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Volker Meid: „Metzler Chronik Literatur“

Am: | August 22, 2012

Worum geht es in Johann Gottfried Schnabels „Insel Felsenburg“ von 1731? – Welches Werk wurde früher geschrieben: Theodor Fontanes „Vor dem Sturm“ oder Georg Büchners „Woyzeck“? – Was war so verstörend an Thomas Bernhards negativem Heimatroman „Verstörung“?

Wer sich mit solchen Fragen beschäftigt und nicht auf Internetquellen wie Google oder Wikipedia zurück greifen möchte, die immer wieder ihre Fragwürdigkeit beweisen und deshalb im akademischen Umfeld bestenfalls als Zweitinformationsquelle Anerkennung finden, ist mit der „Metzler Chronik Literatur“ der Werke deutschsprachiger Autoren bestens bedient.

Wer sich mit solchen Fragen beschäftigt, studiert oder arbeitet in der Regel in einem literaturwissenschaftlichen Umfeld, und so wird dieser Zielgruppe der Verfasser dieses Standardwerkes kein Unbekannter sein: Volker Meid ist Literaturwissenschaftler und beschäftigt sich neben der Abfassung und Pflege von Standardwerken zur deutschen Literaturgeschichte vor allem mit der Frühen Neuzeit und dem Barock.

Doch zurück zur „Metzler Chronik Literatur“: Zuletzt 2006 in der dritten Auflage erschienen, befasst sich dieser dicke Wälzer mit nichts Anderem als mit den Werken deutschsprachiger Autoren von den Merseburger Zaubersprüchen (8. Jahrhundert) bis Ingo Schulzes „Neue Leben“ von 2005.

Die Arbeit mit diesem 792 Seiten starken, broschierten Kompendium fällt sichtbar leicht, wenn man den Autor des gesuchten Werkes kennt. Wer mit einem solchen Nachschlagewerk arbeitet, kennt den Namen des Autors. Man könnte auch alternativ die ungefähre Zeitspanne durchblättern, in der man das Erscheinen jenes Werkes vermutet. Auf diese Weise wird man so manche interessante Parallelen in der Entwicklung der deutschen Literatur entdecken. In erster Linie dient diese Chronik jedoch der Beschreibung und Einordnung der vorgestellten Werke in die deutsche Literaturgeschichte.

Bewusst wurde auf die Einteilung in Epochen verzichtet, die bekannter Weise niemals ganz unproblematisch ist. Die vorgestellten Werke werden in streng chronologischer Reihenfolge besprochen und entheben sowohl den Autor als auch den Leser von einer eindeutigen epochalen Zuordnung.

Die „Metzler Chronik Literatur“ ist für jeden angehenden oder amtierenden Literaturwissenschaftler auch in ihrer dritten Auflage ein probates Arbeitsmittel mit Referenzcharakter. Doch auch der interessierte Laie wird viele neue Titel kennen lernen und Anregungen zur eigenen Lektüre finden, von deren Existenz er bislang keine Vorstellung hat. Kurz gesagt: Wer sie noch nicht besitzt, wird die Anschaffung sicher nicht bereuen.

Die „Metzler Chronik Literatur“ ist und bleibt das Standardwerk zur chronologischen und inhaltlichen Vorstellung der wichtigsten deutschsprachigen Werke von der Zeit Karls des Großen bis zur Gegenwart.

Autor: Volker Meid
Titel: “Metzler Chronik Literatur“
Broschiert: 792 Seiten
Verlag: Metzler
ISBN-10: 3476021327
ISBN-13: 978-3476021328

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