Franziska zu Reventlow: „Ellen“

Franziska zu Reventlows „Ellen Olestjerne“ gehört zu jenen Romanen, die ihre eigentliche Sprengkraft erst lange nach ihrem Erscheinen entfalten. Als das Buch 1903 veröffentlicht wurde, ließ es sich durchaus als Künstlerroman, als autobiographisch gefärbte Entwicklungsgeschichte oder als literarischer Beitrag zur damals heftig diskutierten „Frauenfrage“ lesen. Heute hingegen erscheint es als Dokument einer Epoche, in der …

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Jens Wietschorke: „Chronist der wilden Jahre — Mit Siegfried Kracauer durch die Weimarer Republik“

Kaum eine Epoche der deutschen Geschichte ist mit so vielen Bildern überlagert worden wie die Weimarer Republik. Vor dem inneren Auge tauchen schillernde Revuetheater auf, verrauchte Caféhäuser, Charleston tanzende Paare, expressionistische Straßenschluchten, politische Straßenschlachten und jene eigentümliche Mischung aus fiebriger Aufbruchsstimmung und latenter Untergangsahnung, die im Rückblick zum Markenzeichen der zwanziger Jahre geworden ist. Doch …

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