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Rezensionen von Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften

Aktuelle Rezensionen

kulturbuchtipps.de veröffentlicht regelmäßig Rezensionen zu neuen Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften.

Bereits 1802 hatte August Wilhelm Schlegel eine sehr dezidierte Meinung, was Neuerscheinungen betrifft… – Wir betrachten es daher als eine wichtige kulturelle Aufgabe, die Spreu vom Weizen zu trennen und Ihnen hier die wichtigsten und lesenswerten Sachbücher aus der geradezu unüberschaubaren Menge an Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt vorstellen.


Hier sehen Sie eine kurze Zusammenfassung der aktuellen Rezensionen bei kulturbuchtipps.de:


Ralf Konersmann: „Wörterbuch der Unruhe“

In seinem vielbeachteten Buch Die Unruhe der Welt (2015) machte sich der Philosoph Ralf Konersmann auf die Suche nach einer Genealogie der Unruhe. Nun folgt mit dem Wörterbuch der Unruhe ein zweiter Band, der sich mit dem kulturellen Phänomen der Unruhe beschäftigt.

„Im Unterschied zu der vor zwei Jahren veröffentlichten Monographie, die den historischen Gesamtzusammenhang entrollt, konzentriert sich das Wörterbuch auf ausgesuchte Themen, auf Austragungsorte und Schauplätze der Unruhe“, schreibt Ralf Konersmann in seiner Einleitung. Das Wörterbuch liefert „also nicht das Gleiche noch einmal, sondern [setzt] eigene Schwerpunkte auf der Basis [bislang] ungenutzter Quellen“.

Warum aber ein Wörterbuch? — Ralf Konersmann folgt in diesem Punkt der Sichtweise von Roland Barthes, der in seinen Mythen des Alltags bereits 1957 meinte, es gäbe „nichts Beruhigenderes als ein Wörterbuch“. Wörterbücher vermitteln eine scheinbare Stabilität der Begriffe und somit der Verhältnisse. „Wörterbücher wollen Felsen in der Brandung sein, Orte der Verlässlichkeit, der gesicherten Information und der anerkannten Tatsachen.“


Dudenredaktion (Hg.): „Der Duden — Band 1: Die deutsche Rechtschreibung“

Dick, schwer und solide liegt die 27. Auflage des Duden auf dem Tisch. Da könnte ein mittleres Erdbeben den Berliner Boden erschüttern, der Duden würde sich um keinen Zentimeter von der Stelle bewegen. Eine derartige Präsenz und Materialität macht sinnlich: Sanft streichen die Finger über den festen Einband, vorsichtig öffnen sie das neue Buch, durchblättern ehrfürchtig die ersten Seiten und landen beim ersten lexikalischen Eintrag: „a = 1Ar; Atto…“, was auch immer das bedeuten möge.

Zuvor mussten jedoch 160 Seiten überwunden werden mit Hinweisen zur Wörterbuchbenutzung, den Abkürzungen, wichtigen grammatischen Fachausdrücken, zu den wichtigsten Regeln der deutschen Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung sowie einige Anmerkungen zur Textverarbeitung, zum Schreiben von E-Mails und Geschäftsbriefen, zum Zeichenkanon für die Textkorrektur, der Umsetzung der amtlichen Rechtschreibregelung in Pressetexten und schließlich ein paar auflockernde Fakten und Zahlen zur deutschen Sprache.


Christoph Wetzel: „Das Buch der Kunst“

Viele Autoren haben sich immer wieder daran versucht, eine Einführung in die Kunstgeschichte zu schreiben. Mit wechselndem Erfolg und meistens nur zum Teil gelungen. Diese Einführung macht und ist eine Ausnahme. Christoph Wetzel hat mit seinem „Buch der Kunst“, erschienen bei Reclam, das Unmögliche möglich gemacht: die Vermittlung von solidem kunsttheoretischen, kunstgeschichtlichen und kunstästhetischen Grundwissen. Das Ganze auf gut 550 Seiten inklusive Anhang.

Bereits in der 5. Auflage ist dieses Kompendium nun im Juli 2017 erschienen; fünf Auflagen, das spricht für die Popularität und Qualität dieses Titels. Und in der Tat handelt es sich um ein sehr gelungenes Projekt. Was an diesem Buch besticht und überzeugt, sind vor allem der interessante Ansatz sowie die ansprechende Gestaltung des Inhalts.


Dorothee Nolte: „Wilhelm von Humboldt — Ein Lebensbild in Anekdoten“

Wenn man sich ein Bild von einem Menschen machen möchte, so ist ein tabellarischer Lebenslauf gewiss nicht geeignet, eine realistische Vorstellung zu bekommen. Viel schneller führen Erzählungen von Menschen, die mit ihm bekannt sind, zum Ziel. Mit anderen Worten sind vor allem kleine Anekdoten in der Lage, auf angenehme Weise eine Vielzahl von Eckpunkten zu markieren, die jene Persönlichkeit und ihren Charakter umreißen.

