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Rezensionen von Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften

Aktuelle Rezensionen

kulturbuchtipps.de veröffentlicht regelmäßig Rezensionen zu neuen Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften.

Bereits 1802 hatte August Wilhelm Schlegel eine sehr dezidierte Meinung, was Neuerscheinungen betrifft… – Wir betrachten es daher als eine wichtige kulturelle Aufgabe, die Spreu vom Weizen zu trennen und Ihnen hier die wichtigsten und lesenswerten Sachbücher aus der geradezu unüberschaubaren Menge an Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt vorstellen.

Hier sehen Sie eine kurze Zusammenfassung der aktuellen Rezensionen bei kulturbuchtipps.de:


Volker Kruse: „Geschichte der Soziologie“ / Hartmut Rosa, David Strecker, Andrea Kottmann: „Soziologische Theorien“

Wenn man in der Situation ist, sich über ein neues Wissensgebiet grundlegend zu informieren, so bietet es sich an, einführende Literatur zur Hand zu nehmen, um sich einen ersten Überblick über die unbekannte Materie zu verschaffen. Wenn es um Einführungen in geisteswissenschaftliche Disziplinen geht, sind die broschierten Titel der „utb basics“-Reihe für den Studenten die erste Wahl. So verhält es sich auch mit den folgenden beiden Einführungen in die Soziologie, die hier kurz vorgestellt werden sollen.

Die Geschichte der Soziologie beginnt mit Auguste Comte in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Comte war der Überzeugung, dass die gesellschaftliche Entwicklung sich nach dem theologischen und metaphysischen Stadium zu seiner Zeit im positiven Stadium befände. Der Siegeszug der Wissenschaften schien es möglich zu machen, auch in der Gesellschaft und im sozialen Miteinander Gesetzmäßigkeiten zu entdecken und nach deren Erkenntnis positiv steuernd auf die gesellschaftliche Entwicklung einzuwirken. Diesen Gedanken wird am Ende des 19. Jahrhunderts Émile Durkheim mit seiner Wissenschaft von den „sozialen Tatbeständen“ aufgreifen und weiterverfolgen.

Die von Volker Kruse verfasste „Geschichte der Soziologie“ beschreibt das Leben und Werk der wichtigsten Vertreter der Soziologie von ihren Anfängen (Auguste Comte) bis in die 1970er Jahre (Alfred Schütz) und gibt auf diese Weise kompetent und leicht verständlich Auskunft über die großen Strömungen in der historischen Entwicklung des Fachs.


Deutsches Historisches Museum (Hg.): „Der Erste Weltkrieg in 100 Objekten“

Wir begreifen die Welt um uns herum, indem wir uns einen Begriff von ihr machen, die Gegenständlichkeit der Welt mit Namen und Begriffen versehen.

Die Sprache in ihrer originär menschlichen Form als Verständigungsmedium hilft uns, einerseits die Dinge um uns herum zu benennen, so dass wir in der Lage sind, uns über diese Dinge auszutauschen; andererseits benutzen wir die Sprache, um uns von den Dingen zu distanzieren, sie als etwas außerhalb unser selbst zu verstehen.

Auf diese Weise helfen uns sowohl die Dinge, die Objekte, als auch die Begriffe und Namen, die wir ihnen geben, unser Bild von der Welt zu individualisieren.

Genau auf dieselbe Weise sind wir in der Lage, uns über die Dinge einem Themenkomplex zu nähern, der ansonsten schon allein aufgrund seiner Komplexität und seiner Historizität für uns unbegreiflich bleiben muss. Die Rede ist vom Ersten Weltkrieg, jener „Urkatastrophe“ der Menschheit von einhundert Jahren.


Andreas „Spider“ Krenzke: Die letzte WG von Prenzlauer Berg“

Wenn die Kinder da sind, wird man zu einem anderen Menschen. Wenn man nach Prenzlauer Berg zieht, auch. Es sind die Geschichten, die das Leben schreibt, nur eben viel lustiger, weil sie im Berliner Szenekiez spielen, in dem es Holzspielzeug vom Himmel regnet und Dich die Kinder mit kalten, aber sehr fettigen Grünkernbratlingen bewerfen, wenn Du nicht nett zu ihnen bist…

Lustige Kindergeburtstage im Prenzlauer Berg, die für die gastgebenden Eltern im Handumdrehen zur Neuinszenierung der Schlacht von Stalingrad mutieren; Kevin, Robin und der Muezzin, Dick und Doof auf Usedom, morgens vor der Wald-Kita oder zu Besuch in der letzten WG von Prenzlauer Berg…

„Das alles und noch viel mehr würd‘ ich lesen, wenn ich…“ – ja was eigentlich? Auf der Suche nach kurzweiligem Frohsinn, gepaart mit einer angenehmen Berliner Schnauze und mit einem Basso Continuo Prenzlauer-Berg-Hipstertum ist man bei „Spider“ und seinen kleinen Geschichten aus Deutschlands kinderreichster Enklave genau an der richtigen Adresse. – Sonst nicht.


