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Rezensionen von Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften

Interview mit Norman Ohler am 16.10.15 auf der Frankfurter Buchmesse über sein Buch „Der totale Rausch – Drogen im Dritten Reich“

RALPH KRÜGER: Als Ihr Buch vom Kiepenhauer-Verlag angekündigt wurde, dachte ich zunächst spontan: Bitte nicht noch ein weiteres Buch über das Dritte Reich! Aber Ihr Buch gibt der ganzen Geschichtsschreibung ja noch einmal einen ganz anderen „Twist“, und es hat mich verblüfft, dass man auch siebzig Jahre nach Kriegsende noch etwas finden kann, das unser […]

Edith Silbermann u. Amy-Diana Colin (Hg.): “Czernowitz – Stadt der Dichter. Geschichte einer jüdischen Familie aus der Bukowina (1900-1948)“

Czernowitz ist ein Sehnsuchtsort und war einst die Kulturhauptstadt einer seit langer Zeit versunkenen Welt. Heute liegt die Hauptstadt der Bukowina in der westlichen Ukraine; sie gehörte einst zum Habsburgerreich Österreich-Ungarn, zu Polen, Rumänien, Russland und jetzt zur Ukraine. Seit Jahrhunderten lebten Juden in der Bukowina, bis der Holocaust diesem kulturellen Hotspot im Südosten Europas […]

Norman Ohler: „Der totale Rausch – Drogen im Dritten Reich“

Pervitin. Die besten, schlimmsten und unglaublichsten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst. Keine Persiflage auf den nationalsozialistischen Drogenkonsum könnte sich einen besseren Produktnamen für die Volksdroge Metamphetamin ausdenken als die Temmler-Werke in Berlin, die sie in den 1920er Jahren als das bislang wirkungsstärkste „Weckamin“ entwickelt hatten. Pervitin wurde schnell zur ersten nationalsozialistischen Perversion in […]

Madeleine Rietra, Rainer-Joachim Siegel (Hg.): „Joseph Roth und Stefan Zweig – Briefwechsel 1927-1938“

Wenn zwei große Schriftsteller miteinander befreundet sind und über mehrere Jahre miteinander korrespondieren, so ist eine spannende Lektüre garantiert. Der Briefwechsel zwischen Joseph Roth und dem dreizehn Jahre älteren Stefan Zweig liest sich wie eine aus unzähligen persönlichen Erfahrungen zusammen gesetzte Collage vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Ereignisse der 1930er Jahre. Dieser Briefwechsel […]

Franz Memelsdorff / Georg Heller: „Im KZ – Zwei jüdische Schicksale 1938/1945“

Die dokumentarische Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus und des Holocausts reißt auch über 67 Jahre nach Kriegsende nicht ab, und das ist gut so. Die Unfassbarkeit der Gräueltaten der Nazidiktatur ließe sowohl die Sprachlosigkeit als Reaktion vermuten als auch ihr Gegenteil, ein sich in eloquenter und Fakten anhäufender Dokumentationsfreudigkeit ergießender Sublimierungsdrang der Betroffenen wie der […]

Manfred Gailus: „Mir aber zerriss es das Herz – Der stille Widerstand der Elisabeth Schmitz“

Erst 1999, also 22 Jahre nach Elisabeth Schmitz’ Tod, enthüllte Dietgard Meyer, eine ehemalige Schmitz-Schülerin und Freundin, das wahre Geheimnis dieser jungen Frau, die während der ersten Jahre des Dritten Reiches auf die Barbarei der Judenverfolgung aufmerksam gemacht und so mutig Widerstand geleistet hatte. Elisabeth Schmitz ist die Verfasserin der berühmten „Denkschrift“ von 1935/36, deren […]

Irina Liebmann: „Stille Mitte von Berlin – Eine fotografische Spurensuche rund um den Hackeschen Markt“

Straßen können Geschichten erzählen und Geschichte erfahrbar machen. Dieser Ansicht ist auch die Autorin Irina Liebmann, die im damaligen Ost-Berlin, der Hauptstadt der DDR, auf Spurensuche nach der Vergangenheit ging. Es war im Jahr 1982, als sie sich unter all den Straßen des alten Berliner Stadtviertels am Hackeschen Markt, zwischen Alexanderplatz und Friedrichstraße gelegen, die […]

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