Eine solche Annäherung an eine Berühmtheit der Deutschen Klassik liefert Dorothee Nolte in einem hübschen kleinen Büchlein, das jetzt pünktlich zu Wilhelm von Humboldt 250. Geburtstag erschienen ist.


Gert Scobel: „Der fliegende Teppich — Eine Diagnose der Moderne“

Es macht keinen Sinn, weiter um den heißen Brei herumzuschleichen: Wir bewegen uns auf unsicherem Terrain. Wir haben den festen Boden unter unseren Füßen längst gegen einen fliegenden Teppich eingetauscht, meint Gert Scobel in seinem vorliegenden Buch mit dem gleichlautenden Titel.

Teppich wäre ja noch okay, aber muss es denn gleich ein fliegender Teppich sein?! Das klingt gefährlich und unsicher. Doch so denken nur Angsthasen, denn ein fliegender Teppich bietet auch jede Menge Chancen. Zuallererst kann er uns in Windeseile von A nach B bringen, ohne dass wir uns über verstopfte Autobahnen und ausfallende Zugverbindungen Gedanken machen müssten. Auch der ökologische Fußabdruck ist bei der Reise mit einem fliegenden Teppich aller Wahrscheinlichkeit nach zu vernachlässigen.


Colin Ellard: „Psychogeografie — Wie die Umgebung unser Verhalten und unsere Entscheidungen beeinflusst“

Psychogeografie, dieser Begriff macht zunächst neugierig. Dabei weiß eigentlich jeder instinktiv, worum es geht: Unsere Umgebung wirkt auf uns, ganz banal formuliert. Besonders deutlich wird dies deutlich, wenn wir uns mit Architektur beschäftigen, und ganz besonders deutlich, wenn wir an die Wirkung eines Kirchenraumes denken.

Die Sakralität des Ortes geht nicht zuletzt von dem umbauten Raum aus und ist geradezu mit Händen zu greifen. Dasselbe gilt grundsätzlich auch für alle anderen Räume, in denen wir uns bewegen und aufhalten, wenn auch mit einer graduell schwächeren Wirkung. Die wahrnehmungs- und neuropsychologische Disziplin, die sich mit der Wirkung von Räumen beschäftigt, wird neuerdings unter dem Begriff Psychogeographie zusammengefasst.

Colin Ellard ist einer der Protagonisten auf diesem Forschungsfeld. Als Neurowissenschaftler und Experimentalpsychologe forscht und arbeitet er an der renommierten kanadischen University of Waterloo und leitet dort das Urban Realities Laboratory, eine interdisziplinäre Einrichtung von Neurowissenschaftlern und Stadtplanern.


Hansdieter Erbsmehl: „Habt Ihr noch eine Photographie von mir? — Friedrich Nietzsche in seinen fotografischen Bildnissen“

Friedrich Nietzsche ist nach wie vor ein Philosoph, der durch seine Schriften wie durch seine Person fasziniert. Davon zeugen die zahlreichen Publikationen, die sich mit seinem Werk auseinandersetzen und es für die Gegenwart fruchtbar zu machen versuchen, nicht zuletzt das jüngst vom Philosophie-Magazin herausgegebene Sonderheft zu Nietzsche.

Eine besonders spannende Publikation ist nun als Band 3 der Schriftenreihe zum Nietzsche-Archiv beim Wallstein-Verlag erschienen; es befasst sich mit den fotografischen Bildnissen Friedrich Nietzsches.


Thomas Bleitner: „Frauen der 1920er Jahre — Glamour, Stil und Avantgarde“

Unsere Zeit bildet sich viel auf ihre Errungenschaften ein bezüglich der Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft. Bis dahin war es ein langer Weg, und dass all diese Errungenschaften nicht einfach nur vom Himmel gefallen sind, ist klar. So haben starke Frauen bereits vor gut hundert Jahren den Weg geebnet, indem sie überkommene Konventionen über Bord warfen, die Fesseln sprengten und einfach ganz Frau waren.

Thomas Bleitner stellt in dem vorliegenden Buch Frauen aus den Bereichen Kunst und Literatur, Society und Mode, Fotografie und Film, Cabaret und Tanz, Abenteuer und Sport vor, die in den 1920er Jahren für großes Aufsehen sorgten und damals die Wichen stellten für eine neue Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Die Weimarer Republik war der demokratische Versuch, nach dem Zusammenbruch der Monarchien in Europa eine neue Gesellschaft zu bauen. Was auf dem Feld der Politik mehr schlecht als recht gelang, wurde im gesellschaftlichen Bereich umso erfolgreicher angepackt.


