Bruno Preisendörfer: „Schlagworte, die Geschichte machen — Wie Parolen von ‚Stunde Null‘ bis ‚Wir schaffen das‘ Deutschland veränderten“

Manchmal erkennt man eine Epoche nicht an ihren Ereignissen, sondern an den Sätzen, die von ihr übrig bleiben. Der Historiker findet seine Quellen in Akten, Statistiken und Protokollen. Das kollektive Gedächtnis dagegen arbeitet anders. Es bewahrt nicht selten eine Handvoll Worte auf, die sich von ihrem ursprünglichen Anlass gelöst haben und zu Chiffren einer ganzen …

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Dietmar Pieper: „Trümmertänze — Deutschland 1946-1955“

Mit „Trümmertänze — Deutschland 1946–1955“ entscheidet sich Dietmar Pieper bewusst gegen jene Erzählung, die die deutsche Nachkriegszeit lediglich als Vorgeschichte des Wirtschaftswunders oder als moralische Bilanz von Schuld und Neubeginn betrachtet. Stattdessen beschreibt er ein Jahrzehnt voller Widersprüche: eine Zeit zwischen Zerstörung und Aufbruch, Hunger und Lebenslust, politischer Neuordnung und persönlicher Orientierungslosigkeit. Bereits der Titel …

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Herbert Butterfield: „Die Whig-Interpretation der Geschichte“

Kaum ein schmales Buch hat die Geschichtswissenschaft des 20. Jahrhunderts so nachhaltig erschüttert wie Herbert Butterfields 1931 erschienene Studie „The Whig Interpretation of History“. Dass dieser inzwischen längst kanonische Text nun unter dem Titel „Die Whig-Interpretation der Geschichte“ erstmals in einer deutschen Übersetzung im Felix Meiner Verlag vorliegt, ist weit mehr als eine editorische Nachholung. …

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Götz Aly: „Unser Nationalsozialismus — Reden in der deutschen Gegenwart“

Es gibt in der zeitgenössischen Geschichtswissenschaft eine eigentümliche Form der Erstarrung, die sich umso verlässlicher einstellt, je monumentaler der Gegenstand wird, dem sie sich widmet. Wenn das Grauen der deutschen Jahre zwischen 1933 und 1945 verhandelt wird, betreten die Akteure zumeist ein gut ausgeleuchtetes Gehäuse des Konsenses, in dem die moralischen Koordinaten so fest verankert …

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Florian Illies: „Träume aus Feuer — Der Alchemist von der Pfaueninsel“

Florian Illies hat sich in den vergangenen Jahren eine literarische Form geschaffen, die sich den vertrauten Gattungsbezeichnungen immer wieder entzieht. Seine Bücher bewegen sich zwischen Kulturgeschichte, Biografie, Essay und Erzählung. Auch „Träume aus Feuer. Der Alchemist von der Pfaueninsel“ setzt diese Entwicklung fort. Das schmale Werk erzählt die Geschichte des Alchemisten und Glasmachers Johannes Kunckel, …

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Charles Lewinsky: „Eine andere Geschichte“

„Eine andere Geschichte“ beginnt unspektakulär, beinahe zurückhaltend, als wolle der Autor sich entschuldigen, überhaupt da zu sein. Im Zentrum steht ein Mann, dessen Leben sich nicht in spektakulären Wendungen, sondern in leisen Verschiebungen entfaltet. Eine Begegnung, eine Erinnerung, ein Gespräch, das keines ist, weil das Entscheidende nicht ausgesprochen wird. Die Handlung folgt weniger einer äußeren …

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Heinrich Mann: „Rummelplatz Berlin“

Es gehört zu den eigentümlichen Ironien der deutschen Literaturgeschichte, dass ausgerechnet der entschiedenste Kritiker des wilhelminischen Bürgertums und seiner Machtgesten jenes Milieu mit einer fast unheimlichen Intimität beschrieb, die sich nur aus Nähe speisen kann. Heinrich Mann, der ältere Bruder des kanonisch gewordenen Thomas Mann, hat Berlin nie einfach nur bewohnt; er hat sich an …

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Thomas Sparr: „‘Ich will fortleben, auch nach meinem Tod‘ — Die Biographie des Tagebuchs der Anne Frank“

Als im Frühjahr 1944 eine Fünfzehnjährige in einem Amsterdamer Hinterhaus den Wunsch formulierte, sie wolle auch nach ihrem Tod weiterleben, ahnte sie nicht, dass dieser Satz zu einem der wirkmächtigsten literarischen Selbstzeugnisse des 20. Jahrhunderts führen würde. Thomas Sparr nimmt diesen Wunsch ernst — nicht als pathetische Prophezeiung, sondern als Ausgangspunkt einer ungewöhnlichen Spurensuche. Sein …

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Klaus Zeyringer, Ursula Prutsch: „Breaking News – Zeitgeschehen in der Presse von 1648-2001“

Will man etwas über die Vergangenheit erfahren, so ist man auf einen „Mittler“, ein Medium, angewiesen. Der Zugang zu dem, was wir als „Geschichte“ bezeichnen, erschließt sich nur medial; eine dieser historischen „Quellen“, wie sie in der Geschichtswissenschaft genannt werden, sind Zeitungen und Zeitschriften, also gedruckte Texte und Illustrationen aus vergangenen Zeiten. Interessant bei der …

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Andrew Leigh: „Die kürzeste Geschichte der Wirtschaft“

In einer Zeit, in der ökonomische Debatten oft von Fachjargon und komplexen Modellen dominiert werden, gelingt es Andrew Leigh mit seinem Werk Die kürzeste Geschichte der Wirtschaft, einen klaren und zugänglichen Überblick über die Entwicklung wirtschaftlicher Systeme zu bieten. Auf lediglich 228 Seiten (zzgl. Anhang) entfaltet er eine narrative Reise von der Frühzeit der Menschheit …

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