Dorothee Meyer-Kahrweg, Hans Sarkowicz (Hg.): „Unterwegs in der Geschichte Deutschlands – Von Karl dem Großen bis zur Gegenwart“

1200 Jahre deutscher Geschichte in einem Taschenbuch zu erzählen, was soll das Neues bringen? haben wir nicht schon genügend Geschichtsbücher? Müssen wir uns jetzt noch einmal – und wieder einmal in aller Oberflächlichkeit, die der begrenzte Raum gebietet, mit der deutschen Geschichte beschäftigen?

Ja, es war eine durchaus skeptische Haltung, die ich dem hier beschriebenen Buch gegenüber einnahm, bevor ich die erste Seite aufgeschlagen hatte. Eher missmutig machte ich mich ans Werk – und wurde eines Besseren belehrt.

Die beiden Herausgeber arbeiten beim Hessischen Rundfunk: Dorothee Meyer-Kahrweg als Autorin und Regisseurin und Hans Sarkowicz als Leiter des Bereichs Kultur und Wissenschaft. So weit, so schön. Was die Qualität dieses Buches ausmacht, sind weniger die Herausgeber – ohne deren vermittelnde und editorische Leistung schmälern zu wollen -, sondern vielmehr die Autoren der vielen Beiträge dieses Kompendiums der deutschen Geschichte: eine bunte Mischung aus Historikern, Politikwissenschaftlern, Schriftstellern, Theaterwissenschaftler, Musikwissenschaftlern, Journalisten, Germanisten und Romanisten. Sie alle zeichnen die wichtigsten Entwicklungslinien der deutschen Geschichte nach und liefern durch ihre fundierten Beiträge ein umfassendes und vielseitiges Bild unserer Geschichte.


Britta Böhler: “Der Brief des Zauberers”

Zürich 1936. In Küsnacht sitzt der Zauberer im Exil und schreibt einen Brief an die Neue Zürcher Zeitung, der sein Leben grundlegend verändern sollte – noch einmal, endgültig.

Thomas Mann kehrte 1933 von einer Winterreise nach Arosa nicht mehr nach Deutschland zurück. Zu gefährlich war es für ihn dort geworden. In der Schweiz suchte seine Frau Katia nach einer neuen Bleibe, nur vorübergehend sollte der Aufenthalt in der Schweiz sein, nur solange, bis man in Deutschland wieder zur Vernunft gekommen wäre.

In Küsnacht, schön gelegen am Zürcher See, sehnt sich Thomas Mann nach der Großzügigkeit und den Annehmlichkeiten der Münchner Villa in der Poschingerstraße zurück. Noch mehr macht ihm jedoch die räumliche Distanz zu seinen Lesern Sorge. Die deutsche Sprache und die deutsche Kultur sind seine Lebenswelt. Wenn die Nazis nun seine Bücher in Deutschland verbieten, was bleibt ihm dann noch?


Interview mit Tillmann Bendikowski auf der Leipziger Buchmesse 2014 über sein Buch „Sommer 1914“

RALPH KRÜGER: Herr Bendikowski, in Ihrem neuen Buch beschreiben Sie die Stimmung im Sommer 1914 aus fünf verschiedenene Perspektiven, indem Sie auf Tagebucheinträge von fünf Personen aus unterschiedlichen sozialen und lokalen Kontexten zurückgreifen. Die Hauptthese, die Sie in Ihrem Buch vertreten, ist, dass die Legende von einer nationalen “Jubelstimmung” historisch betrachtet nicht stimmt und dass es im Sommer 1914 in Deutschland keinen flächendeckenden Hurra-Patriotismus und eine allgemeine Kriegslust nicht gegeben hat.

TILMANN BENDIKOWSKI: Es war das Anliegen meines Buches, diesen Mythos von einer allgemeinen Kriegsbegeisterung, diesen so oft beschworene “Geist von 1914″ zu fassen, von dem wir in der Wissenschaft inzwischen wissen, dass es gar nicht so einheitlich war und dass wir das sozial, regional, nach Alter und nach Geschlechtern, nach Professionen und auch nach Zeitpunkten ausdifferenzieren müssen. Es geht ja um die Frage: Wie ziehen die Deutschen in den Krieg? Und das ist auch eine aktuelle Frage, weil auch heute deutsche Soldaten in Kriege ziehen.

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Tillmann Bendikowski: „Sommer 1914. Zwischen Begeisterung und Angst – wie Deutsche den Kriegsbeginn erlebten“

Im Sommer 1914 herrschte im deutschen Kaiserreich eine allgemeine Kriegseuphorie. Man sehnte einen großen Krieg herbei, der endlich wieder die alte Ordnung stabilisieren würde. – So lautet die offizielle Version der Geschichtsschreibung, die zusammen mit der alleinigen deutschen Kriegsschuld am Ersten Weltkrieg fast hundert Jahre lang in den Schulen gelehrt wurde. Doch diese kollektive Begeisterung für den Krieg hat es im Sommer 1914 nie gegeben. Die Legende von der deutschen Kriegseuphorie wurde durch die Kriegspropaganda geschürt und hat sich in den Köpfen festgesetzt, weil sie so gut in das Bild passte, welches man sich von den Deutschen im Kaiserreich machen wollte.

