Walter Ruprechter: „Vom Hausen und Wohnen — In Zwischenräumen daheim“

Walter Ruprechters Buch über das Hausen und Wohnen betritt ein Terrain, das auf den ersten Blick vertraut wirkt und sich doch rasch als überraschend unwegsam erweist. Wer hier einen Ratgeber für bessere Grundrisse, nachhaltige Baumaterialien oder zeitgemäße Wohnmodelle erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. Ruprechter interessiert sich nicht für das Wohnen als Problem technischer Optimierung, …

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Ulrich Raulff: „Wie es Euch gefällt — Eine Geschichte des Geschmacks“

Wenn man dieses Buch in die Hand nimmt, merkt man sofort seine Besonderheit. Man hält ein Juwel in den Händen, ein — im wahrsten Sinne — geschmackvolles und hochwertig gestaltetes Stück Buchkunst, das schon in seiner außergewöhnlichen Materialität Auskunft gibt über seinen exquisiten Inhalt. Es ist dieser Tage ein seltenes und jeden Bücherfreund geradezu beglückendes …

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Karoline Walter: „Guten Abend, gute Nacht — Eine kleine Kulturgeschichte des Schlafs“

Wie verbringen Sie die Corona-Zeiten? Man kann die Zeit des Lockdown nutzen, um den Haushalt zu machen, die Garage oder den Keller aufzuräumen, ein gutes Buch zu lesen, das Wohnzimmer zu tapezieren (…), oder man kultiviert den Schlaf in allen seinen schönen Facetten: langes Ausschlafen, Mittagsschläfchen, Schäferstündchen, frühes zu Bett gehen. Wunderbar verbinden lässt sich …

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Stephan Günzel: „Raum — Eine kulturwissenschaftliche Einführung“

Was ist Raum? Diese lapidar wirkende Frage wird umso komplizierter, je intensiver man sich mit ihr beschäftigt. Der Raum, der Ort, die Grenze — das sind Begriffe, mit denen wir täglich umgehen ohne uns weiter zu fragen, was sie bedeuten, wie sie zu definieren sind und welche Auswirkungen eine unterschiedliche Sichtweise und Interpretation des Raum-Begriffs …

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Terry Eagleton: „Literatur lesen — Eine Einladung“

„Die Kunst, Werke der Literatur zu analysieren, ist beinahe genauso veraltet wie der Holzschuhtanz.“ — Mit dieser scheinbar defätistischen Aussage beginnt das neue Buch des britischen Literaturwissenschaftlers Terry Eagleton. In ihm bricht er eine Lanze für das „langsame Lesen“ von Literatur. Warum sollte man sich mit der Analyse und Interpretation von Literatur beschäftigen? Aus einem …

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PaTrick Bahners: „Entenhausen — Die ganze Wahrheit“

Die Prämisse der Duckforschung lautet: Es gibt Entenhausen wirklich. Ansonsten macht das alles ja auch keinen Sinn! Aber herrlich ist dieser ernsthafte Forschergeist, den der Autor hier an den Tag legt! Das Buch kam bereits 2014 (in gebundener Form) heraus, doch jetzt ist eine „Lustige Taschenausgabe“ dieses Titels erschienen. Die duckologischen Studien sind in ihrer …

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José Brunner (Hg.): “Erzählte Dinge — Mensch-Objekt-Beziehungen in der deutschen Literatur”

Unter Literatur verstehen wir im Allgemeinen fiktionale Texte, die von Menschen, ihrem Handeln und ihren Beziehungen erzählen. Doch dieses Handeln vollzieht sich nicht im abstrakten Raum, sondern in unserer Wirklichkeit. In den allermeisten Fällen verwenden die Protagonisten Dinge — sie fahren mit dem Fahrrad oder dem Auto, sie telefonieren mit Smartphones, arbeiten an einem Schreibtisch, …

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Walter Siebel: Die Kultur der Stadt

Hurra, die Stadtsoziologie und die Kulturwissenschaften haben eine neue Bibel! Walter Siebel, der als emeritierter Professor für Soziologie an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg lehrt, hat ein weiteres Standardwerk geschrieben, das die Kulturalität der Stadt in ihrer Komplexität zu fassen und somit den aktuellen Forschungsstand der kulturwissenschaftlichen und soziologischen Disziplinen abzubilden versucht. Nun, was soll man …

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Aleida Assmann: „Im Dickicht der Zeichen“

Aleida Assmann gilt als eine der bedeutendsten Kulturwissenschaftlerin unserer Zeit. In diesem Sammelband sind nun endlich auf Anregung des Suhrkamp Verlags zahlreiche verstreute Aufsätze und Beiträge Assmanns zusammengetragen worden, die sich mit medien- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen beschäftigen. Zusammen bilden sie, wie Aleida Assmann selbst im Vorwort schreibt, das „auf der Strecke gebliebene Buch“, in dem …

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Ute Frietsch, Jörg Rogge (Hg.): „Über die Praxis des kulturwissenschaftlichen Arbeitens. Ein Handwörterbuch“

Die Kulturwissenschaften nehmen unter den geisteswissenschaftlichen Fächern seit den 1960er Jahren eine zentrale Stellung ein. Mit dem „Cultural Turn“ wurde ein Paradigmenwechsel vollzogen, der das Augenmerk auf zunächst scheinbar triviale Alltagsphänomene lenkte, die sich unter einem weit gefassten Kulturbegriff vereinen lassen. Die kulturwissenschaftliche Arbeit von Sozialwissenschaftlern, Linguisten, Philosophen, Historikern usw. beschäftigt sich demnach mit den …

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