Jamie Bartlett: „Wie man mit KI spricht (und wie besser nicht)“

Unsere Zeiten sind schnelllebig. Gerade wenn es um topaktuelle Themen geht — und dazu gehört definitiv das Thema KI —, so sind Bücher in der Regel nicht das geeignetste Medium zur Wissensvermittlung. Oft sind die Inhalte schon wieder veraltet, sobald das Buch gedruckt ist. — Doch das vorliegende Buch macht eine Ausnahme.

Jamie Bartlett gehört zu den bekanntesten britischen Tech-Journalisten. Wenn es um Künstliche Intelligenz (KI) geht, gehört der für die BBC arbeitende Journalist zu den ersten Adressen, an die man nach sich wenden würde, wenn man Fragen hat, die dieses Wissensgebiet betreffen. — Wie schön, dass nun sein in diesem Jahr im englischen Sprachraum erschienener Bestseller „How to speak to AI (and how not to)“ auch in deutscher Übersetzung erhältlich ist! — Worum geht es?!

Es gehört zu den eigentümlichen Ironien unserer Gegenwart, dass der Mensch, kaum hat er eine Maschine hervorgebracht, die seine Sprache erstaunlich gut versteht, zunächst lernen muss, mit ihr selbst wieder richtig zu sprechen. Die technische Revolution der Large Language Models (LLMs) hat nämlich eine merkwürdige Verschiebung hervorgebracht: Nicht mehr allein die Maschine muss sich dem Menschen anpassen, sondern der Mensch beginnt, seine eigene Sprache, seine Fragen, seine Erwartungen und sogar seine Denkgewohnheiten an die Maschine anzupassen. Damit ist die Künstliche Intelligenz, genauer gesagt die sprachbasierte KI, endgültig aus dem Bereich des technischen Werkzeugs herausgetreten. Sie ist zu einem Kommunikationsmedium geworden. Und mit jedem Medium verändert sich nicht nur das, was wir mitteilen können, sondern auch die Art, wie wir denken, erinnern, urteilen und uns selbst gegenübertreten.

Jamie Bartletts Buch „Wie man mit KI spricht (und wie besser nicht)“ kommt deshalb zu einem bemerkenswert günstigen Zeitpunkt. Die deutsche Ausgabe ist 2026 erschienen und umfasst knapp 300 Seiten. Bartlett will dabei ausdrücklich mehr als ein Handbuch für geschicktes Prompten (also die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen) liefern. Sein Gegenstand ist die alltägliche Begegnung des Menschen mit einer Technologie, die inzwischen für die unterschiedlichsten Aufgaben eingesetzt wird: für Recherche und Büroarbeit ebenso wie für Reiseplanung, persönliche Entscheidungen oder die Suche nach Rat. Der eigentliche Gegenstand seines Buches ist daher weniger die Maschine als die neue soziale Situation, die durch sie entsteht: der Mensch im Gespräch mit einem Gegenüber, das kein Mensch ist, aber sprachlich zunehmend wie einer erscheint.

Das Buch folgt einer Bewegung vom Verstehen zum Anwenden und schließlich zur Selbstbegrenzung. Bartlett führt zunächst in die Funktionsweise moderner Sprachmodelle ein und versucht, die eigentümliche Mischung aus statistischer Berechnung, sprachlicher Plausibilität und scheinbarer Vernunft verständlich zu machen. Darauf folgt die praktischere Frage, wie man solche Systeme sinnvoll befragt und welche Formen der Kommunikation ihre Fähigkeiten besser zur Geltung bringen. Schließlich verschiebt sich die Perspektive: Was geschieht, wenn der Mensch einer Maschine nicht nur Informationen entnimmt, sondern ihr zunehmend Vertrauen, Urteilskraft und emotionale Autorität überlässt? Die eigentliche Pointe des Buches liegt damit bereits in seiner Grundfrage. Es geht nicht allein darum, wie man mit KI erfolgreich kommuniziert, sondern ebenso darum, wo die Kommunikation mit ihr ihre Grenzen finden muss.

