Shelly Kupferberg: „Stunden wie Tage“

Die Erinnerung an die nationalsozialistische Vergangenheit hat in der deutschen Literatur viele Formen gefunden. Sie hat sich in Familienromanen artikuliert, in Dokumentationen, in literarischen Rekonstruktionen und in Erzählungen über die zweite und dritte Generation nach der Shoah. Mit „Stunden wie Tage“ wählt Shelly Kupferberg einen Weg, der weder die großen historischen Linien noch die spektakuläre …

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Alba Speroni (Hg.): „Lange schlafen — Geschichten zum Wochenende“

Wer vom Wochenende träumt, träumt selten von großen Ereignissen. Das Wochenende verspricht keinen Triumph, sondern eine Unterbrechung; keine Heldengeschichte, sondern eine Atempause. In einer Gegenwart, die von permanenter Erreichbarkeit, Beschleunigung und der Ökonomisierung nahezu aller Lebensbereiche geprägt ist, erscheint freie Zeit längst nicht mehr als selbstverständlicher Bestandteil des Lebens, sondern als kostbares Gut. Genau an …

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Florian Illies: „Träume aus Feuer — Der Alchemist von der Pfaueninsel“

Florian Illies hat sich in den vergangenen Jahren eine literarische Form geschaffen, die sich den vertrauten Gattungsbezeichnungen immer wieder entzieht. Seine Bücher bewegen sich zwischen Kulturgeschichte, Biografie, Essay und Erzählung. Auch „Träume aus Feuer. Der Alchemist von der Pfaueninsel“ setzt diese Entwicklung fort. Das schmale Werk erzählt die Geschichte des Alchemisten und Glasmachers Johannes Kunckel, …

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Hans-Ulrich Treichel: „Das Karussell“

Hans-Ulrich Treichels Roman „Das Karussell“ erzählt von einem Mann, der sich an der Schwelle zwischen Erinnerung und Gegenwart bewegt und feststellen muss, dass das Leben im Alter nicht ruhiger, sondern oft unübersichtlicher wird. Im Mittelpunkt steht Bernhard, ein ehemaliger Hochschullehrer, der kurz vor seinem siebzigsten Geburtstag steht und erst vor kurzer Zeit aus dem Berufsleben …

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Gabriele von Arnim: „Abschied leben — Tagebuch eines Zeitgefühls“

Gabriele von Arnims „Abschied leben — Tagebuch eines Zeitgefühls“ ist ein Buch, das sich nur vordergründig an der Form des Tagebuchs orientiert. Zwar folgt es einem Jahr im Leben der Autorin, doch dieses Jahr wird nicht als fortlaufende Geschichte erzählt, sondern als eine Abfolge von tastenden Annäherungen an das, was Leben nach tiefgreifenden Verlusten bedeuten …

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Lilith Ha: „Lyrische Intoxikation“

Das Buch „Lyrische Intoxikation“ entzieht sich mit einer eigentümlichen Konsequenz jeder eindeutigen Zuordnung und gewinnt gerade daraus seine eigentümliche Sogkraft. Was als Essay firmiert, ist in Wahrheit ein vielstimmiges Gebilde, das autobiografische Reflexion, literarische Analyse und erzählerische Verdichtung miteinander verschränkt. Im Zentrum steht eine Ich-Erzählerin, deren Begegnung mit der Lyrik Rudolf Borchardts nicht als bloß …

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Romain Gary: „Lady L.“

Romain Garys Roman „Lady L.“ aus dem Jahr 1959 entfaltet sich auf den ersten Blick wie eine elegante Salonanekdote, gewinnt jedoch rasch die Tiefe einer hintergründigen Reflexion über Identität, Moral und die Maskenspiele der Gesellschaft. Im Zentrum steht Lady L., eine hochbetagte, distinguierte Dame der englischen Aristokratie, die anlässlich ihres achtzigsten Geburtstags beschließt, einem vertrauten …

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Charles Lewinsky: „Eine andere Geschichte“

„Eine andere Geschichte“ beginnt unspektakulär, beinahe zurückhaltend, als wolle der Autor sich entschuldigen, überhaupt da zu sein. Im Zentrum steht ein Mann, dessen Leben sich nicht in spektakulären Wendungen, sondern in leisen Verschiebungen entfaltet. Eine Begegnung, eine Erinnerung, ein Gespräch, das keines ist, weil das Entscheidende nicht ausgesprochen wird. Die Handlung folgt weniger einer äußeren …

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Steffen Kopetzky: „Die Harzreise — Eine Deutschlanderkundung“

„Die Harzreise“. Wer während der Schulzeit ein Mindestmaß an literarischer Bildung genossen hat, wird sogleich an Heinrich Heine denken. Doch der Untertitel macht den Unterschied und weist den Weg: Der volle Titel „Die Harzreise — Eine Deutschlanderkundung“ signalisiert ein doppeltes Spiel: eine Bewegung durch Raum und Zeit, durch Landschaft und Literaturgeschichte. Steffen Kopetzky folgt den …

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R. C. Sherriff: „Vor uns die Zeit“

Der 1936 erschienene Roman „Vor uns die Zeit“, im Original „Greengates“, entfaltet seine Handlung mit jener unaufdringlichen Sorgfalt, die für das Erzählen von R. C. Sherriff charakteristisch ist. Im Mittelpunkt steht das Ehepaar Baldwin, das sich nach dem Eintritt des Mannes in den Ruhestand ein neues Leben auf dem Land erhofft. Das titelgebende Haus „Greengates“ …

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