Hans-Dieter Gelfert: „Was ist ein gutes Gedicht? — Eine Einführung in 33 Schritten“

Was ist ein gutes Gedicht? — Die meisten dürften spontan denken, ein gutes Gedicht ist eines, das mir gefällt. Doch so leicht darf man es sich nicht machen, gerade wenn es um moderne und freie Lyrik geht. Jene Texte sind einerseits stark verdichtet (das ist ja die Bedeutung von Dichtung), andererseits sind viele lyrischen Texte gerade deshalb auch schwer zugänglich.

Irgendwie auch ein wenig anstrengend, wie moderne Kunst auch manchmal ziemlich anstrengend sein kann. Wahrscheinlich gibt es bei den meisten Gedichten einen tieferen Sinn, der dem flüchtig Lesenden verschlossen bleibt. Es sei denn, man fände mal eine wirklich gute und leicht zu lesende Einführung in die Lyrik auf dem Buchmarkt…


Boris von Brauchitsch (Hg.): „Ohne Motor — Das Fahrrad im alten Berlin“

Heute sind Fahrräder auf den Berliner Straßen so alltäglich wie der Döner an der Ecke. Mit anderen Worten fällt es heute niemandem mehr auf, wenn ein Rad vorbeifährt. Das war mal anders.

Der Fotograf und Autor Boris von Brauchitsch hat (wieder einmal) in den Tiefen des Bildarchivs der bpk gewühlt und (zum zweiten Mal: wieder einmal) einen bezaubernden Bildband herausgegeben, der (zum dritten Mal: wieder einmal) in der Edition Braus erschienen ist: „Ohne Motor — Das Fahrrad im alten Berlin“.


Jürgen Osterhammel: „Die Flughöhe der Adler — Historische Essays zur globalen Gegenwart“

Adler sind schöne Tiere. Erhaben gleiten sie in großer Höhe durch die Lüfte, lassen sich von der Thermik treiben und haben trotz aller Gelassenheit, die ihr Flug ausstrahlt, stets ihre Adleraugen auf das Geschehen weit unter ihnen gerichtet. Adler haben alles im Blick und beobachten ganz genau, was sich unten am Boden tut.

Unten am Boden wird Geschichte gemacht. In einer globalisierten Welt sind wir alle als Fußvolk dazu verdammt, mitten im unübersichtlichen Getümmel unser Leben einzurichten, wenigstens bis zur nächsten Ecke zu schauen und, so gut es eben geht, den Überblick zu behalten. Mehr schlecht als recht gelingt uns das, doch die großen Zusammenhänge zu erfassen, sind wir selbst schon lange nicht mehr in der Lage.


Mark Terkessidis: „Nach der Flucht — Neue Ideen für die Einwanderungsgesellschaft“

Der Psychologe, Sozialwissenschaftler und Migrationsforscher Mark Terkessidis hat ein hochaktuelles und bemerkenswertes Büchlein in der Reihe Was bedeutet das alles? bei Reclam veröffentlicht. In ihm wirft er einen erfrischend unverkrampften und innovativen Blick auf die Bevölkerungsstruktur unseres Landes und zeigt, dass Migration keineswegs ein neues und vorübergehendes Phänomen unserer Gesellschaft ist, sondern in Gegenteil ein integraler Bestandteil unserer gesellschaftlichen DNA.

Terkessidis hat selbst einen „Migrationshintergrund“, gehört also zu jener sozialen Gruppe, bei der mindestens ein Elternteil selbst noch nach Deutschland eingewandert ist. Wer könnte also geeigneter sein, einen neuen und frischen Blick auf die „Problematik“ zu werfen; er tut dies mit viel Leidenschaft, und schnell begreift man, dass der offizielle Blick auf die Dinge nicht unbedingt der richtige sein muss, um mit dem Thema Migration umzugehen. Nicht immer ist das Problem das Problem, manchmal liegt es einfach auch nur an der falschen Perspektive.


Volker Meid: „Das Buch der Literatur“

Es gibt verschiedene Arten und Weisen, sich mit deutscher Literatur zu beschäftigen. Zunächst liegt es nahe, sich den wichtigsten und interessantesten Werken der deutschen Literaturgeschichte zu widmen, hier einen Goethe, da einen Jean Paul und danach vielleicht einen Theodor Fontane zu lesen. Die Auswahl der Lektüre kann heuristisch oder chronologisch erfolgen, man kann sich in einer gut sortierten Buchhandlung vom eigenen Bauchgefühl oder von den guten Empfehlungen befreundeter Leseratten oder professioneller Literaturkritiker inspirieren lassen.

Ein anderer Weg, sich dem komplexen Thema der deutschsprachigen Literatur zu nähern, ist sicherlich ein Nachschlagewerk, das einen Überblick über die Materie, seine Hauptvertreter und die verschiedenen Gattungen gibt. Da es sich um ein Wissensgebiet handelt, das seit vielen Jahrhunderten eine Entwicklung durchlaufen hat, ist es sicherlich auch keine schlechte Idee, sich mit der Geschichte der deutschen Literatur zu beschäftigen.


