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Cord Meckseper: „Kleine Kunstgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter“

Am: | März 20, 2010

Wie baute man im Mittelalter? Welche Unterschiede gab es zwischen den Stadtgrundrissen der Kelten, Römer, Franken, Ottonen und Staufer? Wie sahen im Mittelalter die Marktplätze aus? Welche wichtigen Gebäude gehörten neben Kirche, Rathaus, Schule und den Zunfthäusern zu jeder deutschen Stadt im Mittelalter? Worin unterschieden sich diese Gebäude und welche baulichen Elemente prägten die Architektur einer Stadt dieser Zeit? Welchen Einfluss hatte dies alles auf die Kultur und die menschen, die in ihr lebten?

Dies und viele andere Fragen behandelt Cord Meckseper in seinem schönen Buch „Kleine Kunstgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter“. Jetzt erschien die dritte Auflage dieses seit 1982 verlegten Titels, der sich eines ganz besonderen Themas annimmt und es in interessanter und unterhaltsamer Form auch einem breiteren Publikum eröffnet, das ansonsten eher von akademischem Interesse ist.

Doch das Mittelalter hat immer noch Konjunktur. Diese ferne Epoche übt auf den modernen Menschen eine seltsame Anziehungskraft aus. Historische Romane spielen im Mittelalter und platzieren somit die Handlung in ein Raum-Zeit-Spektrum, das den Leser mühelos aus seinem Alltagsleben trägt und in eine teils düstere, teils verzauberte Vergangenheit entführt.

Dank Cord Mecksepers vorliegendem Buch wird jedoch das Leben in der Stadt des Mittelalters von seiner architektonischen Seite her exakt beschrieben und ermöglicht dem heutigen Leser auf diesem Weg, die Stadt des Mittelalters mit der modernen Stadt unserer Zeit in direkte Beziehungen zu setzen.

Der Autor setzt in seinem Buch einen klaren Akzent auf die kunstgeschichtlichen Aspekte der mittelalterlichen Architektur. Andere populärwissenschaftliche Bücher über „Die deutsche Stadt im Mittelalter“ (Evamaria Engel) oder „Das Leben im Mittelalter“ (Robert Fossier) setzen andere Schwerpunkte.

Cord Meckseper ist erimitierter Professor für Bau- und Kunstgeschichte an der Universität Hannover. Er hat zahlreiche Publikationen zu baugeschichtlichen Themen veröffentlicht. In diesem buch zeichnet er die wichtigsten Entwicklungslinien der Baugeschichte der mittelalterlichen Stadt nach und lässt so vor dem geistigen Auge des Lesers den Prototyp der mittelalterlichen Stadt entstehen.

Die „Kleine Kunstgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter“ ist ein interessantes und sehr fundiert geschriebenes Buch, das mit einer Vielzahl an Illustrationen einen sehr guten überblick über die Baugeschichte der mittelalterlichen Stadt gibt.

Autor: Cord Meckseper
Titel: „Kleine Kunstgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter“
Broschiert: 302 Seiten
Verlag: Primus Verlag
ISBN-10: 3896787233
ISBN-13: 978-3896787231

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