Den deutschen „Hurra-Patriotismus“ hat es selbstverständlich gegeben. Auch waren in den großen Städten, allen voran in Berlin, öffentliche Kundgebungen und spontane Versammlungen patriotischer Männer zu registrieren, was auch ausländischen Berichterstattern nicht verborgen blieb. Jedoch das Stimmungsbild in der Bevölkerung war, was die drohende Kriegsgefahr betrifft, viel bunter und vielschichtiger, als es bis vor kurzem noch in den Geschichtsbüchern stand.


Wilhelm Krull (Hg.): “Krieg von allen Seiten – Prosa aus der Zeit des Ersten Weltkrieges”

Will man der Atmosphäre jener Zeit vor einhundert Jahren nachspüren, den Jahren von 1914 bis 1918, so ist es nicht nur legitim, sondern eine gute Idee, sich den literarischen Werken jener Zeit zu nähern.

Wenn es um die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs geht, so befindet natürlich Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ unter den erstgenannten literarischen Werken. Doch es gibt eine ganze Reihe bemerkens- und erinnerungswerter Prosa, die in jener Zeit entstanden ist oder die Zeit des Ersten Weltkriegs zu ihrem diegetischen Thema macht.

Der Wallstein-Verlag hat sich seit vielen Jahren einen Namen als renommierter Wissenschaftsverlag gemacht, der einen seiner Schwerpunkte in der Historiographie hat. Pünktlich zum Jubiläum des Ersten Weltkriegs ist jetzt ein kleines Buch mit Kurzgeschichten erschienen, die den Weltkrieg thematisieren.


Marlene Halser (Hg.): “Go vegan! Warum wir ohne tierische Produkte glücklicher und besser leben”

Meistens ist es der turnusmäßig wiederkehrende Fleischskandal, der uns darüber nachdenken lässt, ob wir uns richtig ernähren, uns richtig verhalten und richtig leben. Die Überfischung der Meere, die industrielle Massentierhaltung, die Chemieindustrie und die scheinbar unbegrenzte Kreativität der Lebensmittelchemie, wenn es um die Entwicklung neuer Geschmacksstoffe, E-Stoffe oder Konservierungsstoffe geht – all das ist regelmäßig in der Lage, uns gründlich den Geschmack zu verderben.

Schon längst haben wir verstanden, dass konventionell produzierte Lebensmittel vielleicht gut schmecken, jedoch weder in Bezug auf die Umstände ihrer Herstellung und des Vertriebs noch in Bezug auf ihre Lebensmittelqualität viel mit Nachhaltigkeit unf Verantwortlichkeit zu tun haben.


Neil MacGregor: “Shakespeares ruhelose Welt – Eine Geschichte in 20 Objekten”

Es war der geniale Einfall von Neil MacGregor, dem Direktor des Britischen Museums, 100 Objekte aus den Beständen des Museums auszuwählen und anhand dieser Dinge „ Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten“ zu erzählen. Diese objektorientierte Geschichtsschreibung machte McGregors Buchs zu einem Welterfolg – und auf diese Weise wahrscheinlich auch das Britische Museum noch bekannter, als es ohnehin schon ist.

Was läge für einen Briten wie MacGregor näher, als sich nach diesem umwerfenden Erfolg seiner Annäherung an historische Themen dem englischen Nationalhelden Nr. 1, dem literarischen Universum William Shakespeare auf dieselbe Art und Weise zu nähern.


Erich Maria Remarque: “Im Westen nichts Neues” (Sonderausgabe)

Im Sommer 1914 brach jene Urkatastrophe herein, die wir heute unter dem Namen Erster Weltkrieg in den Geschichtsbüchern finden. Diesem ersten globalen Krieg fielen nicht nur Millionen Menschen zum Opfer; die Wucht der Kriegsmaschinerie und das massenhafte gegenseitige Abschlachten in den Schützengräben ließ auch eine Zeit zu Ende gehen, die wir in der Rückschau als Belle Epoque bezeichnen.

Der Erste Weltkrieg besiegelte das Ende des „langen 19. Jahrhunderts“ und den Beginn des grausamsten und kriegerischsten Jahrhunderts seit Menschengedenken. In diesem Jahr ist das alles 100 Jahre her, und doch gibt es zum Glück viele Zeitdokumente, die uns das Ausmaß des Schreckens sichtbar machen können.


