Elaborate genervt bis abgestoßen fühlt, sollte den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern lieber dazu benutzen, den eigenen Schreib- und Sprachstil zeit- und gendergerechter zu machen!

Das Gendersternchen wird von der Autorin übrigens besonders gelobt, weil es — anders als das gefürchtete „Binnen-I“ — eben nicht nur Männer und Frauen, sondern auch alle anderen Diversitäten einbezieht. Doch Achtung, man verwende den Genderstern nicht inflationär, sondern auch nur dort, wo er Sinn macht.

Viele Fallstricke lassen sich mühelos durch eine Umformulierung des Satzes überspringen. Einfaches Beispiel: Anstatt von „Abteilungsleiter*innen“ zu sprechen, schreibt man über die „Abteilungsleitung“. Aus „viele Rentnerinnen und Rentner erhalten mehr Rente“ wird: „die Rente wird für alle erhöht“ usw.

Auch wenn der Autor dieser Besprechung kein wahrer Freund der gendergerechten Sprache ist, weil er sie in den meisten Fällen für zu umständlich und/oder zu bemüht hält, muss er neidlos zugeben, dass oft nur ein wenig Denkarbeit nötig ist, bis man zu sehr akzeptablen Ergebnissen kommt! Allein diese Erkenntnis beweist, dass sich die Lektüre (und vor allem die praktische Umsetzung der hier gesammelten Schreibtipps!) für alle schreibenden Menschen lohnt!

 

Autorin: Christine Olderdissen
Titel: Genderleicht — Wie Sprache für alle elegant gelingt
Herausgeber: Duden
ISBN-10: 3411756756
ISBN-13: 978-3411756759

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