Philipp Ruch: „Der Rückfall — Der rätselhafte Triumph der NSDAP am 14. September 1930. Wie eine Demokratie in nur einer Wahlnacht sterben kann“

Der 14. September 1930 gehört zu jenen Daten der deutschen Geschichte, die im Rückblick eine geradezu unheimliche Eindeutigkeit gewinnen. An diesem Tag wurde die NSDAP von einer politischen Splitterpartei zur zweitstärksten Kraft im Reichstag. 1928 hatte sie 2,6 Prozent der Stimmen und zwölf Mandate erhalten; zwei Jahre später waren es 18,3 Prozent und 107 Abgeordnete. …

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Jens Wietschorke: „Chronist der wilden Jahre — Mit Siegfried Kracauer durch die Weimarer Republik“

Kaum eine Epoche der deutschen Geschichte ist mit so vielen Bildern überlagert worden wie die Weimarer Republik. Vor dem inneren Auge tauchen schillernde Revuetheater auf, verrauchte Caféhäuser, Charleston tanzende Paare, expressionistische Straßenschluchten, politische Straßenschlachten und jene eigentümliche Mischung aus fiebriger Aufbruchsstimmung und latenter Untergangsahnung, die im Rückblick zum Markenzeichen der zwanziger Jahre geworden ist. Doch …

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Götz Aly: „Unser Nationalsozialismus — Reden in der deutschen Gegenwart“

Es gibt in der zeitgenössischen Geschichtswissenschaft eine eigentümliche Form der Erstarrung, die sich umso verlässlicher einstellt, je monumentaler der Gegenstand wird, dem sie sich widmet. Wenn das Grauen der deutschen Jahre zwischen 1933 und 1945 verhandelt wird, betreten die Akteure zumeist ein gut ausgeleuchtetes Gehäuse des Konsenses, in dem die moralischen Koordinaten so fest verankert …

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Bianca Walther: „Die Vorkämpferinnen — Wie aus vielen Frauen eine Bewegung wurde“

Es gibt historische Daten, die im kollektiven Gedächtnis eines Landes wie plötzlich auftauchende Leuchttürme erscheinen. Der Januar 1919 gehört zu ihnen. Zum ersten Mal dürfen Frauen im Deutschen Reich wählen und gewählt werden. In vielen Darstellungen wirkt dieser Moment wie ein politischer Durchbruch, ein Ereignis, das gleichsam über Nacht eine neue Epoche eröffnet. Bianca Walther …

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Alfred Andersch: „Der Vater eines Mörders“

Alfred Anderschs letzte Erzählung „Der Vater eines Mörders“, die erst nach seinem Tod im Jahr 1980 veröffentlicht wurde, gehört zu jenen schmalen Prosawerken, deren Wirkung weit über ihren geringen Umfang hinausreicht. Auf wenigen Seiten entwirft Andersch nicht nur das bedrückende Bild einer autoritären Schulwelt in der späten Weimarer Republik, sondern zugleich eine Erinnerungsskizze eigener Jugend, …

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Heinrich Mann: „Rummelplatz Berlin“

Es gehört zu den eigentümlichen Ironien der deutschen Literaturgeschichte, dass ausgerechnet der entschiedenste Kritiker des wilhelminischen Bürgertums und seiner Machtgesten jenes Milieu mit einer fast unheimlichen Intimität beschrieb, die sich nur aus Nähe speisen kann. Heinrich Mann, der ältere Bruder des kanonisch gewordenen Thomas Mann, hat Berlin nie einfach nur bewohnt; er hat sich an …

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Uwe Neumahr: „Die Buchhandlung der Exilanten — Paris 1940. Zuflucht und Widerstand“

Die Buchhandlung der Exilanten beginnt, wie so viele große Geschichten des 20. Jahrhunderts beginnen: mit einer Tür, die sich öffnet. Man tritt ein, und es ist nicht nur ein Laden, es ist ein Versprechen. Bücherregale, die sich bis zur Decke recken, Papierstapel, Gespräche, die in der Luft hängen bleiben, weil sie zu klug oder zu …

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Helmuth Kiesel: „Schreiben in finsteren Zeiten — Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933-1945“

Auf dem Schreibtisch lag ein massiver Backstein: 1316 Seiten Text zuzüglich eines umfangreichen wissenschaftlichen Apparats, das war schon eine Ansage. Als im November 2025 „Schreiben in finsteren Zeiten“ erschien, war bereits abzusehen, dass ein gewichtiges Werk vorlag — nicht allein wegen seiner nahezu 1.400 Seiten, sondern weil ein ausgewiesener Kenner der deutschen Literaturgeschichte sich der …

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Judith Kessler: „Kann denn Liebe Sünde sein? — Auf den Spuren des Liedtexters Bruno Balz“

Judith Kesslers Buch Kann denn Liebe Sünde sein? — Auf den Spuren des Liedtexters Bruno Balz ist mehr als eine Biografie. Es ist eine Wiederbegegnung mit einer Gestalt, die das deutsche Unterhaltungslied der 1930er und 1940er Jahre geprägt hat und zugleich zu jenen gehört, die die Geschichte in ihren Fußnoten verschluckt. Bruno Balz — der …

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Christoph Poschenrieder: „Fräulein Hedwig“

Christoph Poschenrieders neuer Roman Fräulein Hedwig ist ein stilles, aber eindringliches Buch über das Schicksal einer Frau, die zwischen Jahrhundertwende und NS-Zeit in ihrer Rolle gefangen ist — als Lehrerin, als Tochter, als psychisch fragile Einzelgängerin. Fräulein Hedwig, das war Fräulein Hedwig Poschenrieder, geboren am 3. März 1884, gestorben am 25. Juli 1944. Der Roman …

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