Tilman Spengler: “Haben Sie das wirklich alles im Kopf? Glücksfälle der Weltliteratur”

Der promovierte Sinologe Tilman Spengler ist den meisten wohl durch seine Sendungen im Fernsehen bekannt. Die Fernsehreihe „Klassiker der Weltliteratur“ des Bayerischen Fernsehens stellt eine persönliche, doch in ihrer Umfänglichkeit gleichzetig recht repräsentative Auswahl von Literatur dar, die in den vergangenen 2500 Jahren produziert wurde und aufgrund ihrer hohen Qualität auch für unsere Gegenwart noch relevant ist.

In diesen Sendungen präsentiert der Autor einen Kanon der Weltliteratur in einer sehr ansprechenden, mit einem Gespräch unter Freunden vergleichbaren Art und Weise. Spengler kann seine Auswahl an Autoren jederzeit begründen, versteht es, die Bedeutung dieser Autorin oder jenes Autors für unsrere Zeit herauszuarbeiten, streut dabei geschickt die eine oder andere Anekdote ein, fast die wichtigsten Werke kenntnisreich zusammen und wird dabei in keinem Moment langatmig oder gar langweilig.


Tom Hodgkinson: “Anleitung zum Müßiggang”

Es gibt heutzutage nur Wenige, die sich trauen, ganz bewusst gegen den Strom zu schwimmen und dies auch noch offen zu bekennen. Einer von ihnen ist Tom Hodgkinson, bekennender Faulenzer und Gründer der Zeitschrift „The Idler“, in deren Umfeld er 2011 in London sogar eine „Idler Academy“gegründet hat, die zum müßiggängerischen Leben anleitet.

Im Kontext unserer konsumorientierten Welt, die das Konzept des permanenten Wandels und Beschleunigung verfolgt, ist Muße eine Tugend, die aus der Mode gekommen ist. Doch gerade die bewusste Unterbrechung des hohen Tempos aller Arbeits- und Freizeitbereiche, die Pause, der „break“ und seine sanftere Schwester, die „intermission“, eröffnen einen Möglichkeitshorizont, der sich positiv auf das eigene Selbstwertgefühl auswirkt.


Constanze Kurz, Frank Rieger: “Arbeitsfrei – Eine Entdeckungsreise zu den Maschinen, die uns ersetzen”

Die Automatisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche hat heute schon Ausmaße angenommen, die vielen von uns gar nicht bewusst sind. Sie werden weiter unsere Arbeits- und Lebensbedingungen verändern, und es liegt an uns, ob wir uns diesen Veränderungsprozessen aktiv stellen oder es vorziehen, die Augen zu verschließen und darauf zu hoffen, dass die Automatisierungswellen uns und unseren Arbeitsplatz nicht (oder nicht so bald) treffen werden.

Constanze Kurz und Frank Rieger sind für ihr neues Buch „Arbeitsfrei“ zu den Maschinen gereist, die unsere Arbeit (und damit uns) bereits heute ersetzen. Im ersten Teil ihres Buches zeigen sie am scheinbar simplen Beispiel der Herstellung eines Brotes, wie sehr die Automatisierung auch im agrarischen Bereich Fuß gefasst hat. Auf diese Weise wird das Ausmaß der Roboterisierung von Anbau, Pflege, Ernte, Mehlproduktion, Laborarbeit, Verarbeitung und Produktion bis hin zu den Transportwegen in die Läden und Supermärkte in seiner ganzen Komplexität vor Augen geführt.


David Hume: “Ein Traktat über die menschliche Natur” (in 2 Bänden)

Das „Traktat über die menschliche Natur“ erschien in den Jahren 1739 und 1749, zunächst anonym veröffentlicht, in drei Büchern unter den Titeln „Of the Understanding“, „Of the Passions“ und „Of Morals“. Der schottische Philosoph Hume (1711-1776) gilt zurecht als der Hauptvertreter des Empirismus im 18. Jahrhundert.

Humes „Treatise of Human Nature“ beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Bedingung und Begründung menschlicher Selbst- und Welterkenntnis. Insofern richtet sich das Traktat zum einen gegen den Rationalismus und die bislang geltende Metaphysik, zum anderen kann Humes „Traktat“ als Begründungsschrift einer neuen menschlichen Geisteswissenschaft – oder Anthropologie – gelesen werden.


Akira Iriye, Jürgen Osterhammel (Hg.): “Geschichte der Welt – Band 6: Die globalisierte Welt 1945 bis heute”

Das neue sechsbändige Werk zur Weltgeschichte, das zeitgleich im C.H. Beck-Verlag und in der Harvard University Press erscheint, verabschiedet sich von den alten Traditionen der Geschichtswissenschaft, die Weltgeschichte als eine Geschichte des Aufstiegs und Niedergangs einer kleinen Zahl von „Hochkulturen“ erzählt.

Der lange Zeit vorherrschende Eurozentrismus in der Historiographie wird mit diesem großen Wurf mutiger Historiker aus Deutschland, den USA und anderen Ländern aufgegeben zugunsten eine neuen Geschichtsschreibung, die versucht allen Erdteilen in gleicher Weise gerecht zu werden und den Entwicklungen auf den anderen Kontinenten durch eine verbindende und übergreifende Geschichtsschreibung gerecht zu werden.