Bernd Ingmar Gutberlet: „Berlin für die Hosentasche“

Kein Berliner heißt Bernd Ingmar. Oder doch? Ha, richtig getippt: Der Autor ist kein gebürtiger Berliner, sondern Fuldaer, doch immerhin lebt er „seit den 80er Jahren“ in Berlin, wie die zweite Seite stolz verrät. Historiker sei der Bernd Ingmar und ein „passionierter Berlin-Flaneur“, sogar eine Website hat er in seiner gelegentlichen Funktion als Berlin-Stadtführer: www.berlinfirsthand.de. Fein, so haben wir gleich am Anfang schon den Werbeblock hinter uns gebracht.

Vor uns liegt ein kleines dickes Büchlein, im DINA A6-Format, dafür aber stolze 412 Seiten dick: Das soll in die Hosentasche…? Na ja, wer auf dicke Hose machen will, kann es ja mal versuchen. Doch halten wir uns nicht mit Äußerlichkeiten auf, sondern schauen wir der kleinen Dicken mal unter den Rock.

Zu uns rüber schielt ´ne kleene Brillenschlange, ganz niedlich anzusehen, vielleicht ein bisschen altklug und auch ein wenig vorlaut, aber sie weiß eine Menge über ihr Berlin, das muss man ihr lassen! (So, jetzt ist aber mal Schluss mit diesen chauvinistischen Ausfallereien… schließlich schreibt hier kein Tucholsky!)


Zygmunt Bauman: „Die Angst vor den Anderen — Ein Essay über Migration und Panikmache“

Der Krieg in Syrien, im Irak, in Afghanistan, der Klimawandel und die damit einhergehende Verarmung von Millionen Menschen in Afrika — sie sind Teil der Ursachen einer massenhaften Zuwanderung von Geflüchteten aus diesen und anderen Regionen nach Europa, vor allem nach Deutschland. Der polnische Soziologe Zygmunt Bauman, der seit Jahrzehnten in Großbritannien lebt und lehrte, hat nun eine sehr interessante Schrift über Die Angst vor den Anderen geschrieben; er selbst nennt sie einen Essay über Migration und Panikmache.

Wer die Bücher von Zygmunt Bauman kennt, der weiß, dass sich seine Texte durch einen distanzierten Blick auf die Dinge sowie durch seine Kunst auszeichnen, über die künstlich gezogenen Grenzen der einzelnen Disziplinen hinaus zu schauen und zu denken. So verbindet er oft Soziologie, Philosophie und Politik mit Kunst, Literatur und Kultur; er schreibt stets aus einer gesellschaftskritischen und globalisierungskritischen Perspektive, die seinem materialistischen Weltverständnis entsprechen. Das Grundthema der sozialen Ungleichheit durchzieht die meisten seiner Texte, es ist und bleibt sein Lebensthema.


Bernd Wedemeyer-Kolwe: „Aufbruch — Die Lebensreform in Deutschland“

Die wenigsten Kunden, die ein Reformhaus betreten, dürften sich der Tatsache bewusst sein, dass es sich hierbei um ein Relikt der Lebensreform-Bewegung handelt, die bereits im Deutschen Kaiserreich in vielschichtiger Weise und auf den verschiedensten gesellschaftlichen Ebenen als anti-moderne Protestbewegung entstand.

Ebenso wird, wer heute auf die sanften Heilverfahren der Naturheilkunde setzt, sich mit Yoga und mit Hilfe einer ausgewogenen und überwiegend vegetarischen Ernährung in der Balance halten will oder auch die Kraft der Sonne und des Lichts als heilsam empfindest, ahnen, dass auch er auf Elemente der Lebensreform zurückgreift, die seit über hundert Jahren in Deutschland angewandt werden.

Unter dem Motto „Zurück zur Natur“ (Rousseau) oder auch „Zurück o Mensch, zu Mutter Erde“ setzte sich die Lebensreformbewegung „der negativ gedeuteten, durch Verstädterung und Kapitalismus geprägten modernen Industriegesellschaft ein positives soziales Utopia entgegen“, schreibt Bernd Wedemeyer-Kolwe, Historiker und Sportwissenschaftler, in seiner jetzt bei der WBG erschienenen Abhandlung „Aufbruch — Die Lebensreform in Deutschland“.


David Sax: „Die Rache des Analogen — Warum wir uns nach realen Dingen sehnen“

Es scheint letztlich eine Bestätigung des Materialismus zu sein, wenngleich in umgekehrter Richtung: Wir brauchen das Materielle, das Analoge, wie es David Sax im Gegensatz zum Digitalen nennt, welches alle Lebensbereiche durchdringt, das Analoge allzu gerne verdrängen möchte und am Ende an dieser Aufgabe scheitert. Das Ephemere, das Scheinbare und Virtuelle, das Transparente und allzu Durchsichtige des Digitalen bleibt am Ende nur ein Sublimat, ein Supplement der analogen Wirklichkeit.

