Christoph Ribbat: „In den Tag — Eine kurze Geschichte des Aufwachens“

Wenn das Buch „In den Tag — Eine kurze Geschichte des Aufwachens“ des Literatur- und Kulturwissenschaftlers Christoph Ribbat in diesen Tagen erscheint, ist das Aufwachen längst kein unschuldiger biologischer Vorgang mehr. Der Morgen hat sich in einen umkämpften sozialen Raum verwandelt: zwischen Smartphone-Alarm und Selbstoptimierungsratgeber, zwischen Frühschicht und „Miracle Morning“, zwischen Erschöpfung und Leistungsversprechen. Der …

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Aldous Huxley: „Zeit der Oligarchen“

Heute liest man diesen Essay an vielen Stellen mit Gänsehaut. Der Hanser-Verlag hat mit „Zeit der Oligarchen“, dem Titel der deutschen Übersetzung, genau den richtigen, richtungsweisenden Ton getroffen; der Titel des englischen Originals („Science, Liberty and Peace“) klingt dagegen geradezu harmlos und seltsam indifferent. Davon abgesehen, werden die heutigen Leser ihre Lektüre vor dem Hintergrund …

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Andrew Leigh: „Die kürzeste Geschichte der Wirtschaft“

In einer Zeit, in der ökonomische Debatten oft von Fachjargon und komplexen Modellen dominiert werden, gelingt es Andrew Leigh mit seinem Werk Die kürzeste Geschichte der Wirtschaft, einen klaren und zugänglichen Überblick über die Entwicklung wirtschaftlicher Systeme zu bieten. Auf lediglich 228 Seiten (zzgl. Anhang) entfaltet er eine narrative Reise von der Frühzeit der Menschheit …

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Friedrich Lenger: „Der Preis der Welt — Eine Globalgeschichte des Kapitalismus“

Der Kapitalismus hat sich weltweit als das führende Wirtschafts- und Gesellschaftssystem durchgesetzt. Diese Entwicklung vollzog sich nicht immer gleichförmig und erfolgreich, sondern war über die Jahrhunderte auch von gegenläufigen Entwicklungen und Rückschlägen geprägt. Diese Entwicklungsgeschichte nimmt der renommierte Historiker Friedrich Lenger in seinem neuen Buch in den Blick, wobei er sich nicht auf eine (vielleicht …

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Caspar Dohmen: „Lieferketten — Risiken globaler Arbeitsteilung für Mensch und Natur“

Spätestens im Frühjahr 2021 sind die Lieferketten wieder in den Fokus der kollektiven Wahrnehmung gerückt. Was wir im Zuge der Globalisierung längst für selbstverständlich erachtet hatten — das wirtschaftliche Prinzip der globalen Arbeitsteilung und der Ausbau der Lieferketten —, wurde im Zuge des Re-Openings der Wirtschaft nach den Corona-Lockdowns der vergangenen Monate in Frage gestellt. …

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Jonathan Aldred: „Der korrumpierte Mensch — Die ethischen Folgen wirtschaftlichen Denkens“

Je weiter man bei der Lektüre dieses spannenden Sachbuchs voranschreitet, desto bewusster wird einem, dass wir in einer Gesellschaft leben, die von Grund auf durch ein wirtschaftliches Denken geprägt ist, welches mit jener Wirklichkeit, die wir ganz unvoreingenommen und ganz für uns wahrnehmen, nicht viel zu tun hat. Das ganze Szenario lässt sich mit wenigen …

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Steven Pinker: „Aufklärung jetzt — Für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt. Eine Verteidigung.“

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ Das schrieb Immanuel Kant in seinem berühmten Essay „Was ist Aufklärung?“ im Jahre 1784. Als Kant diese kurze Schrift verfasste, war jene Epoche, die wir heute als Aufklärung (Enlightenment, Siècle des Lumières, Siglo de las Luces, просвещéние) bezeichnen, schon seit einigen Jahrzehnten ein internationales Phänomen, eine Zeit …

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Robert Misik, Christine Schörkhuber, Harald Welzer (Hg.): „Arbeit ist unsichtbar — Die bisher nicht erzählte Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Arbeit“

Dieses Buch ist ein Arbeitsbuch und zwar im doppelten Sinne: Zum einen geht es um die Welt der Arbeit, und zum anderen ist es ein Buch, mit dem man arbeiten kann und muss. Hierbei ist der Anspruch dieses Sammelbandes nicht gerade bescheiden. Es soll die „bislang nicht erzählte Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Arbeit“ präsentiert …

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Thomas Piketty: „Ökonomie der Ungleichheit“

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Thomas Piketty durch den Welterfolg seines Buches Das Kapital im 21. Jahrhundert bekannt. In seiner umfangreichen Studie belegte Piketty die These, dass die Schere von Arm und Reich immer weiter auseinandergehen wird, solange sich am kapitalistischen System nichts Grundlegendes ändert. Das Phänomen der sozialen Ungleichheit ist das Resultat einer neoliberalen und …

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Harald Welzer: „Die smarte Diktatur — Der Angriff auf unsere Freiheit“

Wir leben in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft und haben ein Wohlstandsniveau erreicht, das historisch und auch im globalen Vergleich einzigartig ist. Uns geht es also gut, ja, sogar sehr gut. — Noch. Wir sind dabei, unsere Freiheit zu verlieren. Mehr noch: Wir geben immer mehr Freiheiten freiwillig ab. Aus unseren noch bestehenden demokratischen Verhältnissen heraus handeln …

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