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Rezensionen von Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften

DAMALS (Hg.): „Die Republik von Weimar“

1919 wurde die Weimarer Republik gegründet. So ist es verständlich und naheliegend, dass im Jahr 2019 nicht nur 100 Jahre Novemberrevolution, Bauhaus und Frauenwahlrecht gefeiert werden, sondern auch der ersten deutschen Republik zahlreiche Publikationen gewidmet sind. Neben vielen Publikationen, die sich aus einzelnen Perspektiven an einer möglichst vollständigen Erfassung des „Phänomens Weimar“ versuchen, könnte die […]

Péter Nádas: „Leni weint — Essays“

Kann ein Buch ein Haus sein? Wie ein Haus, in dem man über das Treppenhaus in die verschiedenen Stockwerke wandert, dort in die Wohnungen eintritt und von einer jeweils anderen Atmosphäre umfangen wird, gleichzeitig sich aber in diesem großen Haus weiß, das eine angenehme, ja gediegene Grundstimmung ausstrahlt und in dem man sich geborgen fühlt? […]

Harald Welzer: „Welzer wundert sich — Rückblicke auf die Zukunft von heute“

Eigentlich sollte man inzwischen von Harald Welzer gehört haben. Seine Medienpräsenz ist seit Jahren ungebrochen, sei es als Streiter für das Gute und Nachhaltige, als Sozialpsychologe mit einem Gespür für die Untiefen und Selbsttäuschungen des kollektiven Bewusstseins und Mitgründer der Stiftung FUTURZWEI, oder sei es als Mitinitiator der Initiative Offene Gesellschaft, die sich seit einiger […]

Checkpoint Demokratie e.V. (Hg.): „… wenn ich mir was wünschen dürfte … — Impulse für eine Demokratie der Moderne“

Neulich lag ein neues Buch auf dem Schreibtisch des Rezensenten. Etwas altbacken sah es aus mit seinem abstrakten Cover, das ein wenig an christliche Erbauungsliteratur erinnerte (wahrscheinlich durch die entfernte Ähnlichkeit des Farbmusters mit einem kreuz), und auch der Titel wirkte etwas wie aus der Zeit gefallen: Impulse für eine Demokratie der Moderne — das […]

David Foster Wallace: „Der Spaß an der Sache — Alle Essays“

David Foster Wallace gilt zurecht als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Seine Romane „Unendlicher Spaß“ oder „Der bleiche König“ sowie seine zahlreichen Essays gehören zum Besten, was Amerika in Sachen Literatur und Geist zu bieten hat. Umso trauriger ist die Tatsache, dass durch seinen Freitod diese Stimme schon so früh und für immer […]

Steven Pinker: „Aufklärung jetzt — Für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt. Eine Verteidigung.“

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ Das schrieb Immanuel Kant in seinem berühmten Essay „Was ist Aufklärung?“ im Jahre 1784. Als Kant diese kurze Schrift verfasste, war jene Epoche, die wir heute als Aufklärung (Enlightenment, Siècle des Lumières, Siglo de las Luces, просвещéние) bezeichnen, schon seit einigen Jahrzehnten ein internationales Phänomen, eine Zeit […]

Alessandro Baricco: „Die Barbaren — Über die Mutation der Kultur“

Der bekannte italienische Schriftsteller und Philosoph Alessandro Baricco hat bereits 2006 einen Essay über den fundamentalen Wandlungsprozess unserer Kultur geschrieben, der jetzt endlich (nach 12 Jahren!) in deutscher Übersetzung erscheint. Zunächst dachte der Autor an den Titel „Die Mutation“, doch nun heißt das Buch „Die Barbaren — Über die Mutation der Kultur“. Aber ist es […]

Robert Misik, Christine Schörkhuber, Harald Welzer (Hg.): „Arbeit ist unsichtbar — Die bisher nicht erzählte Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Arbeit“

Dieses Buch ist ein Arbeitsbuch und zwar im doppelten Sinne: Zum einen geht es um die Welt der Arbeit, und zum anderen ist es ein Buch, mit dem man arbeiten kann und muss. Hierbei ist der Anspruch dieses Sammelbandes nicht gerade bescheiden. Es soll die „bislang nicht erzählte Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Arbeit“ präsentiert […]

Umberto Eco: „Pape Satàn — Chroniken einer flüssigen Gesellschaft oder Die Kunst, die Welt zu verstehen“

Seit 1985 schrieb Umberto Eco für das römische Nachrichtenmagazin L´Espresso eine Kolumne mit dem Titel „La Bustina di Minerva“ (Die Büste der Minerva). Diese knappen Notizen zum Zeitgeschehen waren meist so kurz, dass sie, wie Umberto Eco bereits in der ersten Kolumne schriebe, auf die Fläche eines ausgeklappten Streichholzbriefchens passten. Deshalb wurden jene Zeitkommentare im […]

Martin Meyer: „Gerade gestern — Vom allmählichen Verschwinden des Gewohnten“

Die Schweiz. Das Feuilleton der NZZ. Das steht für Gediegenheit. Seriosität. Korreliert man dies mit dem Phänomen des Verschwindens, so entsteht eine leicht melancholische Stimmung, vielleicht gepaart mit einer gewissen Sentimentalität und dem Gedanken, dass die wirklich guten Zeiten immer jene waren, die jetzt unwiederbringlich vorbei sind. In solch eine leicht melancholische Stimmung gehüllt, lassen […]

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