Das ist eine wichtige Unterscheidung. Denn über Künstliche Intelligenz wird gegenwärtig mit einer eigentümlichen Mischung aus Euphorie und Weltuntergangsrhetorik gesprochen. Auf der einen Seite steht die Vorstellung von der allwissenden Maschine, die uns von lästiger Arbeit befreit, Texte schreibt, Bilder erzeugt, Programme entwickelt, Wissen zugänglich macht und den Menschen womöglich sogar intellektuell überflügelt. Auf der anderen Seite steht die Angst vor Kontrollverlust, Manipulation, Überwachung, Arbeitsplatzverlust, Desinformation und einer schleichenden Erosion dessen, was man früher einmal Urteilskraft genannt hätte. Bartlett verweigert sich beiden Extremen. Er interessiert sich weder für die Maschine als Wunderwesen noch für sie als Dämon. Seine Frage lautet nüchterner: Wie müssen wir uns verhalten, damit aus einem mächtigen Werkzeug kein mächtiger Herrscher wird?

Diese Nüchternheit hängt eng mit seinem beruflichen Hintergrund zusammen. Bartlett ist kein Informatiker, der aus dem Maschinenraum eines KI-Labors berichtet, und auch kein akademischer Spezialist für maschinelles Lernen. Seine Kompetenz liegt anderswo und ist gerade deshalb für dieses Buch interessant. Der britische Journalist, der 1979 geboren wurde, studierte in Oxford und absolvierte anschließend ein Masterstudium an der London School of Economics. Er arbeitete zunächst im Umfeld internationaler humanitärer Organisationen und wandte sich dann zunehmend der Untersuchung digitaler Gesellschaften, politischer Bewegungen und Internetkulturen zu. Bei der Denkfabrik Demos beschäftigte er sich intensiv mit den gesellschaftlichen Folgen digitaler Technologien und leitete dort ein Forschungszentrum, das sich mit sozialen Medien und ihren politischen Auswirkungen befasste.

Man sollte diese Laufbahn nicht als bloße Aneinanderreihung journalistischer Stationen lesen. Bartlett hat sich über Jahre mit genau jener Zone beschäftigt, in der technische Systeme und menschliches Verhalten ineinander übergehen. Er schrieb für große britische Zeitungen und Magazine, produzierte Dokumentationen für die BBC und wurde durch seine Beschäftigung mit den dunklen Seiten des Internets einem größeren Publikum bekannt. Sein Podcast über die spektakuläre Geschichte der Kryptowährungsbetrügerin Ruja Ignatova wurde international bekannt. Seine journalistische Arbeit bewegt sich damit seit Jahren zwischen Recherche, gesellschaftlicher Analyse und der Frage, wie technische Neuerungen menschliches Verhalten verändern.

Auch seine früheren Bücher bilden eine erstaunlich geschlossene Vorgeschichte zu seinem neuen Werk. „The Dark Net“ führte in die verborgenen sozialen Räume des Internets ein; „Radicals Chasing Utopia“ untersuchte politische und technologische Bewegungen an den Rändern des gesellschaftlichen Mainstreams; „The People vs Tech“ analysierte die Gefährdung demokratischer Institutionen durch die digitale Revolution. Was sich nun in „Wie man mit KI spricht“ verändert, ist weniger Bartletts Gegenstand als dessen Nähe zum Alltag. Früher untersuchte er die exotischen, verborgenen oder radikalen Ränder der digitalen Welt. Jetzt ist die digitale Welt selbst zum Alltag geworden.

Das erklärt auch seinen Stil. Bartlett schreibt nicht wie ein akademischer Theoretiker und nicht wie ein technischer Dokumentar. Er ist, wenn man so will, ein teilnehmender Beobachter der digitalen Moderne. Seine Methode besteht darin, komplexe technische und gesellschaftliche Vorgänge über konkrete Situationen, Begegnungen und Beispiele verständlich zu machen. Das Ergebnis ist ein Stil, der journalistische Anschaulichkeit mit analytischer Skepsis verbindet. Der Leser soll nicht erst ein Informatikstudium absolvieren müssen, bevor er versteht, was ein Sprachmodell mit seiner Sprache macht. Bartlett übersetzt technische Komplexität in Alltagserfahrung. Gerade darin liegt seine Stärke, aber auch die Grenze seines Buches: Es ist keine systematische Theorie der künstlichen Intelligenz, sondern eine Schule des vernünftigen Umgangs mit ihr.