David Sax hat mit seinem „Lob des Analogen“, wie man seine Abhandlung auch nennen könnte, ein Plädoyer für die Realität geschrieben. Eigentlich ein überflüssiges Unterfangen, wie es zunächst scheint, sind wir alle doch immer auch Teil dieser Realität, selbst wenn wir uns rund um die Uhr vor einem PC aufhielten und den Blick nicht vom Bildschirm abwendeten. Schließlich besitzen wir einen Körper, bestehen aus Fleisch und Blut, haben körperliche Bedürfnisse, brauchen die Luft zum Atmen und Nahrung zum Leben und so weiter.


Zygmunt Bauman: „Das Vertraute unvertraut machen — Ein Gespräch mit Peter Haffner“

Der polnische Soziologe Zygmunt Bauman, geboren 1925 in Posen, starb zu Beginn dieses Jahres (2017) im Alter von 91 Jahren in seinem Haus in Leeds. Mit ihm hat die Welt des Geistes einen großen Soziologen und einen der wichtigsten Denker verloren. Über weite Strecken hat Bauman die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen des 20. sowie des frühen 21. Jahrhunderts miterlebt und in seinen Werken immer wieder auf die Missstände und Fehlentwicklungen hingewiesen, die er in den Gesellschaften der „flüssigen Moderne“ beobachtete.

Im vergangenen Jahr, nur wenige Monate vor seinem Tod, hat Bauman den bekannten deutschen Journalisten und Essayisten Peter Haffner in sein Haus eingeladen und mit ihm lange Gespräche geführt. Diese Gespräche sind nun bei Hoffmann und Campe erschienen. Ohne Übertreibung darf man von einem Vermächtnis sprechen, das Bauman in diesen langen und intensiven Gesprächen der Nachwelt hinterlässt.


Philosophie Magazin Sonderheft: „Also sprach Nietzsche“

Nietzsche ist gerade mal wieder schwer in Mode. Das heißt, eigentlich ist er nie so recht aus der Mode gekommen; es gab immer wieder Philosophen und Intellektuelle, die sich auf ihn beriefen oder sich am reichhaltigen Fundus seiner Ideen bedienten.

Denn Nietzsches Texte sind, anders als die der meisten Philosophen, keine Abhandlungen über komplexe Denkmodelle, die in langer und breiter Form, zumeist auch noch recht umständlich und in schwer verständlicher Sprache verfasst, die Theorien ausbreiten und mögliche Gegenargumente mittels weiterer Ausführungen zu entkräften versuchen.

Nein, Nietzsches Texte sind in ihrer großen Mehrheit in aphoristischer Form verfasst und zeichnen sich durch eine erfrischende Interdisziplinarität aus, wie man heute sagen würde.


Marcus Reckewitz: „Über die Kunst der Trunkenheit — Plädoyer für den gepflegten Rausch“

An diesem Buch kann man sich besoffen lesen! Seine viele Fakten – und noch mehr die zahlreichen Anekdoten rund ums Trinken und die Trunkenheit beschwingen die Sinne, heben die Laune und rüsten den aufmerksamen Leser mit einem ganzen Sack voller scharfer Munition für den nächsten Smalltalk aus: Wussten Sie eigentlich, dass bereits Ramses II. vor mehr als 3000 Jahren gegen das Trinken wetterte? Natürlich nicht irgendein Trinken, sondern das Trinken alkoholischer Flüssigkeiten.

Marcus Reckewitz ist bekennender Trinker. — Na, also damit meint er jetzt nicht wirklich das abhängige und exzessive Trinken, aber doch schon mal das eine oder andere und auch mal das zweite und dritte Gläschen. Er ist bekennender Genusstrinker, ein fleißig schreibender Autor (auch unter einem Pseudonym), freier Lektor, Texter und so weiter. Als Autor von Sachbüchern im Bereich Essen und Trinken ist er Wiederholungstäter. Seine Bücher über Champagner, Trüffel und Tartar, Safran, Sushi und Prosecco verkaufen sich seit Jahren bestens, seine vor fünf Jahren (ebenfalls bei Anaconda erschienenen) „Populären Wein-Irrtümer“ weisen bereits in die alkoholische Richtung: Nun also „Über die Kunst der Trunkenheit“!


Hans-Peter Föhrding, Heinz Verfürth: „Als die Juden nach Deutschland flohen — Ein vergessenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte“

Zunächst stutzt man. Glaubt, den Titel nicht richtig gelesen zu haben. Doch dann packt einen die Neugier, und man schlägt das Buch auf, blättert ein wenig darin herum — und ist gefangen. Das Buch lässt einen nicht mehr los, denn es zieht den Leser mitten hinein in die unmittelbare Nachkriegszeit, als in Deutschland und in halb Europa (und nicht nur hier) die Welt in Trümmern lag.

