Nicolas Mahler: „Ach, die dumme Literatur! — Ausgewählt und gezeichnet von Mahler“

Schon der Titel von „Ach, die dumme Literatur!“ klingt wie ein Seufzer, halb ironisch, halb erschöpft, und tatsächlich ist dieses schmale, elegant gestaltete Buch nichts anderes als eine Sammlung solcher Seufzer — allerdings nicht von irgendwem, sondern von den großen Namen der Literaturgeschichte. In Briefen, Tagebüchern und Notizen stöbert der Wiener Zeichner und Autor Nicolas …

Continue reading ‘Nicolas Mahler: „Ach, die dumme Literatur! — Ausgewählt und gezeichnet von Mahler“’ »

Thomas David: „Begegnungen mit Virginia Woolf“

Dies ist ein schönes Buch, wie man ihm selten begegnet. Der Autor erscheint als ein kultivierter und bestens informierter Flaneur, und wir haben das Vergnügen, ihn auf seinen Wegen durch London und Umgebung zu begleiten — auf Wegen, die ihn (und uns) zu den Wirkungsstätten und Lebensorten von Virginia Woolf und den wichtigsten Menschen in …

Continue reading ‘Thomas David: „Begegnungen mit Virginia Woolf“’ »

Florian Illies: „Wenn die Sonne untergeht — Familie Mann in Sanary“

Florian Illies hat mit Wenn die Sonne untergeht — Familie Mann in Sanary ein Buch geschrieben, das zugleich Familiendrama, Exilstudie und Sommeridylle ist. Im Mittelpunkt steht der Sommer 1933, in dem Thomas und Katia Mann mit ihren sechs Kindern im südfranzösischen Sanary-sur-Mer Zuflucht suchen. Der Ort ist sonnendurchglüht und doch von Bedrohung überschattet. Die Familie …

Continue reading ‘Florian Illies: „Wenn die Sonne untergeht — Familie Mann in Sanary“’ »

Judith Hermann: „Wir hätten uns alles gesagt“

Im Jahr 2022 wurde die Schriftstellerin Judith Hermann zur Teilnahme an den Frankfurter Poetikvorlesungen eingeladen. Jene Vorlesungsreihe ist für die meisten AutorInnen ein willkommener Anlass, das eigene Schreiben zu reflektieren. Warum und wozu schreibe ich? Was will ich mit meinen Texten bewirken? Will ich überhaupt bei meinen Lesern etwas bewirken oder hat mein Schreiben einen …

Continue reading ‘Judith Hermann: „Wir hätten uns alles gesagt“’ »

Franz Kafka: „Wahrheit ist unteilbar — Die Aphorismen“

In diesem Jahr 2024 „feiern“ wir den 100. Todestag von Franz Kafka (1883–1924). Kafka gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und als prägender Vertreter der modernen Literatur. Sein Werk, das vor allem aus Romanen und Erzählungen besteht, zeichnet sich durch eine einzigartige Mischung aus surrealen, düsteren und oft beängstigenden Elementen aus, die …

Continue reading ‘Franz Kafka: „Wahrheit ist unteilbar — Die Aphorismen“’ »

Carolin Emcke: „Was wahr ist — Über Gewalt und Klima“

Faktuales Erzählen ist ein Erzählen, das sich an der Wirklichkeit orientiert. Im Gegensatz zum fiktionalen Erzählen, das dem Schriftsteller erlaubt, frei zu assoziieren und Geschichten zu erzählen, die (zumindest in Teilen) ausgedacht sind und eine Welt beschreiben, die so nicht in der Wirklichkeit existiert, kommt es beim faktualen Schreiben darauf an, Ausschnitte aus der Wirklichkeit …

Continue reading ‘Carolin Emcke: „Was wahr ist — Über Gewalt und Klima“’ »

Andreas Altmann: „Morning has broken — Leben Reisen Schreiben“

Ein neues Buch von Andreas Altmann bedeutet: einen Weltbürger auf seinen Reisen zu begleiten und seine Begegnungen mit Menschen und fremden Kulturen — mittelbar — mitzuerleben. Das Mittel, das Medium, ist in diesem Fall die Sprache und das geschriebene Wort. Altmanns Sprache ist schnörkellos und direkt, manchmal auch sehr direkt, was in unseren Zeiten mit …

Continue reading ‘Andreas Altmann: „Morning has broken — Leben Reisen Schreiben“’ »

Ilka Piepgras (Hg.): „Schreibtisch mit Aussicht — Schriftstellerinnen über ihr Schreiben“

Noch ein Buch über Schreibtische?! — Jein. Kürzlich hatte ich ein Buch mit Schriftsteller-Gesprächen über ihre Schreibtische besprochen (Klaus Siblewski: „Es kann nicht still genug sein“), und darin ging es über weite Strecken um die Materialität des Schreibens. In diesem hier vorliegenden Buch geben hingegen Schriftstellerinnen selbst Auskunft über ihr Schreiben. Anders als bei dem …

Continue reading ‘Ilka Piepgras (Hg.): „Schreibtisch mit Aussicht — Schriftstellerinnen über ihr Schreiben“’ »

Klaus Siblewski: „Es kann nicht still genug sein — Schriftsteller sprechen über ihre Schreibtische. Mit 22 Fotografien“

Wie sieht eigentlich Ihr Schreibtisch aus? — Diese Frage wird man kaum jemandem stellen, ganz einfach, weil es auch niemanden interessieren würde. Was für die allermeisten Schreibtische gelten mag, sieht bei den Schreibtischen von Schriftstellern jedoch ganz anders aus! Denn hier könnte man, so die Vermutung, den Autoren vielleicht das eine oder andere Geheimnis entlocken, …

Continue reading ‘Klaus Siblewski: „Es kann nicht still genug sein — Schriftsteller sprechen über ihre Schreibtische. Mit 22 Fotografien“’ »

Hanns-Josef Ortheil: „Was ich liebe und was nicht“

Die Bücher von Hanns-Josef Ortheil sind bedingungslos autobiographisch. Das ist einerseits der Grund für ihre starke Authentizität und für eine realistische Abbildung unserer Wirklichkeit; andererseits birgt ein solch konsequent autobiographisches Schreiben auch immer die Gefahr eines selbstgefälligen Tones oder — schlimmer noch — der Langeweile. Es liegt nicht zuletzt an dem Schreibstil und an seiner …

Continue reading ‘Hanns-Josef Ortheil: „Was ich liebe und was nicht“’ »