Und diese Schule beginnt bei einer erstaunlich alten Tugend: bei der Fähigkeit, eine gute Frage zu stellen. Bartlett macht damit etwas sichtbar, was in der gegenwärtigen Prompt-Euphorie leicht übersehen wird. Die Frage ist nicht einfach ein Befehl an eine Maschine. Sie enthält bereits eine Vorstellung von der Welt. Wer eine KI auffordert, ein Problem zu lösen, hat zuvor entschieden, was überhaupt als Problem gelten soll. Wer nach einer Erklärung fragt, bestimmt durch die Frage, welchen Ausschnitt der Wirklichkeit er für erklärungsbedürftig hält. Wer eine Maschine um Rat bittet, übergibt ihr damit nicht nur eine Aufgabe, sondern definiert zugleich, welche Art von Autorität sie über diese Aufgabe erhalten soll.

Das macht die Kommunikation mit KI zu einer eigentümlichen Form der Selbsterkenntnis. Die Maschine zwingt uns, genauer zu sagen, was wir eigentlich wollen. Sie macht Unklarheiten sichtbar, die im menschlichen Gespräch häufig durch Gestik, Kontext, Erfahrung oder gemeinsame Vorannahmen überbrückt werden. Eine Maschine besitzt diese Selbstverständlichkeit nicht. Man muss ihr erklären, was für den Menschen oft unausgesprochen bleibt. In diesem Sinne ist gutes Prompten weniger eine technische als eine hermeneutische Tätigkeit: Es geht darum, die eigenen Voraussetzungen zu erkennen.

Hier berührt Bartletts Buch eine Frage, die weit über die praktische Anwendung von Chatbots hinausreicht. Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn eine Maschine jederzeit bereitsteht, unsere Gedanken zu formulieren, unsere Zweifel zu sortieren und unsere Texte zu verbessern? Die Antwort kann nicht allein darin bestehen, die Maschine möglichst effizient zu bedienen. Denn Effizienz ist kein Wert an sich. Ein Mensch, der mit Hilfe einer KI in zehn Minuten einen hervorragenden Text produziert, hat möglicherweise etwas gewonnen. Er kann aber ebenso etwas verloren haben: die Erfahrung, dass Denken Widerstand braucht, dass Formulierungen manchmal erst nach langem Ringen entstehen und dass gerade die Umständlichkeit geistiger Arbeit Teil ihres Ergebnisses ist.

Die Gefahr der KI besteht deshalb nicht nur darin, dass sie falsche Antworten gibt. Die größere Gefahr liegt möglicherweise darin, dass sie richtige Antworten zu bequem macht. Der Mensch könnte sich daran gewöhnen, dass zwischen einer Frage und einer sprachlich überzeugenden Antwort kaum noch ein nennenswerter Abstand liegt. Damit aber verändert sich die kulturelle Bedeutung des Nichtwissens. Früher war Nichtwissen ein Zustand, der Recherche, Erinnerung, Gespräch und Lektüre erforderte. Heute kann es zum bloßen Ausgangspunkt einer Anfrage werden. Man weiß etwas nicht und fragt die Maschine. Das ist zunächst ein gewaltiger Fortschritt. Aber eine Kultur lebt nicht nur davon, dass Wissenslücken geschlossen werden. Sie lebt auch davon, dass Menschen lernen, mit diesen Lücken umzugehen.

