Jens Jäger: „Medienmetropole Berlin – Kommunikation, Netzwerke und Öffentlichkeit im Kaiserreich“

Jens Jägers Heft „Medienmetropole Berlin — Kommunikation, Netzwerke und Öffentlichkeit im Kaiserreich“ ist ein schmaler, aber gedanklich dicht gepackter Versuch, jene Stadt sichtbar zu machen, die im historischen Rückblick allzu oft hinter den großen politischen Chiffren des Kaiserreichs verschwindet. Berlin erscheint hier nicht primär als Hauptstadt des Wilhelminismus, als Bühne imperialer Gesten und monumentaler Architektur, …

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Werner Plumpe: „Gefährliche Rivalitäten — Wirtschaftskriege – Von den Anfängen der Globalisierung bis zu Trumps Deal-Politik“

Wirtschaft und Krieg – zwei Worte, die sich in der Geschichte nie ganz voneinander trennen ließen, auch wenn das ökonomische Zeitalter der Moderne immer wieder das Gegenteil zu suggerieren versuchte. Werner Plumpe, emeritierter Frankfurter Wirtschaftshistoriker, legt mit Gefährliche Rivalitäten ein Werk vor, das diese trügerische Trennung eindrucksvoll aufhebt. In einem Bogen, der sich von den …

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Alice Berend: „Frau Hempels Tochter“

Alice Berend ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten, obwohl sie in den 1910er und 1920er Jahren eine bedeutende Rolle in der deutschsprachigen Literatur spielte. Als Vertreterin einer literarischen Richtung, die sich durch gesellschaftliche Beobachtungsgabe, ironische Brechung und weibliche Perspektive auszeichnete, gehört sie zu jenen Autorinnen, die den Zeitgeist der ausgehenden wilhelminischen Ära und der beginnenden …

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Freya Klier: „Dresden 1919 — Die Geburt einer neuen Epoche“

Wenn man mit der deutschen Novemberrevolution 1918 vor allem Kiel und Berlin und für das Jahr 1919 auch noch München assoziiert, so ist das nicht falsch; aber es ist auch nicht ganz richtig. Denn Dresden spielte während der Endphase des Ersten Weltkriegs und der turbulenten Übergangszeit bis zur Ausrufung der Weimarer Republik eine bedeutende Rolle, …

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Ingo Juchler: „1918 / 1919 in Berlin — Schauplätze der Revolution“

Am 9. November 2018 jährt sich das Datum der Novemberrevolution in Deutschland zum 100. Mal. Die Nachricht vom Aufstand der Matrosen in Kiel und ihrer Weigerung, sich in einer sinnlosen Seeschlacht kurz vor Kriegsende aufopfern zu lassen, breitete sich wie ein Lauffeuer im gesamten Kaiserreich aus. Was als Befehlsverweigerung einiger Matrosen seinen Anfang nahm, bekam …

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Dietz Bering: „Luther im Fronteinsatz“

Auch im Jahr 2018 gibt es eine Menge Sachbücher, die sich mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigen, vor allem mit seinem Ende, mit der Novemberrevolution und der sich daran anschließenden Übergangszeit 1018/19 bis zur Gründung der Weimarer Republik. Ein Titel sticht jedoch aus der Fülle jener Publikationen heraus und macht besonders neugierig, denn er beschäftigt sich …

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Matthias Heine: „Letzter Schultag in Kaiser-Wilhelmsland — Wie der Erste Weltkrieg die deutsche Sprache für immer veränderte“

In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg war die deutsche Sprache auf Expansionskurs. In den neuerworbenen Kolonien in Afrika, im Pazifik und in China wurde Deutsch gesprochen und in Schulen gelehrt. „In den Kolonien in Afrika, China und im Südwestpazifik redeten Soldaten, Priester, beamte und Kolonisten Deutsch und brachten so auch Einheimische dazu, sich immer …

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Lisbeth Exner, Herbert Kapfer (Hg.): „Verborgene Chronik 1915–1918“

Es ist ein verstörendes Dokument der Zeitgeschichte, das uns den Wahnsinn des Krieges in all seinen Facetten präsentiert wie durch die Polyphonie eines vielstimmigen griechischen Chores. Die Tagebuchaufzeichnungen von 111 Zeitzeugen des Ersten Weltkriegs mit insgesamt 1.509 Einträgen lassen keinen Leser kalt. Diese unmittelbaren Zeugnisse des Erlebten, Gesehenen und Erlittenen konfrontieren den Leser aus erster …

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Interview mit Tillmann Bendikowski auf der Leipziger Buchmesse 2014 über sein Buch „Sommer 1914“

RALPH KRÜGER: Herr Bendikowski, in Ihrem neuen Buch beschreiben Sie die Stimmung im Sommer 1914 aus fünf verschiedenene Perspektiven, indem Sie auf Tagebucheinträge von fünf Personen aus unterschiedlichen sozialen und lokalen Kontexten zurückgreifen. Die Hauptthese, die Sie in Ihrem Buch vertreten, ist, dass die Legende von einer nationalen „Jubelstimmung“ historisch betrachtet nicht stimmt und dass …

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Tillmann Bendikowski: „Sommer 1914. Zwischen Begeisterung und Angst – wie Deutsche den Kriegsbeginn erlebten“

Im Sommer 1914 herrschte im deutschen Kaiserreich eine allgemeine Kriegseuphorie. Man sehnte einen großen Krieg herbei, der endlich wieder die alte Ordnung stabilisieren würde. – So lautet die offizielle Version der Geschichtsschreibung, die zusammen mit der alleinigen deutschen Kriegsschuld am Ersten Weltkrieg fast hundert Jahre lang in den Schulen gelehrt wurde. Doch diese kollektive Begeisterung …

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