Es sind zunächst die bekannten Bilder: Die Flüchtlingswellen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ziehen über Deutschland hinweg; meistens geht es nur in eine Richtung: nach Westen. Aus den zunächst von den Deutschen und dann von den heranstürmenden Sowjettruppen verwüsteten Ostgebieten strömen die Menschen nach Westen, dorthin, wo es nicht ganz so schlimm zuging im Krieg: Deutsche, Deutschstämmige, aber auch Juden sind unter diesen Flüchtlingen.

Juden, die sich während des Krieges verstecken und der sicheren Vernichtung durch die deutschen Besatzer entgegen konnten, aber auch Juden, die den nächsten antisemitischen Aggressionen vonseiten der neuen Besatzer und der durch jene angesiedelten Zivilbevölkerung in jenen Ostgebieten entgehen wollten.


Wilhelm Weischedel: „Die philosophische Hintertreppe — Die großen Philosophen in Alltag und Denken“

Für mich war jenes vorliegende Buch von Wilhelm Weischedel der Auslöser meines Interesses für Philosophie. Erstmals gelesen mit etwa fünfzehn Jahren, eröffnete mir seine Sammlung von Philosophen-Portraits eine Welt des Geistes, eine Welt des Fragens nach den Dingen, ihren Erscheinungen und den Dingen-hinter-den-Dingen, kurzum: die Welt der Philosophie. Letztlich mag dieses Buch auch jene Richtungsänderung bewirkt haben, zu deren Auswirkungen ein Studium der Philosophie und Kulturwissenschaften zählten, bis hin zu meiner heutigen Tätigkeit als Rezensent und Kulturkritiker.

„Die philosophische Hintertreppe“ ist ein Klassiker, und als solcher gehört er in dieselbe Kategorie wie Gustav Schwabs „Sagen des klassischen Altertums“ oder Egon Friedells „Kulturgeschichte der Neuzeit“. Erstmals erschienen 1966 bei der Nymphenburger Verlagshandlung, wurde es schnell zu einer beliebten Einführung in die Philosophiegeschichte, und erscheint nun in der fünften Auflage bei Lambert Schneider.

Wilhelm Weischedel (1905 – 1975) war Professor für Philosophie an der FU Berlin. Er war Existenzialist und Skeptizist, und als Geisteswissenschaftler der 1950er und 1960er Jahre stand er auf der Seite der Guten; ein wichtiges Thema war für ihn u. a. die Aufarbeitung des Nationalsozialismus.


Wolfgang Brenner: „Zwischen Ende und Anfang — Nachkriegsjahre in Deutschland“

Die Älteren unter uns haben vielleicht noch von ihren Eltern, die Jüngeren von den Großeltern erzählt bekommen, wie das damals so war: nach Kriegsende und in den ersten Jahren, bevor sich 1949 die beiden deutschen Teilstaaten gründeten.

Doch was in diesen Erzählungen an uns Nachgeborene weitergegeben wurde, sind oft schiefe Bilder, die aus den eigenen Erfahrungen ganz unbewusst dasjenige herausfiltern, was nicht ins offizielle Bild (der Geschichte / der Eltern und Großeltern) passen will; und es wurden viele Details weggelassen, die für die damals Lebenden ganz selbstverständlich, für uns in anderen Umständen Aufgewachsene jedoch alles Andere als normal sind.

Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass die uns nacherzählten Nachkriegsjahre nicht mit jenem Bild übereinstimmen, welches ein Historiker aus seiner reflektierenden Distanz heraus über jene Zeit zeichnet, in der ein Volk zwischen Aufatmen und Hoffen, zwischen Erschöpfung und Vergessen-Wollen, zwischen Wut, Trauer, Verzweiflung und Überlebensglück vorsichtige erste Schritten in eine neue ungewisse Zukunft unternimmt.


Helmuth Kiesel: „Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1918 – 1933“

Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zählt rückblickend, was im Allgemeinen den Bereich der Kultur und hier im Besonderen den der Literatur betrifft, zu den produktivsten und spannendsten Phasen. Die krisengeschüttelten Jahre der Weimarer Republik scheinen einen besonders inspirierenden Einfluss auf die Schriftsteller jener Zeit gehabt zu haben.

Nach dem verlorenen Weltkrieg und dem Zusammenbruch der Monarchie befand sich Deutschland in einer Krise, die sich auf allen Ebenen der Gesellschaft, der Kultur, der Politik und der Wirtschaft offenbarte. Es herrschte einerseits eine Stimmung des Aufbruchs und Neuanfangs, andererseits waren viele Hoffnungen auf eine bessere und menschlichere Zukunft für viele illusorisch, denn die Härte der sozialen Lage war mit Händen zu greifen.