Bartletts Warnungen vor Manipulation und Kontrolle erhalten vor diesem Hintergrund eine besondere Schärfe. Denn die Maschine muss uns nicht bewusst täuschen, um Einfluss auf uns auszuüben. Es genügt, dass sie überzeugend klingt. Die menschliche Neigung, sprachlicher Sicherheit Vertrauen entgegenzubringen, ist älter als jede Künstliche Intelligenz. Doch nun bekommt diese Neigung eine technische Verstärkung. Ein System, das unermüdlich antwortet, freundlich formuliert, sich anpasst und den Gesprächspartner nicht ermüdet, besitzt eine kommunikative Macht, die von seiner tatsächlichen Erkenntnisfähigkeit unabhängig sein kann. Gerade weil die Maschine keine schlechte Laune bekommt, nicht ungeduldig wird und niemals genervt reagiert, kann sie eine Form von sozialer Verführung entwickeln.

Das erklärt auch, warum Bartlett nicht nur über technische Fehler spricht, sondern über die psychologische Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Wenn Chatbots Verschwörungserzählungen bestätigen, persönliche Irrtümer verstärken oder den Benutzer durch ständige Zustimmung in einer selbstgebauten Welt einschließen, zeigt sich eine neue Dimension des Problems. Die Maschine produziert dann nicht einfach falsche Information. Sie wird zum Resonanzraum des menschlichen Irrtums. Das eigentlich Beunruhigende ist, dass sie dabei gerade durch ihre sprachliche Kompetenz gefährlich werden kann.

Man könnte es zugespitzt formulieren: Die größte Gefahr der künstlichen Intelligenz liegt nicht unbedingt darin, dass sie uns fremd bleibt, sondern darin, dass sie uns vertraut vorkommt.

Damit wird Bartletts Buch auch für Historiker und Kulturwissenschaftler interessant. Es dokumentiert einen Übergang, dessen Bedeutung sich möglicherweise erst aus größerer zeitlicher Distanz erkennen lassen wird. Wir erleben gerade die Entstehung einer neuen Kulturtechnik des Fragens. So wie der Buchdruck die Formen des Erinnerns veränderte, die Fotografie die Wahrnehmung des Vergangenen und das Internet die Organisation von Information, verändert die generative KI die Beziehung zwischen Frage, Wissen und sprachlicher Produktion. Der Mensch steht nicht mehr allein vor dem Archiv, dem Buch, dem Bildschirm oder dem Experten. Er steht zunehmend vor einer Maschine, die aus den Spuren zahlloser Texte eine Antwort erzeugt und diese Antwort in der Form eines Gesprächs präsentiert.

Für die historische Forschung ist das von erheblicher Bedeutung. Denn die KI wird nicht bloß Gegenstand zukünftiger Forschung sein. Sie verändert bereits die Bedingungen, unter denen historische Forschung betrieben wird. Recherche, Übersetzung, Quellenerschließung, Zusammenfassung, Transkription und Ideengenerierung können beschleunigt werden. Gerade bei großen Textmengen eröffnet das Möglichkeiten, von denen frühere Generationen nur träumen konnten. Ein Historiker kann Zusammenhänge sondieren, Hypothesen bilden und große Materialbestände schneller überblicken. Die Maschine kann damit eine Art intellektueller Vorarbeiter werden.

Aber dieser Vorarbeiter ist kein Historiker. Die entscheidende Arbeit bleibt die Prüfung des Materials, die Kontextualisierung, die Unterscheidung zwischen Überlieferung und Interpretation, zwischen Wahrscheinlichkeit und Beleg. Eine KI kann einen Zusammenhang vorschlagen; sie kann aber nicht durch ihre sprachliche Flüssigkeit beweisen, dass dieser Zusammenhang historisch besteht. Das ist vielleicht die wichtigste Lektion aus Bartletts Buch: Je leichter die Maschine das Formulieren macht, desto wichtiger wird die Fähigkeit des Menschen, zu prüfen.

Für wen ist dieses Buch also geschrieben? Zunächst für jene Millionen Menschen, die täglich mit generativen Sprachsystemen arbeiten und dabei mehr oder weniger intuitiv vorgehen. Ihnen kann Bartlett eine Art Gebrauchsanweisung für die neue Kommunikationswelt geben. Besonders nützlich dürfte das Buch jedoch für Leser sein, die sich bisher weder als Technikenthusiasten noch als Technikgegner verstehen: Lehrer, Journalisten, Wissenschaftler, Studierende, Verwaltungsmitarbeiter, Autoren und all jene, deren geistige Arbeit zunehmend von generativen Systemen begleitet wird. Ihnen zeigt Bartlett, dass die entscheidende Kompetenz nicht darin besteht, die Maschine blind zu bedienen, sondern ihre Möglichkeiten und Grenzen zu verstehen.