Reiner Ruffing: “Deutsche Literaturgeschichte”

Es gibt Autoren, deren Name in ihrem Fachbereich wie eine Marke für Qualität steht. Reiner Ruffing ist ein solcher Autor, der sich durch hervorragende Einführungen in die Literaturwissenschaft und Philosophie einen Namen gemacht hat. Kurz gesagt: Wo „Ruffing“ draufsteht, darf man höchste Qualität erwarten. So wird man auch bei dem vorliegenden Titel „Deutsche Literaturgeschichte“ nicht enttäuscht.

Diese Einführung in die deutsche Literaturgeschichte ist in erster Linie für Studenten der Literaturwissenschaft gedacht. Die angenehme Lektüre dieses Lehrbuchs ist sowohl der mehrspaltigen und sehr gefällig gestalteten Aufmachung der Bände aus der Reihe „UTB basics“ zu verdanken als auch dem ansprechenden und leicht lesbaren Schreibstil des Autors.


John Gaskin: “Wo Thales in den Brunnen fiel – Ein Philosophischer Reiseführer in die Antike”

Auch wenn die deutsche schreibende Zunft kräftig aufholt und dazulernt, scheint es nach wie vor das Privileg anglo-amerikanischer Autoren zu sein, spannende und gut lesbare Sachbücher zu schreiben.

Wer würde auf die Idee kommen, einen „Philosophischen Reiseführer durch die Antike“ als spannende Lektüre zu bezeichnen? Doch der nun im Primus-Verlag erschienene Titel „Wo Thales in den Brunnen fiel“ hat das Zeug zu einem echten Bestseller. Warum?

John Gaskin war lange Jahre Professor für „Naturalistic Philosophy“ am Trinity College in Dublin, bevor er begann, Vorlesungen an den antiken Originalschauplätzen in Griechenland zu halten, die großen Anklang fanden. Seine Spezialgebiete waren die klassische Philosophie, Epikur, Hobbes, David Hume sowie Religionsphilosophie.


Cornelius Hartz: “Antike in 60 Minuten”

Wir leben in einer beschleunigten Zeit. Ein schnelles Leben verlangt nach schnellen Hilfsmitteln und besonderen Maßnahmen. Ein solches Hilfsmittel stellt die Buchreihe „In 60 Minuten“ des Thiele-Verlags dar. In nur einer Stunde erhält man einen ersten Einstieg in ein Thema.

Cornelius Hartz hat sich nun im Rahmen dieser Reihe an die Antike gewagt. „Antike in 60 Minuten – geht das überhaupt?“ fragt er dann auch gleich zu Beginn seines Intros und gibt sogleich sich selbst und uns Lesern die Antwort: „Im Prinzip schon. Man muss sich nur sehr konzentrieren.“ Und dies ist in zweifacher Hinsicht zu verstehen. Einerseits sind die Fakten auf diesen kleinformatigen knapp 120 Seiten sehr verdichtet und man muss sehr genau lesen. Andererseits ist natürlich eine eher mehr als weniger starke Reduktion der umfänglichen Informationen nötig.


Micaela Jary: “Das Bild der Erinnerung”

Im Jahre 2010 wird ein bislang als verschollen geltendes Bild des bekannten jüdischen Malers Leo Reichenstein zur Kunstauktion eingeliefert. Die junge Kunsthistorikerin Anna Falkenberg wird damit beauftragt, eine Expertise zu erstellen, um die Provenienz des Gemäldes zu ergründen und seine Originalität zu bestätigen.

Doch so einfach diese Aufgabe klingt, so sehr bringt sie Annas Leben durcheinander – und am Ende wieder auf eine völlig neue und schöne Art und Weise zusammen. Die Suche nach den früheren Besitzern des Bildes und die Galeriestempel auf der Rückseite führen sie weit in die Vergangenheit zurück: bis in das Jahr 1946, in das Berlin der Nachkriegszeit. Dass die Suche nach der Herkunft des Bildes gleichzeitig zur Suche nach den eigenen familiären Wurzeln werden sollte, kann Anna nicht ahnen.

Micaela Jary wurde zu diesem Roman durch die Erinnerung und die Erzählungen ihres Vaters, des berühmten Film- und Schlagerkomponisten Michael Jary, angeregt. Er hatte die Nachkriegszeit in der zerbombten Reichshauptstadt unmittelbar erlebt und durch seine Erzählungen diesem Roman seiner Tochter eine Fülle an Details geliefert, die man nicht aus Geschichtsbüchern lernen kann. Auf diese Weise zeichnen sich gerade die Berliner Episoden dieses Romans durch eine große Lebendigkeit aus.