Die Politisierung der Kultur, der Kunst und natürlich auch der Literatur war die natürliche Folge dieser grundlegenden und umstürzenden gesellschaftlichen Veränderungen, die nach dem Krieg die junge Republik erfasste. Der parallel verlaufende und durch die Zerstörungen des Krieges noch beschleunigte Prozess der Modernisierung schlug in dieselbe Kerbe, indem er einerseits wenigen Menschen materiellen Wohlstand ermöglichte, die große Masse jedoch in neue Abhängigkeitsverhältnisse drängte und den Zustand sozialer Ungleichheit unverändert ließ.


Steffen Mau: „Das metrische Wir – Über die Quantifizierung des Sozialen“

Die Quantifizierung aller Lebensbereiche gehört zu den am meisten diskutierten Themen der letzten Jahre, zurecht. Mithilfe unserer kleinen elektronischen Fußfesseln, die wir den ganzen Tag bei uns tragen, können wir die eigenen Lebensdaten so genau und lückenlos erfassen wie niemals zuvor. Was die Sinnhaftigkeit einer solchen Prozedur betrifft, so wird danach nicht gefragt: Warum leckt sich der Hund seinen Schwanz? – Weil er es kann. Genau so ist es mit der flächendeckenden Erfassung unserer Daten: Sie werden erfasst und gespeichert, aggregiert und weitervermarktet. So ist das in der schönen neuen Welt des Digitalen.

Steffen Mau ist Makrosoziologe. Er forscht und lehrt an der Berliner Humboldt-Universität und befasst sich normalerweise mit einem anderen hoch aktuellen Makrotrend: der sozialen Ungleichheit. Nun hat er so ganz nebenbei ein Buch über die Quantifizierung des Sozialen geschrieben, und der Aspekt der Ungleichheit ist seine Perspektivierung des Themas.


Christiane Rösinger: „Zukunft machen wir später – Meine Deutschstunden mit Geflüchteten“

Zukunft machen wir später, das ist in diesem Fall doppelt gemeint; Futur I („Ich werde eine Ausbildung machen.“) und Futur II („Ich werde eine eigene Wohnung gefunden haben.“) sind nicht nur Zeitformen für Fortgeschrittene, sondern für die meisten Geflüchteten absolute Zukunftsmusik. In der Zwischenzeit geht es um die Gegenwart,, und die ist schon kompliziert und bunt genug. Wer immer schon einmal wissen wollte, wie der Umgang mit Geflüchteten konkret aussehen kann, findet in Christiane Rösingers neuem Buch eine aufschlussreiche Lektüre. Vor allem aber wird der Leser erfahren, mit wie viel Spaß die Helfer bei der Sache sind.

Und so haben letztlich die Migrationsbewegungen der letzten zwei Jahre dazu geführt, dass Christiane Rösinger, unsere Christiane!, einer geregelten Tätigkeit nachgeht. Nach Jahrzehnten der Zwangskreativität findet sie ihr Glück in einer beruflichen Nische, die ihr das perfekte Gleichgewicht zwischen Struktur und Freiraum bietet. Zwar handelt es sich um eine unbezahlte, dafür jedoch umso erfüllendere Tätigkeit, sie gibt Deutschkurse für Geflüchtete in Kreuzberg.


Gerhard R. Kaiser (Hg.): „Deutsche Berichte aus Paris 1789-1933 – Zeiterfahrung in der Stadt der Städte“

Ah, Paris! Die Stadt der Städte! Paris hat schon immer die Fantasien beflügelt, Emotionen geweckt und Illusionen ausgelöst. Nicht erst als die „Hauptstadt des XIX. Jahrhunderts“, wie sie Walter Benjamin nannte, verzauberte Paris die Reisenden, sondern das war wohl schon immer so. Bestimmt vermochte selbst das antike Lutetia durch seine Größe, seinen Reichtum seinen nternationalen Flair den Reisenden und Handeltreibenden magisch anziehen.

Das vorliegende Buch versammelt nun deutsche Reiseberichte aus den vergangenen 200 Jahren. Die Beziehung der Deutschen zu den Franzosen war lange Zeit von einem antagonistischen Klima geprägt. Was die einen „Kultur“ nannten, war für die anderen „civilisation“ und umgekehrt. Jeder hielt den jeweils Anderen für moralisch und kulturell (oder eben zivilisatorisch) unterlegen.

Wenn man als Nachbarland solch ein kulturelles Gegengewicht hat, kann man sich wunderbar profilieren und abgrenzen; gleichwohl schielt man immer öfter heimlich über den Zaun um zu sehen, was der Nachbar so treibt. Die Auseinandersetzung mit der Kultur des Anderen fällt dann mitunter nicht leicht, und letztlich ist es immer auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur.


Friederike v. Bünau, Hauke Hückstädt (Hg.): „95 Anschläge. Thesen für die Zukunft“

Das Lutherjahr 2017 bringt es mit sich, dass das 500-jährige Jubiläum des Thesenanschlags von Wittenberg einen bunten Rattenschwanz an Publikationen nach sich zieht, die im Fahrwasser des reformatorischen Gedankens frischen Wind in die deutschen Bücherhallen wehen sollen. Wenn man die Mehrzahl solcher Publikationen getrost übersehen kann, sollte man dem hier vorliegenden Titel seine Beachtung schenken.

