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Rezensionen von Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften

Al Gore: „Wir haben die Wahl“

Am: | August 25, 2010

Seit mehreren Jahren bemühen sich die Industrieländer um einen Konsens zum Klimaschutz. Auf diversen Konferenzen treffen sich die wichtigsten Männer und Frauen der Welt, um bei leckeren Häppchen miteinander das Klima zu besprechen und sich auch untereinander um ein gutes multilaterales Klima zu bemühen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass solche Konferenzen bei divergierenden Interessen bestenfalls zu Absichtserklärungen führen, die lieber nicht allzu verbindlich sind. Und so war auch die Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen 2009 nicht gerade von Erfolg geprägt. Man einigte sich lediglich darauf, den „Copenhagen Accord“ zur Kenntnis zu nehmen. In diesem gemeinsam verabschiedeten Papier steht nicht viel mehr drin, als dass alle Unterzeichner den Klimawandel für eine der wichtigsten Probleme unserer Zeit halten, gegen den man unbedingt die bekannten und nötigen Schritte unternehmen müsste, um der fehlerhaften Entwicklung im globalen Maßstab Einhalt zu gebieten und so weiter und so fort.

Papier ist geduldig, und nur wenige Politiker versuchen wirklich aktiv etwas gegen den Klimawandel in Gang zu setzen und ihre prominente Stellung in der Öffentlichkeit im Sinne der guten Sache einzusetzen. Allen voran kann man hier den ehemaligen Vizepräsidenten der USA Al Gore nennen, der sich

seit langem redlich um einen „Global Change“ bemüht. In seinen Vorträgen in aller Welt versucht er die globalen klimatischen Zusammenhänge anschaulich zu machen und fordert seine Zuhörer explizit zu einem nachhaltigeren Umweltverhalten auf.

Ende 2009 ist nun „Wir haben die Wahl“ auf dem deutschen Buchmarkt erschienen. Sozusagen das Buch zum Vortrag. Auf über 400 Seiten entwickelt Gore darin einen Plan zur Lösung der Klimakrise. In diesem mit zahlreichen Illustrationen versehen Buch führt uns Gore vor Augen, wie die Menschheit die Klimakrise selbst herbei geführt hat – durch den Raubbau an der Natur, die ungedrosselte Abschöpfung und den Verbrauch fossiler Brennstoffe und nderer, nicht nachwachsender Ressourcen. Er beleuchtet die Eigenarten, die Vor- und Nachteile unserer Energiequellen und geht dann in der zweiten Hälfte dieses bunten und Mut machenden Buches zum eigentlich Thema über: unserem Verhalten.

Wie wir mit den uns gegebenen Ressourcen umgehen, wird darüber entscheiden, wie wir in naher Zukunft leben werden. Seit vielen Jahren ist vom Umdenken die Rede; nie jedoch war eine grundlegende Verhaltensänderung aller so nötig wie heute. Die aktuellen Zahlen und Prognosen für unser Weltklima sind bedrohlich und alarmierend. Egal ob sich die Wissenschaftler bei einzelnen Vorhersagen irren oder nicht, der globale Trend in Richtung auf eine Erwärmung ist nicht mehr zu leugnen.

Wir können und dürfen uns nicht mehr hinter den anderen verstecken. Hier schließt sich der Kreis, und wir kehren zurück zu den jährlichen Konferenzen an den schicken, entlegenen Orten. Wenn sich auf den Klimakonferenzen kein Konsens finden lässt, muss national gehandelt werden. Der Druck auf die Verantwortlichen in der Politik muss steigen. Dazu könnte auch Al Gore’s Buch „Wir haben die Wahl“ beitragen; denn in der Tat haben wir die Wahl wie unser Planet in Zukunft aussehen wird und wie uns unsere Enkel sehen werden.

Wenn unsere Generation die einmalige und letzte Chance zum Klimawandel verspielt, soll’s nicht an diesem tollen Buch liegen, das eigentlich jeder von uns gelesen haben sollte. Denn wir haben keine Wahl, wir leben nun einmal auf diesem Planeten; aber wir haben die Wahl, uns aktiv für seine Rettung und unsere Zukunft einzusetzen.

Autor: Al Gore
Titel: „Wir haben die Wahl – Ein Planung zur Lösung der Klimakrise“
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Riemann Verlag
ISBN-10: 3570501159
ISBN-13: 978-3570501153

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