R. C. Sherriff: „Vor uns die Zeit“

Der 1936 erschienene Roman „Vor uns die Zeit“, im Original „Greengates“, entfaltet seine Handlung mit jener unaufdringlichen Sorgfalt, die für das Erzählen von R. C. Sherriff charakteristisch ist. Im Mittelpunkt steht das Ehepaar Baldwin, das sich nach dem Eintritt des Mannes in den Ruhestand ein neues Leben auf dem Land erhofft. Das titelgebende Haus „Greengates“ …

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Charlotte Mew: „Alle belebten Dinge halten den Atem an — Gedichte“

Der Band „Alle belebten Dinge halten den Atem an“ versammelt Gedichte von Charlotte Mew, deren Werk lange Zeit eher als Randphänomen der englischen Literaturgeschichte wahrgenommen wurde und erst in jüngerer Zeit jene Aufmerksamkeit erfährt, die seiner eigentümlichen Modernität entspricht. Schon der Titel der deutschen Ausgabe evoziert jenes Moment des Innehaltens, das für Mews Schreiben zentral …

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Judith Hermann: „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“

Es gehört zu den eigentümlichen Bewegungen der Literatur, dass sie immer wieder dorthin zurückkehrt, wo das Erinnern unsicher wird. Gerade dort, wo Archive schweigen und Familiengeschichten brüchig sind, beginnt das Erzählen. Das neue Buch von Judith Hermann trägt einen Titel, der diese Bewegung bereits programmatisch formuliert: „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“. Doch dieser Wunsch …

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Lea Singer: „Eine Frage des Formats“

Lea Singers Roman „Eine Frage des Formats“ nimmt seinen Ausgang von einer Begebenheit, die auf den ersten Blick wie eine kunsthistorische Kuriosität wirkt: Ein Maler, berühmt für seine kompromisslose Körperlichkeit und seine schonungslose Nähe zum Modell, porträtiert eine Monarchin, deren öffentliche Existenz seit Jahrzehnten von Ritualen, Symbolen und kontrollierter Distanz bestimmt ist. Dass es sich …

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Julian Barnes: „Abschied(e)“

Julian Barnes’ Buch Abschiede ist kein Roman im klassischen Sinn, sondern ein schmales, konzentriertes Prosastück, das sich um einen der großen, unausweichlichen Grundvorgänge des menschlichen Lebens dreht: das Sich-Trennen, das Zurücklassen, das Fortgehen – und letztlich um den Abschied vom Leben selbst. In wenigen Worten lässt sich der Inhalt so umreißen: Barnes reflektiert über den …

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Katherine Mansfield: „Glück — Meistererzählungen“

Es gibt Anthologien, die wie literarische Sammelalben funktionieren, lose zusammengehalten von einem Thema, das mehr verspricht als es tatsächlich einlöst. Katherine Mansfields „Glück“ gehört nicht dazu. Der Titel wirkt zwar auf den ersten Blick wie ein programmatisches Versprechen, doch er entpuppt sich rasch als feinsinnig ironischer Schlüssel zu einem Werk, das Glück nicht als Zustand, …

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Helene Böhlau: „Halbtier!“

Wer sich Helene Böhlaus Roman „Halbtier!“ nähert, dem öffnet sich eine erzählerische Welt, in der psychologische Feinzeichnung und gesellschaftliche Reibung sich in einer eigentümlich schimmernden Prosa verbinden. Der Roman führt zwei Figuren zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: eine junge Frau, deren innere Entwicklung zwischen Konvention und Freiheitsdrang oszilliert, und ein Mann, dessen ungebändigtes, instinktgeleitetes …

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Stefan Maiwald: „Meine Bar in Italien – Warum uns der Süden glücklich macht“

Wenn Stefan Maiwald über Italien schreibt, so ist es, als würde er nicht bloß ein Land beschreiben, sondern ein Versprechen. Ein Versprechen auf Wärme, auf das langsame Ticken der Uhren, auf Gespräche mit Fremden, die sich binnen Minuten in Vertraute verwandeln – und auf ein Leben, das seinen Sinn nicht im Funktionieren, sondern im Genießen …

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Michael Maar: „Das Blaubartzimmer – Thomas Mann und die Schuld“

Die Begriffe „Schuld“ und „Sünde“ durchziehen das Werk Thomas Manns wie ein roter Faden und spiegeln seine tiefgehende Auseinandersetzung mit moralischen, ethischen und existenziellen Fragen wider. Diese Themen sind nicht nur in seinen literarischen Werken präsent, sondern auch in seinem persönlichen Leben und den Reflexionen der Literaturwissenschaft über sein Œuvre von zentraler Bedeutung. In der …

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