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Rezensionen von Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften

Hanns-Josef Ortheil: „Was ich liebe und was nicht“

Die Bücher von Hanns-Josef Ortheil sind bedingungslos autobiographisch. Das ist einerseits der Grund für ihre starke Authentizität und für eine realistische Abbildung unserer Wirklichkeit; andererseits birgt ein solch konsequent autobiographisches Schreiben auch immer die Gefahr eines selbstgefälligen Tones oder — schlimmer noch — der Langeweile. Es liegt nicht zuletzt an dem Schreibstil und an seiner […]

Terry Pratchett: „Aus der Tastatur gefallen — Gedanken über das Leben, den Tod und schwarze Hüte“

Wenn ein Autor im Laufe seines schriftstellerischen Lebens über 45 Millionen Bücher verkauft hat, scheint er den Geschmack des Publikums zumindest nicht gänzlich zu verfehlen. Terry Pratchett ist der Erfinder der „Scheibenwelt“ und hat mit seinen Romanen eine weltweite Fan-Gemeinde versorgt. Die Anerkennung seines Werkes ging so weit, dass er sogar 1998 zum Officer des […]

David Foster Wallace: „Der Spaß an der Sache — Alle Essays“

David Foster Wallace gilt zurecht als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Seine Romane „Unendlicher Spaß“ oder „Der bleiche König“ sowie seine zahlreichen Essays gehören zum Besten, was Amerika in Sachen Literatur und Geist zu bieten hat. Umso trauriger ist die Tatsache, dass durch seinen Freitod diese Stimme schon so früh und für immer […]

Alessandro Baricco: „Die Barbaren — Über die Mutation der Kultur“

Der bekannte italienische Schriftsteller und Philosoph Alessandro Baricco hat bereits 2006 einen Essay über den fundamentalen Wandlungsprozess unserer Kultur geschrieben, der jetzt endlich (nach 12 Jahren!) in deutscher Übersetzung erscheint. Zunächst dachte der Autor an den Titel „Die Mutation“, doch nun heißt das Buch „Die Barbaren — Über die Mutation der Kultur“. Aber ist es […]

Thomas Bauer: „Die Vereindeutigung der Welt — Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt“

Fragt man die Leute auf der Straße, so würde die große Mehrheit, unabhängig davon, ob sie dies gutheißen würde oder nicht, der Ansicht sein, dass wir in einer liberalen, multikulturell gewachsenen und offenen Gesellschaft lebten. Doch stimmt das wirklich? Wird unsere Welt wirklich immer bunter, komplexer und vielfältiger? Oder erleben wir nicht eher genau die […]

Alan Bennett: „Geht ins Museum“

In der SALTO-Reihe des Wagenbach-Verlags ist ein neues Büchlein von Alan Bennett erschienen, das den schlichten Titel „Geht ins Museum“ trägt. Nun könnte man den Titel einerseits so interpretieren, dass es heißt: Alan Bennett geht ins Museum. Das ist auf jeden Fall richtig, doch auch jene alternative Interpretation, dass es sich um eine Aufforderung an […]

Martin Meyer: „Gerade gestern — Vom allmählichen Verschwinden des Gewohnten“

Die Schweiz. Das Feuilleton der NZZ. Das steht für Gediegenheit. Seriosität. Korreliert man dies mit dem Phänomen des Verschwindens, so entsteht eine leicht melancholische Stimmung, vielleicht gepaart mit einer gewissen Sentimentalität und dem Gedanken, dass die wirklich guten Zeiten immer jene waren, die jetzt unwiederbringlich vorbei sind. In solch eine leicht melancholische Stimmung gehüllt, lassen […]

Maurizio Bettini: „Wurzeln — Die trügerischen Mythen der Identität“

Nichts ist so „präsent, ja so symptomatisch für die heutige Zeit wie die ‚kulturellen Wurzeln‘. Und sie werden je nach Bedarf und Opportunität ausgewählt und dekliniert.“ Dies ist das Resümee eines kleinen Büchleins zum Thema Wurzeln, das im Verlag Antje Kunstmann erschienen ist. Was damit gemeint ist, soll im Folgenden erklärt werden. Maurizio Bettini ist […]

Robert Walser: „Die kleine Berlinerin — Geschichten aus der Großstadt“

Welch eine Freude ist die Lektüre dieser Glanzstücke eines der wichtigsten Feuilletonisten der Kaiserzeit aus dem wilhelminischen Berlin! Robert Walser war natürlich in erster Linie Schriftsteller und betätigte sich nicht zuletzt zum Broterwerb auch nebenbei als Kritiker, Essayist und Feuilletonist für verschiedene Zeitungen, für das Berliner Tageblatt, die Frankfurter Zeitung, die Schaubühne und die Neue […]

Marie Luise Knott: „Dazwischenzeiten — 1930. Wege in der Erschöpfung der Moderne“

Das Jahr 1930 war der Anfang vom Ende der Weimarer Republik, jenes vielleicht aufgrund seiner Rahmenbedingungen von Beginn an zum Scheitern verurteilten Versuches einer ersten demokratischen und parlamentarischen Gesellschaftsordnung auf deutschem Boden. Man muss den Titel genau lesen: Knott spricht nicht von Wegen in die Erschöpfung, sondern von Wegen in der Erschöpfung. Die Erschöpfung ist […]

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