Joachim Zelter: “Einen Blick werfen – Literaturnovelle”

„Herr Schrieftsteller!“ So ruft man dem Autor hinterher, um ihn aufzuhalten. Selim Hacopian hat ein Buch geschrieben. Ob der Herr Schrieftsteller nicht einmal einen kurzen Blieckauf das Geschriebene werfen könne.

Was zunächst wie die harmlose, wenn auch lästige Annäherung eines dilettierenden Lesers an sein literarisches Vorbild klingt, weitet sich in dieser schönen „Literaturnovelle“ von Joachim Zelter schnell zu einem Albtraum aus, dem der Autor nur mit größter Mühe entkommt.

Selim Hacopian hat ein Buch geschrieben. Dieser Mann, der als Praktikant in einer Bücherei arbeitet, in der er wahrscheinlich auch die Werke Zelters entdeckt und lieben gelernt hat, stammt aus Usbekistan und kann einen wirklich beeindruckenden Lebenslauf vorweisen: Seine Tätigkeiten als Koch, Barbier, Napoleondarsteller, Elefantendompteur, Konsul,… lassen einen auferegenden Lebenswandel vermuten.


Rebekka Reinhard: “Schön! – Schön sein, schön scheinen, schön leben – eine philosophische Gebrauchsanweisung”

Was ist schön? Liegt Schönheit, wie David Hume meinte, im Auge des Betrachters? Ist sie also nichts als eine subjektive Empfindung, basierend auf sinnlichen Reizen? Oder gibt es ein objektiv Schönes, das sich beschreiben und erfahren lässt? Platons Ideenhimmel kennt natürlich auch die Idee des Schönen, doch ist dies eine Vorstellung, mit der wir heute noch umgehen können?

Giordano Bruno, Descartes, Hobbes und Hume haben sich von dieser objektiven Sichtweise abgewandt und Schönheit als den Auslöser einer angenehmen subjektiven Empfindung begriffen, den wir mit dem Attribut “schön” assoziieren. Doch genau in dieser Subjektivität der Beurteilung liegt ein Problem. Denn was wir als schön empfinden, soll immer auch gleichzeitig als objektiver Standard für Schönheit taugen; Kant spricht in diesem Zusammenhang von einer „subjektiven Allgemeinheit“.


Interview mit Rebekka Reinhard auf der Frankfurter Buchmesse 2013

Was ist schön? Was hat es mit dem gängigen Schönheitsideal auf sich? Wie kann man den schönen Schein vom schönen Sein unterscheiden? Was ist eine schöne Seele? Was ist ein schöner Geist? Wie kann man ein schönes Leben führen? -

Diese und viele weitere Fragen beantwortet Rebekka Reinhard nicht nur in ihrem neuen Buch “Schön!”, sondern auch in dem Gespräch, das wir mit ihr auf der Frankfurter Buchmesse geführt haben. Sie können dieses halbstündige Interview hier in voller Länge lesen.

 


Hermann Kurzke: “Georg Büchner – Geschichte eines Genies”

Morgen am 17. Oktober 2013 vor 200 Jahren wurde Georg Bücher geboren. Die Kürze seines Lebens, das gerade einmal 23 Jahre währte und viel zu früh von einem schrecklichen Typhustod beendet wurde, steht im krassen Gegensatz zu der Bedeutung, die Georg Büchners Werk für die deutsche Literatur ausmacht.

Der Autor der Theaterstücke, „Dantons Tod“, “Leonce und Lena“ und „Woyzeck“, der Erzählung „Lenz“ sowie der Verfasser der politischen Flugschrift des „Hessischen Landboten“ mit der berühmten Formel „Friede den Hütten, Krieg den Palästen!“ war zeit seines Lebens ein Außenseiter, der radikaler und aufsässiger, romantischer und wilder als alle anderen deutschen Dichter Leben und Werk miteinander verband.


Peter Hook: “Unknown Pleasures – Die Joy Division Story”

Jene Gruppe jüdischer Frauen, die in den KZs den Nazi-Schergen mit sexuellen Dienstleistungen „Freude“ bereiten mussten, die so genannte „Joy Division“, deren Name aus einem Roman des jüdischen Autors Ka-Tzetnik 135633 stammt, hat es wirklich gegeben. Diese „Freuden-Abteilung“ der Nazis diente auch als Namensgeber für die wohl einflussreichste nordenglische Kultband der späten 1970er und frühen 1980er Jahre: Joy Division.

Joy Division – der Name klang düster und sein grausamer historischer Hintergrund machte die Sache nun auch nicht besser. Wieviel in einem Namen steckt, zeigt dieses Beispiel auf anschauliche Weise. Denn fast hätten sich die Jungs aus Salford „Slaves of Venus“ genannt, was eine komplett andere Story gewesen wäre, ja womöglich wäre sogar die Musikgeschichte anders geschrieben worden…


Friedrich Christian Delius: “Die linke Hand des Papstes”

F.C. Delius beschäftigt sich in seiner neuen Novelle mit der Beobachtung der linken Hand des Papstes. Der Erzähler ist ein pensionierter Archäologe, der sich in Rom als Fremdenführer verdingt. Während einer kurzen Pause in einer protestantischen Kirche wird er aus dem Augenwinkel eines fremden Besuchers gewahr, der sich nicht nur durch seine Kleidung und sein Auftreten von den anderen Kirchgänger unterscheidet, sondern sich beim genaueren seitlichen Hingucken als der amtierende Papst der katholischen Kirche entpuppt. – Der Papst besucht eine protestantische Kirche?