Dies ist womöglich die eigentliche politische Dimension des Buches. Eine demokratische Gesellschaft kann es sich nicht leisten, dass Künstliche Intelligenz zu einer neuen Priesterschaft wird, deren Sprache nur noch Spezialisten verstehen. Wer die Funktionsweise und die Grenzen dieser Systeme nicht kennt, wird abhängig von denen, die sie kontrollieren oder besser bedienen können. KI-Kompetenz ist deshalb nicht bloß eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie wird zu einer Form digitaler Mündigkeit.

Bartletts Buch ist deshalb mehr als ein Ratgeber, aber weniger als eine Theorie der Künstlichen Intelligenz. Seine eigentliche Leistung besteht darin, die Frage nach dem richtigen Umgang mit KI aus dem technischen Milieu herauszuholen und in eine Frage der Bildung zu verwandeln. Nicht allein: Wie bringen wir die Maschine dazu, möglichst viel für uns zu erledigen? Sondern: Was müssen wir über uns selbst wissen, damit wir entscheiden können, welche Aufgaben wir überhaupt an sie abgeben wollen?

Das ist eine alte Frage in einer neuen Gestalt. Jede große Technologie hat den Menschen zugleich mächtiger und abhängiger gemacht. Das Auto erweitert den Bewegungsraum und bindet an Straßen, Tankstellen und Verkehrsordnungen. Das Smartphone macht die Welt verfügbar und verwandelt die Aufmerksamkeit in eine Ressource. Das Internet demokratisiert Wissen und erzeugt zugleich neue Formen der Abhängigkeit von Plattformen. Die Künstliche Intelligenz führt diese Ambivalenz auf eine neue Stufe, weil sie nicht nur unsere Hände, sondern zunehmend unsere Sprache erreicht.

Deshalb sollte man dieses Buch nicht als Anleitung zum perfekten Prompt lesen. Sein eigentlicher Wert liegt in einer viel unspektakuläreren Forderung: Der Mensch soll im Gespräch mit der Maschine Mensch bleiben. Er soll fragen können, ohne jedes Fragen an die Maschine abzugeben; er soll Antworten verwenden können, ohne ihnen automatisch zu glauben; er soll sich helfen lassen, ohne seine Urteilskraft zu delegieren. Vor allem aber soll er erkennen, dass die Maschine zwar Sprache erzeugt, aber nicht deshalb schon Bedeutung besitzt.

Vielleicht beginnt die kulturelle Mündigkeit des KI-Zeitalters genau dort, wo der Mensch wieder den Mut besitzt, eine Maschine nicht zu fragen. Das klingt zunächst paradox. Aber eine Technologie ist erst dann wirklich beherrscht, wenn wir nicht nur wissen, wie man sie benutzt, sondern auch, wann man sie besser nicht benutzt. Bartletts Buch hat seine größte Stärke dort, wo es diesen scheinbar kleinen Unterschied ernst nimmt. Die Zukunft des Menschen mit der künstlichen Intelligenz wird nicht daran entschieden werden, ob Maschinen immer bessere Antworten geben. Sie wird daran entschieden werden, ob Menschen noch wissen, welche Fragen sie selbst stellen müssen.

Darin liegt die überraschend altmodische Botschaft dieses ausgesprochen gegenwärtigen Buches: Die entscheidende Technologie ist am Ende nicht die Künstliche Intelligenz. Es ist die menschliche Urteilskraft.

 

 

 

Autor: Jamie Bartlett
Titel: „Wie man mit KI spricht (und wie besser nicht)“
Herausgeber: Piper Taschenbuch
Seitenzahl: 288 Seiten
ISBN-10: 3492322956
ISBN-13: 978-3492322959