Friederike v. Bünau ist Geschäftsführerin der Kulturstiftung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Hauke Hückstädt leitet das Literaturhaus in Frankfurt am Main. Diese beiden beruflichen Positionierungen verraten schon ein wenig über die mögliche inhaltliche Ausrichtung dieses Sammelbandes. Und in der Tat geht es um unsere Kultur, um die Werte, die uns verbinden, und um die Art und Weise, wie wir uns die Zukunft vorstellen.

Welche Werte sind uns wichtig? Wie leben wir eigentlich, und wie wollen wir leben? Welche gesellschaftlichen Spielregeln bestimmen unser Zusammenleben? Worauf basiert unsere Wertekultur? Ist die Gesellschaft durch die Ökonomie geprägt oder gestaltet die Gesellschaft selbst die ökonomischen Regeln?


Inge Traxler, Hans Traxler: „Unser Lichtenberg“

Schon wieder und noch eine Lichtenberg-Ausgabe?! — Ja, aber was für eine! Wir kennen Georg Christoph Lichtenberg als den großen Spaßmacher der Aufklärungszeit, und viele kennen Hans Traxler als einen genialen Cartoonisten und Mitglied der Neuen Frankfurter Schule. Seinerzeit hatte Traxler zusammen mit Robert Gernhardt, F. K. Waechter, Eckhard Henscheid und anderen die Kunstwelt gehörig aufgerüttelt.

Hans Traxler malt Lichtenberg, und seine Frau Inge sucht die Texte aus. Das klingt vielleicht banal und beliebig, ist es aber überhaupt nicht. Denn während Traxlers spitze Feder in gewohnter Manier die Aphorismen oder Textfragmente auf den Punkt bringt, ist Inge Traxlers Auswahl aus dem sehr umfangreichen und schwierig zu erschließenden Textwerk Lichtenbergs alles Andere als eklektisch.


Fred Herzog: „Modern Color“

Der Farbraum, der uns in den Fotos von Fred Herzog begegnet, nimmt den Betrachter mit auf eine Zeitreise in die 1960er Jahre. Die in dem Bildband „Modern Color“ publizierten Aufnahmen stammen aus jener Zeit und liefern ein farbiges Abbild der kanadischen Stadt Vancouver, in der Fred Herzog seit Anfang der 1950er Jahre lebt. Kurz danach veränderte die Stadt grundlegend ihr Gesicht. Insofern ist der Begriff der Zeitreise hier im doppelten Sinne zu verstehen.

Vancouver ist eine vergleichsweise junge Stadt. In den 1860er Jahren im Zuge des „gold rush“ gegründet, hat sich Vancouver bis heute immer wieder neu erfunden und auch sein Stadtbild radikal verändert. Dies Wandlungsfähigkeit muss Fred Herzog auch aufgefallen sein, so dass sein Portrait des Vancouvers der 1960er Jahre nicht zuletzt auch eine konservatorische Motivation gehabt haben mag. Doch anders als viele Fotografen seiner Zeit, griff Herzog zum Farbfilm statt zur monochromen Variante, wohl einfach aus dem Grund, weil die Farbe zum Alltag dazugehört. – „Ich malte mir aus, wie ich vielleicht fünfzig oder hundert Jahre später den Menschen zeigen müsste, wie die Stadt einmal ausgesehen hat.“ sagte Herzog einmal selbst über seine Motivation.


Georg Christoph Lichtenberg: „Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen… – Aphorismen und andere Sudeleien“

Sammlungen mit Aphorismen und Auszügen aus den Sudelbüchern Lichtenbergs gibt es zuhauf. Was bereits beim flüchtigen Durchblättern eine kurzweilige Lektüre verspricht, stellt sich in den meisten Fällen bei genauerer Betrachtung als eine mehr oder weniger beliebig getroffene Auswahl aus den Aufzeichnungen Lichtenbergs heraus, deren Qualität stark vom Herausgeber abhängt.

Die hier vorliegende Auswahl von Ulrich Joost verfolgt einen anderen Ansatz und deshalb sticht auch diese Sammlung von Aphorismen aus der Menge der Lichtenberg-Publikationen heraus. Der Germanist und Sprachwissenschaftler Ulrich Joost ist Professor an der Universität Darmstadt und hat sich über viele Jahre intensiv mit der Erforschung und Herausgabe des Werkes und vor allem der Briefe von Georg Christoph Lichtenberg beschäftigt. Mit anderen Worten, Joost kennt seinen Forschungsgegenstand sehr genau und ist demnach auch prädestiniert, eine solche Sammlung von kurzen Einträgen Lichtenbergs herauszugeben.


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