Walter Benjamin: „Berliner Kindheit um Neunzehnhundert“

Walter Benjamins Berliner Kindheit um Neunzehnhundert beginnt nicht mit einer Geburt, nicht mit einer Familie und auch nicht mit jener feierlichen Geste, mit der die Autobiographie gewöhnlich ihr Recht auf das eigene Leben anmeldet. Dieses Buch besitzt keinen Lebenslauf. Es besitzt Zimmer, Höfe, Straßen, Gegenstände, Gerüche, Namen und Geräusche. Ein Kind erinnert sich hier nicht …

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Hans-Georg von Arburg: „Endlich wohnen! — Zuhause bleiben in der existenziellen Moderne“

Es gibt Bücher, deren eigentlicher Gegenstand sich erst allmählich erschließt. Man schlägt sie in der Erwartung auf, etwas über Architektur, Stadtentwicklung oder Wohnkultur zu erfahren, und legt sie mit dem Eindruck aus der Hand, eine Untersuchung über die geistige Verfassung der Moderne gelesen zu haben. Hans-Georg von Arburgs Endlich wohnen! Zuhause bleiben in der existenziellen …

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Thomas David: „Begegnungen mit Virginia Woolf“

Dies ist ein schönes Buch, wie man ihm selten begegnet. Der Autor erscheint als ein kultivierter und bestens informierter Flaneur, und wir haben das Vergnügen, ihn auf seinen Wegen durch London und Umgebung zu begleiten — auf Wegen, die ihn (und uns) zu den Wirkungsstätten und Lebensorten von Virginia Woolf und den wichtigsten Menschen in …

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Katherine Mansfield: „Glück — Meistererzählungen“

Es gibt Anthologien, die wie literarische Sammelalben funktionieren, lose zusammengehalten von einem Thema, das mehr verspricht als es tatsächlich einlöst. Katherine Mansfields „Glück“ gehört nicht dazu. Der Titel wirkt zwar auf den ersten Blick wie ein programmatisches Versprechen, doch er entpuppt sich rasch als feinsinnig ironischer Schlüssel zu einem Werk, das Glück nicht als Zustand, …

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Charlotte Mew: „Einige Arten zu lieben – Erzählungen“

Charlotte Mew – das ist eine Stimme, die flüstert und zerschneidet, die streichelt und sticht, die verstört, entzückt und sich nie ganz einfangen lässt. Mit der Erzähl- und Gedichtsammlung Einige Arten zu lieben liegt nun ein auf Deutsch zugängliches Konzentrat eines Werks vor, das so eigen ist, dass es weder im Kanon seiner Zeit noch …

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Alice Berend: „Frau Hempels Tochter“

Alice Berend ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten, obwohl sie in den 1910er und 1920er Jahren eine bedeutende Rolle in der deutschsprachigen Literatur spielte. Als Vertreterin einer literarischen Richtung, die sich durch gesellschaftliche Beobachtungsgabe, ironische Brechung und weibliche Perspektive auszeichnete, gehört sie zu jenen Autorinnen, die den Zeitgeist der ausgehenden wilhelminischen Ära und der beginnenden …

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Hans Wollschläger (Hg.): „Das Karl Kraus Lesebuch“

„Die Fackel“ war eine einflussreiche literarische und kulturelle Zeitschrift, die von dem österreichischen Schriftsteller und Satiriker Karl Kraus gegründet und nahezu vollständig selbst herausgegeben wurde. Erstmals im April 1899 veröffentlicht, erschien die Zeitschrift bis 1936 und prägte die literarische und kulturelle Szene der Wiener Moderne maßgeblich. Karl Kraus nutzte „Die Fackel“ als Plattform für seine …

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Michael Schmidt-Salomon: „Die Evolution des Denkens. Das moderne Weltbild — und wem wir es verdanken“

„Ein Kopf denkt nie allein“. Oder noch platter formuliert: „Von nichts kommt nichts.“ Selbst die klügsten Denker erarbeiten sich ihre Erkenntnisse nicht im luftleeren Raum, sondern greifen auf die Erkenntnisse früherer Denker zurück. Das kreative Gedankenspiel mit den Ideen der Vorgänger, ihre Kombination oder individuelle Interpretation, ihre Kritik oder gar ihre Verwerfung umschreibt jenen schöpferischen …

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Hanno Rauterberg: „Wie frei ist die Kunst? – Der neue Kulturkampf und die Krise des Liberalismus“

Die Kunst im Würgegriff von Ikonoklast*innen lässt den Kunstkritiker Hanno Rauterberg die Frage nach ihrer Freiheit umso dringlicher stellen, je mehr sich die Beispiele eines Angriffs auf die Kunstfreiheit häufen. Wir hatten uns zu sehr an die Freiheiten in einer demokratischen und offenen Gesellschaft gewöhnt und sie als selbstverständlich vorausgesetzt. Doch nun merken wir in …

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Andreas Blödorn, Christof Hamann, Christoph Jürgensen (Hg.): „Erzählte Moderne — Fiktionale Welten in den 1920er Jahren“

Unser Blick auf die Welt wird geprägt durch die Geschichten, die wir uns über sie erzählen. Wer wüsste dies besser als wir, die wir in einer Zeit der Medien leben, in der Fernsehen, Internet und soziale Medien die Deutungshoheit über unsere Weltsicht haben. In der Zeit um 1900 kam diese Deutungshoheit dem geschriebenen Wort zu …

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