John Stuart Mill: “Bildung und Selbstentfaltung – Ausgewählte Werke. Band 2″

Der schottische Philosoph John Stuart Mill ist nicht nur einer der wichtigsten Vertreter des Utilitarismus, sondern er betrachtete auch zeitlebens die Bildung als den geeignetsten Weg des Menschen zu seiner Selbstentfaltung. Somit ist es naheliegend, den zweiten Band der ausgewählten Werke John Stuart Mills diesem Hauptbereich seiner philosophischen und sonstigen Tätigkeit zu widmen.

Bildung als das Fundament einer Gesellschaft dient nicht nur der Erziehung des Einzelnen, sondern natürlich auch als Basis für das Zusammenleben. Nur ein gewisses Maß an Bildung gewährleistet auch die Anerkennung und Durchsetzung von ethischen Werten in einer Gesellschaft.

Als Mittel zur Selbstentfaltung eines individuellen Charakters schafft erst die Bildung – hier verstanden als Ausbildung – die nötigen Voraussetzungen.


Michael Hofmann (Hg.): Aufklärung – Epoche Autoren Werke”

Die Aufklärung war der „Austritt des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“, wie Kant es ausdrückte. Die Zeit der Aufklärung genießt als Brückenepoche der abendländischen Kultur und als Vorbereiter der Französischen Revolution von 1789 seit langem die Aufmerksamkeit der Forschung. Dementsprechend zahlreich sind die Publikationen, die sich mit der Aufklärung als ganzer oder mit Einzelthemen der Zeit der Aufklärung beschäftigen.

Warum sollte man also das vorliegende Buch über die Epoche der Aufklärung, die wichtigsten aufklärerischen Autoren und ihre Werke einer besonderen Untersuchung unterziehen? Zunächst stehen der Wissenschaftsverlag WBG sowie der Herausgeber dieses Sammelbandes für wissenschaftliche Seriosität: Prof. Dr. Michael Hofmann ist Germanist und lehrt an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Paderborn.


Kayt Sukel: Schmutzige Gedanken – Wie unser Gehirn Liebe, Sex und Partnerschaft beeinflusst”

Die Gehirne von Mann und Frau seien mit zwei Glockenkurven vergleichbar, die unterschiedliche Bereiche stärker betonen, sich aber an vielen Stellen überschneiden. Neurobiologen wie Larry Cahill sind sich heute sicher, dass simple Dichotomien wie „Mars“ und „Venus“ die Disparität der neurophysiologischen Dispositionen von Männern und Frauen in den Bereichen Sex, Liebe und Partnerschaft nur unzureichend charakterisieren.

Ein schlaues und sehr gut verständlich geschriebenes Buch von Kayt Sukel ist jetzt in deutscher Übersetzung im Primus-Verlag erschienen und befasst sich genau mit diesen Fragen, die uns – seien wir mal ehrlich – eigentlich alle betreffen.


Marcel Reich-Ranicki (Hg.): “Frauen dichten anders”

Frauen sind anders als Männer. Sie denken, handeln und verhalten sich anders, und natürlich schreiben und dichten sie auch anders. Viele Faktoren zeichnen dafür verantwortlich, dass Frauen die Welt anders wahrnehmen und interpretieren. Was die Gender-Forschung heute als anerzogenes Geschlechterverhalten beschreibt und anklagt, war in früheren Jahrhunderten eine übliche Praxis. Von der Erziehung und soziokulturellen Eingrenzung bis zum geschlechtsspezifischen Rolle war die Frau auf eine andere gesellschaftliche Position festgelegt als der Mann. Mit dieser festgelegten Rolle prägte sich auch eine typisch weibliche Perspektive aus, die grundverschieden von der des Mannes war.


Hans Ulrich Seeber (Hg.): “Englische Literaturgeschichte”

Wir Deutschen sind stolz auf unsere Sprache und auf unsere Literatur. Literaturgeschichte als eine wissenschaftliche Betrachtungsweise ihrer zeitlichen Entwicklung ist eine mindestens ebenso spannende Lektüre wie der Genuss einzelner Werke großer Schriftsteller.

Was für die deutschsprachige Literatur gilt, darf mindestens im gleichen Maße für die Geschichte der englischen Literatur gelten.

