William Dalrymple: „Anarchie — Der verhängnisvolle Aufstieg der East India Company 1600-1874“

Es ist ein eigentümlicher Reiz, der von William Dalrymples umfangreicher Abhandlung über den verhängnisvollen Aufstieg der East India Company 1600-1874 mit dem bezeichnenden Namen „Anarchie“ ausgeht: der Reiz, einem Historiker zuzusehen, der sich weigert, Geschichte als bloße Abfolge von Ereignissen zu erzählen, und stattdessen ein Panorama entwirft, das gleichermaßen politisches Drama, moralische Anklage und erzählerische …

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Daniel Stähr: „Die neuen Propheten — Wie Ökonomen unsere Zukunft verspielen“

Daniel Stährs Buch „Die neuen Propheten — Wie Ökonomen unsere Zukunft verspielen“ ist ein Angriff, der leise beginnt und seine Schärfe erst allmählich entfaltet. Es ist kein Pamphlet, kein wütendes Gegenmanifest gegen eine angeblich allmächtige Zunft, sondern ein kulturkritischer Essay in Buchlänge, der sich für die Bedingungen interessiert, unter denen ökonomisches Denken zur dominierenden Deutungsinstanz …

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Steffen Kopetzky: „Die Harzreise — Eine Deutschlanderkundung“

„Die Harzreise“. Wer während der Schulzeit ein Mindestmaß an literarischer Bildung genossen hat, wird sogleich an Heinrich Heine denken. Doch der Untertitel macht den Unterschied und weist den Weg: Der volle Titel „Die Harzreise — Eine Deutschlanderkundung“ signalisiert ein doppeltes Spiel: eine Bewegung durch Raum und Zeit, durch Landschaft und Literaturgeschichte. Steffen Kopetzky folgt den …

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Edwin Frank: „Stranger than Fiction — Das 20. Jahrhundert in 30 Romanen“

Der amerikanische Lektor, Herausgeber und Essayist Edwin Frank gehört seit Jahrzehnten zu jenen diskreten, aber einflussreichen Figuren des Literaturbetriebs, die weniger durch ein umfangreiches eigenes Werk als vielmehr durch kuratorische Arbeit und intellektuelle Vermittlung prägen. Als Gründer der Reihe „New York Review Books Classics“ hat er vergessene oder randständige Texte des 20. Jahrhunderts wieder zugänglich …

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Thomas David: „Begegnungen mit Virginia Woolf“

Dies ist ein schönes Buch, wie man ihm selten begegnet. Der Autor erscheint als ein kultivierter und bestens informierter Flaneur, und wir haben das Vergnügen, ihn auf seinen Wegen durch London und Umgebung zu begleiten — auf Wegen, die ihn (und uns) zu den Wirkungsstätten und Lebensorten von Virginia Woolf und den wichtigsten Menschen in …

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Heinrich Mann: „Rummelplatz Berlin“

Es gehört zu den eigentümlichen Ironien der deutschen Literaturgeschichte, dass ausgerechnet der entschiedenste Kritiker des wilhelminischen Bürgertums und seiner Machtgesten jenes Milieu mit einer fast unheimlichen Intimität beschrieb, die sich nur aus Nähe speisen kann. Heinrich Mann, der ältere Bruder des kanonisch gewordenen Thomas Mann, hat Berlin nie einfach nur bewohnt; er hat sich an …

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Christoph Ribbat: „In den Tag — Eine kurze Geschichte des Aufwachens“

Wenn das Buch „In den Tag — Eine kurze Geschichte des Aufwachens“ des Literatur- und Kulturwissenschaftlers Christoph Ribbat in diesen Tagen erscheint, ist das Aufwachen längst kein unschuldiger biologischer Vorgang mehr. Der Morgen hat sich in einen umkämpften sozialen Raum verwandelt: zwischen Smartphone-Alarm und Selbstoptimierungsratgeber, zwischen Frühschicht und „Miracle Morning“, zwischen Erschöpfung und Leistungsversprechen. Der …

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George Orwell: „Zeilen der Zeit — Kolumnen aus einem Jahrhundert im Umbruch“

Die Kolumne ist eine eigentümliche literarische Form. Sie entsteht im Rhythmus der Woche, unter dem Druck des Tagesgeschehens, und doch kann sie – in seltenen Fällen – eine präzise Chronik einer Epoche werden. Die Texte, die George Orwell zwischen 1943 und 1946 unter dem Titel „As I Please“ für die britische Wochenzeitschrift Tribune schrieb und …

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Judith Kessler: „Kann denn Liebe Sünde sein? — Auf den Spuren des Liedtexters Bruno Balz“

Judith Kesslers Buch Kann denn Liebe Sünde sein? — Auf den Spuren des Liedtexters Bruno Balz ist mehr als eine Biografie. Es ist eine Wiederbegegnung mit einer Gestalt, die das deutsche Unterhaltungslied der 1930er und 1940er Jahre geprägt hat und zugleich zu jenen gehört, die die Geschichte in ihren Fußnoten verschluckt. Bruno Balz — der …

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Hauke Friederichs u. Rüdiger Barth: Deutschland 1946 — Das Wunder beginnt“

Deutschland im Jahr 1946 — ein Land aus Staub und Schweigen, von Rauch und Hoffnung umhüllt. Die Städte liegen in Trümmern, die Moral ebenso. Und doch regt sich in den Rissen der Ruinen bereits ein leises Leben, ein vorsichtiger Wille zum Neubeginn. In diese Zwischenzeit führen Hauke Friederichs und Rüdiger Barth den Leser in ihrem …

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