Uwe Neumahr: „Die Buchhandlung der Exilanten — Paris 1940. Zuflucht und Widerstand“

Die Buchhandlung der Exilanten beginnt, wie so viele große Geschichten des 20. Jahrhunderts beginnen: mit einer Tür, die sich öffnet. Man tritt ein, und es ist nicht nur ein Laden, es ist ein Versprechen. Bücherregale, die sich bis zur Decke recken, Papierstapel, Gespräche, die in der Luft hängen bleiben, weil sie zu klug oder zu …

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Susanne Heim: „Die Abschottung der Welt — Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen 1933-1945“

Als im 20. Jahrhundert Millionen Menschen vor Verfolgung, Entrechtung und schließlich Vernichtung flohen, standen sie nicht nur einem mörderischen Regime gegenüber, sondern einer Welt, die sich verschloss. In ihrem Buch „Die Abschottung der Welt — Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen 1933–1945“ rekonstruiert die Berliner Historikerin und Politikwissenschaftlerin Susanne Heim jene globale Konstellation, in der …

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Thomas Sparr: „‘Ich will fortleben, auch nach meinem Tod‘ — Die Biographie des Tagebuchs der Anne Frank“

Als im Frühjahr 1944 eine Fünfzehnjährige in einem Amsterdamer Hinterhaus den Wunsch formulierte, sie wolle auch nach ihrem Tod weiterleben, ahnte sie nicht, dass dieser Satz zu einem der wirkmächtigsten literarischen Selbstzeugnisse des 20. Jahrhunderts führen würde. Thomas Sparr nimmt diesen Wunsch ernst — nicht als pathetische Prophezeiung, sondern als Ausgangspunkt einer ungewöhnlichen Spurensuche. Sein …

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Judith Hermann: „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“

Es gehört zu den eigentümlichen Bewegungen der Literatur, dass sie immer wieder dorthin zurückkehrt, wo das Erinnern unsicher wird. Gerade dort, wo Archive schweigen und Familiengeschichten brüchig sind, beginnt das Erzählen. Das neue Buch von Judith Hermann trägt einen Titel, der diese Bewegung bereits programmatisch formuliert: „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“. Doch dieser Wunsch …

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Konrad Merz: „Ein Mensch fällt aus Deutschland“

Es ist ein schmales Buch, äußerlich beinahe unscheinbar, doch innerlich ein Dokument von eruptiver politischer und menschlicher Wucht: Ein Mensch fällt aus Deutschland von Konrad Merz, erstmals 1936 im Amsterdamer Querido Verlag erschienen, gehört zu den eindringlichsten Zeugnissen der deutschen Exilliteratur. Es ist der Bericht eines Ausgestoßenen, eines Flüchtlings, eines „Gefallenen“ – nicht im militärischen, …

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Heike Specht: „Die Frauen der Familie Feuchtwanger — Eine unerzählte Geschichte

Die Bedeutung der Frauen in einer Familie ist ein oft unterschätztes Thema, das jedoch zentrale Bedeutung für das Verständnis sozialer Strukturen und individueller Erfolge hat. Das Motto „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau“ verdeutlicht die oft verborgene, aber entscheidende Rolle, die Frauen im Hintergrund spielen. Am Beispiel der Frauen der Familie Feuchtwanger, einer bedeutenden …

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Andrea Löw: „Deportiert. ‚Immer mit einem Fuß im Grab‘ — Erfahrungen deutscher Juden“

Die Deportationen jüdischer Mitbürger und anderer stigmatisierter Gruppen während der Zeit des Nationalsozialismus stellen eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte dar. Diese systematische Verfolgung, Ausgrenzung und Vernichtung begann mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 und fand ihren schrecklichen Höhepunkt während des Zweiten Weltkriegs. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 begann eine schrittweise Entrechtung und Ausgrenzung …

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Reiner Pommerin: „Die NS-Rassenpolitik und die Bundesrepublik“

Die NS-Rassenpolitik war ein zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Ideologie und prägte die Zeit des Dritten Reichs von 1933 bis 1945. Diese Politik basierte auf einer rassistischen Weltanschauung, die die Überlegenheit der „arischen“ Rasse propagierte und eine hierarchische Einteilung der Menschheit vornahm. Die Nationalsozialisten, angeführt von Adolf Hitler, setzten diese Ideologie in Form systematischer Diskriminierung, Verfolgung …

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Uwe Wittstock: „Marseille 1940 — Die große Flucht der Literatur“

Die deutsche Literatur- und Kulturgeschichte haben einem Mann viel zu verdanken, von dem die allermeisten noch nie gehört haben dürften: dem Amerikaner Varian Fry. Der junge Journalist ist die Zentralfigur in Uwe Wittstocks neuem Buch über die großen Flüchtlingsströme, die sich ab dem Frühjahr des Jahres 1940 über den südfranzösischen Knotenpunkt Marseille auf der Flucht …

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Sacha Batthyany: „Und was hat das mit mir zu tun?“

Wie fühlt man sich, wenn man plötzlich mit der Frage konfrontiert wird, ob die eigene Tante an einem grausamen Kriegsverbrechen beteiligt sein könnte? Sacha Batthyany ist 1973 geboren, wuchs in Zürich auf — in der Schweiz, dem wohl „wattiertesten Land Europas“. Seine Familie entstammt einem alten ungarischen Adelsgeschlecht, doch das ist alles lang, lang her. …

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