 


David Edmonds, Nigel Warburton: “Philosophy Bites”

Der Dialog ist seit Sokrates und Platon der Prototyp des philosophischen Gesprächs. Im Diskurs werden philosophische Fragen erörtert. Diese Form philosophischer Erkenntnissuche kann sowohl in eigener Praxis geübt, als auch mit Erkenntnisgewinn rezipiert und reflektiert werden.

Die Podcast-Interview der englischen Gesprächsreihe „Philosophy Bites“ griff genau diese Idee auf, als man 2007 begann, bekannte Philosophen zu aktuellen Themen zu interviewen und diese Interviews auf der Website (www.philosophybites.com) zu posten. – Auf dieser Website kann man übrigens alle Interviews im Original hören und/oder den Podcast abonnieren.


John Stuart Mill: “Freiheit und Gleichberechtigung – Ausgewählte Werke. Band 1″

Mills Freiheitsphilosophie steht im Mittelpunkt des vorliegenden Bandes. Eng verbunden mit dem utilitaristischen Prinzip und der zentrale Leitgedanke des Utilitarismus ist der Begriff der Freiheit. Alle Handlungen müssen frei von gesellschaftlichen und religiösen Konventionen sein, um im Sinne des Utilitarismus ihre optimale Wirkung erzielen zu können. Die freie Entfaltung des Menschen muss gewährleistet sein.

Hierzu gehört auch der für die damalige Zeit noch ungewohnte Gedanke der Gleichberechtigung der Geschlechter. John Stuart Mill darf hier zu Recht zusammen mit seiner Frau Harriett Taylor als Wegbereiter der emanzipatorischen Bewegungen im viktorianischen England der Mitte des 19. Jahrhunderts angesehen werden.


Rödiger Voss: “Wissenschaftliches Arbeiten”

Dr. Rödiger Voss ist Professor für Wirtschaftslehre und Lernmanagement an der HWZ, der Hochschule für Wirtschaft in Zürich. Vielleicht hat ihn der tägliche Umgang mit den Erzeugnissen (mehr ode r minder) wissenschaftlicher Arbeiten seiner Studenten dazu gebracht, sich einmal grundsätzlich mit einer systematischen Darstellung der Anforderungen einer wissenschaftlichen Arbeit zu beschäftigen und auf diese Weise den Studienanfänger eine Starthilfe mit auf den Weg zu geben.

Neben dem Produkt (der wissenschaftlichen Arbeit) steht in seinem Handbuch aber vor allem der Prozess der Anfertigung einer solchen Arbeit im Zentrum der Aufmerksamkeit. Besonders schön ist an diesem Arbeitsbuch, dass es auch die wissenschaftlichen Grundlagen miteinbezieht, was viele andere Ratgeber zum Thema leider nicht machen: Was sind die Grundelemente des wissenschaftlichen Arbeitens? Was unterscheidet Thesen, Hypothesen und Urteile voneinander? Was sind die Merkmale von Wissenschaftlichkeit?


Peter Singer: “Praktische Ethik”

Seit Jahrzehnten gehört Peter Singerunbestritten zu den wichtigsten Philosophen unserer Zeit. Sein Buch „Praktische Ethik“ (Practical Ethics) erschien erstmals im Jahre 1979 und gehört seitdem ebenfalls zu den Standardwerken der praktischen Philosophie.

Nun ist die dritte Auflage von Singers „Praktische Ethik“ in der deutschen Übersetzung bei Reclam erschienen. Für die neue Auflage wurde das Werk nicht nur grundlegend überarbeitet, sondern von Singer durch ein zusätzliches Kapitel über den Klimawandel erweitert.


250. Geburtstag von Jean Paul Friedrich Richter am 21. März 2013

Am 21. März 2013 feiern wir Jean Pauls 250. Geburtstag. Doch wer war dieser Jean Paul, der eigentlich Johann Paul Friedrich Richter hieß? Vor 250 Jahren im kleinen oberfränkischen Wunsiedel geboren und 62 Jahre später in Bayreuth gestorben, kann man zurecht behaupten, dass Jean Paul sein Leben dem Schreiben gewidmet hat.

Sein Nachlass wird von der Staatsbibliothek Berlin Stiftung Preußischer Kulturbesitz bewahrt. Mit ca. 40.000 Seiten gehört er zu den umfangreichsten aus der klassischen Literaturepoche. Nachdem Johann Paul zunächst von der Mutter zu einem Theologiestudium gedrängt wurde, brach er schon bald das ungeliebte Studium ab und widmete sich – für den Rest seines Lebens – dem Schreiben.

Der Erfolg gab ihm Recht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam mit dem „Hesperus“ 1795 der große Durchbruch. Der Roman wurde der größte Erfolg seit Goethes „Werther“. Danach war Jean Paul zu einem eigenen Witz und mit den zum Teil sonderbaren Figuren seiner „zweiten Welt“ zu einem lebenden Klassiker der deutschen Literatur, wenngleich seine Werke in ihrer ausufernden Umfänglichkeit oft schwierig zu lesen waren und von vielen nicht verstanden wurden.


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