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Rezensionen von Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften

Matthias Stolz: „Deutschlandkarte – 102 neue Wahrheiten“

Die meisten Kampfhunde gibt es in Ostdeutschland, die schlimmsten Autounfälle in Bayern und die meisten Morde in Berlin, wo sonst. Wer mehr wissen möchte, schaut auf die neuen Deutschlandkarten, die seit einigen Jahren im ZEIT-Magazin erscheinen und das Herz jedes Intellektuellen höher schlagen lassen. So bekommt man wöchentlich ein wunderbares Gesprächsthema, das die eigenen Vorurteile [...]

Berthold Franke, Ulrich Ribbert, Joachim Umlauf (Hg.): „Kanon und Bestenlisten – Was gilt in der Kultur? Was zählt für Deutschlands Nachbarn?“

Das Wort Kanon ist eine Entlehnung aus lateinisch canon = Norm, Regel, das ursprünglich aus dem Griechischen κανών, kanón = Leitfaden, Maßstab, etwas Mustergültiges, Maßgebendes stammt. Brauchen wir einen Kanon der deutschen Kultur? Sollte es einen verbindlichen Kern kultureller Wissenswerte geben, die an Schüler vermittelt werden sollen? Eine gemeinsame Kultur ist identitäts- und sinnstiftend. Daran [...]

Julius H. Schoeps (Hg.): „Preussen – Geschichte eines Mythos“

Und noch ein Preußen-Buch. Die haben in diesen Tagen Hochkonjunktur – kein Wunder, schließlich feiern wir ja den 300. Geburtstag Friedrich des Großen. Doch aus der Vielzahl von Neuerscheinungen zum Thema stricht dieser von Julius H. Schoeps, der von 1991-2007 Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam war und bis heute Direktor des Moses [...]

Annett Gröschner, Arwed Messmer: „Aus anderer Sicht – Die frühe Berliner Mauer“

„In unserem kollektiven Gedächtnis ist die Mauer ein doppelreihiges Band aus Beton, glatt, weiß und mit einem Rohraufsatz, mit einem sorgsam geharkten, leeren Todesstreifen, auf dem sich lediglich Grenzsoldaten und Kaninchen bewegen, und mit Wachtürmen, die in ihrer Einförmigkeit an die Typologien von Plattenbauten erinnern.“ So beschreiben Annett Gröschner und Arwed Mesmer, die beiden Herausgeber [...]

Markus Frenzel: „Leichen im Keller – Wie Deutschland internationale Kriegsverbrecher unterstützt“

Zum Glück gehören Kriegsverbrechen seit Mitte des 20. Jahrhunderts auf deutschem Boden der Vergangenheit an. Aber Deutschland – gerade Deutschland! – ist nach wie vor eine Drehscheibe für internationale Kriegsverbrecher. Wie das möglich ist und was im Einzelnen dahinter steckt, deckt der Reporter und ARD-Mitarbeiter Markus Frenzel in seinem Buch „Leichen im Keller“ auf. Frenzel [...]

Michael Ziegelwagner: „Café Anschluß – Als Österreicher unter Deutschen“

Eine Melange ist, wenn sie gut gemacht ist, ein kunstvolles Gemisch aus Kaffee und Milch, das den Geschmackssinn umschmeichelt und sowohl den Kaffee als auch die Milch besser schmecken lässt. Eine Melange literarischer Art, eine Sammlung von Sinneseindrücken hat der österreichische Schriftsteller Michael Ziegelwagner mit seinem Buch „Café Anschluß“ vorgelegt, in dem er seine Erlebnisse [...]

Christian Welzbacher: „Durchs wilde Rekonstruktistan – Über gebaute Geschichtsbilder“

Es ist ein schmales Buch von gerade einmal 96 Seiten, das jüngst im Berliner Parthas-Verlag erschienen ist. Aber es ist ein wichtiges, wegweisendes Buch. Der Autor, der 1970 in Offenbach geborene Christian Welzbacher, ist Kunsthistoriker und hat bereits einige interessante Bücher, vor allem über architektonische Themen, geschrieben. Die grundlegende Frage, die Welzbacher in den Raum [...]

Deutschlandstiftung Integration (Hg.): „Sarrazin – Eine deutsche Debatte“

 Thilo Sarrazin hat im vergangenen Jahr mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine Menge Staub aufgewirbelt, der auf die Integrationsfrage in Deutschland gefallen war. Obwohl die Verkaufszahlen durch die wiederholt provokanten Medienauftritte des Autors rasant in die Höhe schnellten und aus Sarrazins Anklageschrift einen Bestseller machten, ging der Schuss eigentlich nach hinten los. Anstatt [...]

Burkhard Müller: „B – Eine deutsche Reise“

„Seit es das Netzwerk der Autobahnen gibt, nehmen wir das Land nicht mehr wahr. Deutschland ist geschrumpft auf die zwei Punkte, wo man startet und wo man in längstens einem halben Tag angekommen sein will; dazwischen liegt nichts als gleichmäßig durchrollte Ödnis.“ Der Raum links und rechts der Autobahn hat im „System A aufgehört zu [...]

Cord Meckseper: „Kleine Kunstgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter“

Wie baute man im Mittelalter? Welche Unterschiede gab es zwischen den Stadtgrundrissen der Kelten, Römer, Franken, Ottonen und Staufer? Wie sahen im Mittelalter die Marktplätze aus? Welche wichtigen Gebäude gehörten neben Kirche, Rathaus, Schule und den Zunfthäusern zu jeder deutschen Stadt im Mittelalter? Worin unterschieden sich diese Gebäude und welche baulichen Elemente prägten die Architektur [...]

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