Philipp Ruch: „Der Rückfall — Der rätselhafte Triumph der NSDAP am 14. September 1930. Wie eine Demokratie in nur einer Wahlnacht sterben kann“

Der 14. September 1930 gehört zu jenen Daten der deutschen Geschichte, die im Rückblick eine geradezu unheimliche Eindeutigkeit gewinnen. An diesem Tag wurde die NSDAP von einer politischen Splitterpartei zur zweitstärksten Kraft im Reichstag. 1928 hatte sie 2,6 Prozent der Stimmen und zwölf Mandate erhalten; zwei Jahre später waren es 18,3 Prozent und 107 Abgeordnete. …

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Jens Wietschorke: „Chronist der wilden Jahre — Mit Siegfried Kracauer durch die Weimarer Republik“

Kaum eine Epoche der deutschen Geschichte ist mit so vielen Bildern überlagert worden wie die Weimarer Republik. Vor dem inneren Auge tauchen schillernde Revuetheater auf, verrauchte Caféhäuser, Charleston tanzende Paare, expressionistische Straßenschluchten, politische Straßenschlachten und jene eigentümliche Mischung aus fiebriger Aufbruchsstimmung und latenter Untergangsahnung, die im Rückblick zum Markenzeichen der zwanziger Jahre geworden ist. Doch …

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Shelly Kupferberg: „Stunden wie Tage“

Die Erinnerung an die nationalsozialistische Vergangenheit hat in der deutschen Literatur viele Formen gefunden. Sie hat sich in Familienromanen artikuliert, in Dokumentationen, in literarischen Rekonstruktionen und in Erzählungen über die zweite und dritte Generation nach der Shoah. Mit „Stunden wie Tage“ wählt Shelly Kupferberg einen Weg, der weder die großen historischen Linien noch die spektakuläre …

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Hans-Georg von Arburg: „Endlich wohnen! — Zuhause bleiben in der existenziellen Moderne“

Es gibt Bücher, deren eigentlicher Gegenstand sich erst allmählich erschließt. Man schlägt sie in der Erwartung auf, etwas über Architektur, Stadtentwicklung oder Wohnkultur zu erfahren, und legt sie mit dem Eindruck aus der Hand, eine Untersuchung über die geistige Verfassung der Moderne gelesen zu haben. Hans-Georg von Arburgs Endlich wohnen! Zuhause bleiben in der existenziellen …

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Alfred Andersch: „Der Vater eines Mörders“

Alfred Anderschs letzte Erzählung „Der Vater eines Mörders“, die erst nach seinem Tod im Jahr 1980 veröffentlicht wurde, gehört zu jenen schmalen Prosawerken, deren Wirkung weit über ihren geringen Umfang hinausreicht. Auf wenigen Seiten entwirft Andersch nicht nur das bedrückende Bild einer autoritären Schulwelt in der späten Weimarer Republik, sondern zugleich eine Erinnerungsskizze eigener Jugend, …

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Robert Mueller-Stahl: „Das Leben festhalten — Deutsch-jüdische Privatfotografie in den 1930er Jahren“

Es gibt Bücher, die einen Gegenstand untersuchen, und es gibt Bücher, die einen Blick verändern. Robert Mueller-Stahls Studie bewegt sich dabei in jenem seltenen Raum, in dem historische Forschung in Kulturphilosophie übergeht. Wenn man sich während der Lektüre das Thema vergegenwärtigt, so kann man eigentlich gar nicht anders, als diese privaten Fotografien deutsch-jüdischer Menschen auch …

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Polly Tieck: „Die Freundin meines Freundes — Feuilletons aus den 1920er Jahren“

Dieses Buch ist ein guter Beweis dafür, dass die Erforschung der Geschichte — und hierzu gehört natürlich auch die Literaturgeschichte — im Grunde nie abgeschlossen ist: Immer wieder lassen sich unerwartete Entdeckungen machen, neue Konstellationen bilden und variante Interpretationen entwickeln. Verschollen geglaubte Artefakte und sensationelle Archivfunde auf der einen Seite, neue Analysetechniken und wissenschaftliche Verfahren …

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Daniel Siemens: „Der Fotograf Fred Stein — Ein deutsch-jüdisches Leben 1909-1967“

Eine Schwierigkeit dieses Buches liegt paradoxerweise bereits in der Erwartung, die sein Titel weckt: Daniel Siemens kündigt eine klassische Künstlerbiografie an, doch tatsächlich entfaltet er ein vielschichtiges, methodisch reflektiertes Porträt, das sich zwischen historischer Rekonstruktion und essayistischer Annäherung bewegt. „Der Fotograf Fred Stein — Ein deutsch-jüdisches Leben 1909–1967“ ist weniger die Geschichte eines souveränen Künstlers …

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Uwe Neumahr: „Die Buchhandlung der Exilanten — Paris 1940. Zuflucht und Widerstand“

Die Buchhandlung der Exilanten beginnt, wie so viele große Geschichten des 20. Jahrhunderts beginnen: mit einer Tür, die sich öffnet. Man tritt ein, und es ist nicht nur ein Laden, es ist ein Versprechen. Bücherregale, die sich bis zur Decke recken, Papierstapel, Gespräche, die in der Luft hängen bleiben, weil sie zu klug oder zu …

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Susanne Heim: „Die Abschottung der Welt — Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen 1933-1945“

Als im 20. Jahrhundert Millionen Menschen vor Verfolgung, Entrechtung und schließlich Vernichtung flohen, standen sie nicht nur einem mörderischen Regime gegenüber, sondern einer Welt, die sich verschloss. In ihrem Buch „Die Abschottung der Welt — Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen 1933–1945“ rekonstruiert die Berliner Historikerin und Politikwissenschaftlerin Susanne Heim jene globale Konstellation, in der …

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