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Rezensionen von Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften

Thierry Paquot: „Die Kunst des Mittagsschlafs“

Der Mittagsschlaf gehört vielleicht zu den subversivsten Handlungen unserer Gegenwart. Das Primat eines auf Effizienz und Produktivität hin optimierten Lebens lässt den Gedanken an eine Auszeit mitten am Tage undenkbar erscheinen. Doch im Frühjahr 2020 kam Corona. Mit dem Virus kamen der Lockdown und das Home Office, und mit ihnen kam es auch zu einer […]

Per J. Andersson: „Vom Schweden, der den Zug nahm und die Welt mit anderen Augen sah“

Manchmal finden wir gerade in der Beschränkung des Gewohnten einen ungekannten Reiz, der uns ermöglicht, das Neue zu entdecken, entweder in Bezug auf das Gewohnte oder auf uns selbst. Der schwedische Schriftsteller und Reisejournalist Per J. Andersson ist berühmt für seine bunten und spannenden Reisereportagen aus den entlegensten Ecken der Welt und für seine wunderbaren […]

Valentin Groebner: „Ferienmüde — Als das Reisen nicht mehr geholfen hat“

Schon vor der Corona-Krise ist das Reisen zu einem gesellschaftlichen Problem geworden. So schön es ist, reisend die Welt zu erkunden und hierbei im besten Falle nicht nur neue Weltgegenden, sondern auch sich selbst zu entdecken, so sehr ist der Massentourismus zu einem gesellschaftlicchen und vor allem zu einem ökologischen Problem geworden. Valentin Groebner ist […]

Titus Müller: „Einfach mal spazieren gehen“

Während der Lektüre dieses schönen kleinen Buches passiert etwas Eigenartiges: Der Leser wird zunächst durch den feinsinnigen Stil und den ruhigen Sprachduktus regelrecht entschleunigt: Das Alltagstempo fällt von ihm ab und er kommt zur Ruhe. Dann jedoch bemerkt er an sich eine Veränderung: Zunächst nur klein und unscheinbar, meldet sich eine innere Stimme, die den […]

Leïla Slimani: „Warum so viel Hass? — Essays“

In Frankreich ist Leïla Slimani längst zu einer festen Größe im kulturellen Leben und zu einer der wichtigsten literarischen Stimmen der Intellektuellen in Frankreich avanciert; in Deutschland hingegen ist sie immer noch vielen Lesern unbekannt. Bestenfalls ihre beiden Romane „All das zu verlieren“ und „Dann schlaf´ auch Du“ (für den Slimani den begehrten Prix Goncourt […]

Margarete Stokowski: „Die letzten Tage des Patriarchats“

Liebe Männer, die guten Zeiten sind vorbei. Ob sie wirklich gut waren, die Zeiten, mag eine Frage des Standpunkts sein. Aus Sicht vieler Frauen waren es zumindest keine guten Zeiten, und die Endzeit des Patriarchats scheint nun doch endlich — nach vielen gescheiterten Versuchen — endgültig eingeläutet zu werden. Noch gibt es kleine Reservate, in […]

Péter Nádas: „Leni weint — Essays“

Kann ein Buch ein Haus sein? Wie ein Haus, in dem man über das Treppenhaus in die verschiedenen Stockwerke wandert, dort in die Wohnungen eintritt und von einer jeweils anderen Atmosphäre umfangen wird, gleichzeitig sich aber in diesem großen Haus weiß, das eine angenehme, ja gediegene Grundstimmung ausstrahlt und in dem man sich geborgen fühlt? […]

Egon Erwin Kisch: „Zwischen Bettlern und Bohème“

Nach Hans Ostwald, Kurt Tucholsky, Walter Benjamin und Joachim Ringelnatz darf nun endlich auch der rasende Reporter seinen Einstand in der Buchreihe „Berliner Orte“ des be.bra-Verlags feiern. Schnell hatte der aus Prag stammende Kisch sich in der deutschen Hauptstadt einen Namen gemacht. Seine lebensnahen Reportagen aus der Berliner Zeit zwischen 1921 und 1933 sind hier […]

Sven Hanuschek: „Wir leben noch — Ida und Erich Kästner, Kurt Vonnegut und der Feuersturm von Dresden. Eine Zugfahrt“

Liest man den Titel dieses kleinen Büchleins genau, so besteht die Möglichkeit einer einstweiligen Verwirrung. Zu viel scheint da neben- und nacheinander zu stehen — Erich Kästner und seine Mutter Ida, Kurt Vonnegut, der Feuersturm von Dresden und dann noch eine Zugfahrt? Und doch hält das Buch genau das Versprechen, das der sperrige Titel gibt. […]

Hanns-Josef Ortheil: „Was ich liebe und was nicht“

Die Bücher von Hanns-Josef Ortheil sind bedingungslos autobiographisch. Das ist einerseits der Grund für ihre starke Authentizität und für eine realistische Abbildung unserer Wirklichkeit; andererseits birgt ein solch konsequent autobiographisches Schreiben auch immer die Gefahr eines selbstgefälligen Tones oder — schlimmer noch — der Langeweile. Es liegt nicht zuletzt an dem Schreibstil und an seiner […]

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