kulturbuchtipps.de

Rezensionen von Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften

Kerstin Hämke: „Ein gutes Buch kommt selten allein — Das große Lesekreis-Handbuch“

Am: | Februar 10, 2019

Die Geschichte der Lesegesellschaften begann in Deutschland bereits im 18. Jahrhundert. Damals traf man sich in erster Linie, um ein Buch zu lesen. Bücher waren teuer und so legte man zusammen, um sich gemeinsam ein Buch zu leisten, das dann reihum gelesen wurde.

Heute ist das alles viel einfacher. Auch wenn manche darüber klagen, dass die Bücher zu teuer sind, ist das kein Vergleich zu damals. Wer gerne liest, lässt sich auch davon nicht abschrecken. Außerdem gibt es heute viele Wege, ein bestimmtes Buch zu lesen. Wer es nicht selbst kaufen will, kann es in der Regel leihen, ein bisschen Ausdauer und Spürnase vorausgesetzt, denn gerade die neuesten Titel sind nicht immer sofort in den Leihbüchereien verfügbar.

Doch wer sagt überhaupt, dass ein Lesekreis sich immer nur die aktuellen Neuerscheinungen kümmern muss?! Grundsätzlich kann es so viele verschiedene Lesekreise wie Leser-Geschmäcker geben. Wer keinen passenden Lesekreis in seiner Stadt findet, der gründet einfach einen eigenen! Die Hürden sind niedrig, die Kosten gering, wenn man es richtig anpackt.

Wie man es richtig anpackt, weiß die Autorin dieses „großen Lesekreis-Buches“ aus eigener Erfahrung: Ihren ersten Lesekreis startete sie bereits vor 17 Jahren. Im Internet betreibt sie mit www.Mein-Literaturkreis.de die größte Ratgeber- und Empfehlungsplattform für Lesekreise im deutschsprachigen Raum.

Mit anderen Worten: Kerstin Hämke weiß, wie es geht. In ihrem Buch gibt sie eine Unmenge von guten Tipps und Anregungen, wie ein eigener Lesekreis gestrickt sein könnte. Es werden alle nur denkbaren fragen zum Thema Lesekreis beantwortet:

Wie gründet man einen Lesekreis und warum sollte man dies tun? Was gibt es zu beachten bei der Auswahl der Bücher, der Teilnehmer, der Räumlichkeiten? Sollte man nur diskutieren oder auch essen und gemeinsam trinken? Wie fängt man an und wo? Analog oder im Netz? In der eigenen Nachbarschaft oder doch lieber global im Internet?

Wer schon einmal den Wunsch empfand — und wer hat dies nicht?! —, sich über das wundervolle Buch auszutauschen, das er/sie gerade gelesen hat, wird früher oder später davon hören, dass es so etwas wie Lesekreise gibt. Ob man sich einem Lese- oder Literaturkreis anschließt oder gleich selbst einen gründet, ist letztlich nur eine Frage des eigenen Geschmacks.

Als wäre es nicht schon genug, den Leser mit allen wichtigen Informationen zur Gründung und Schwerpunktsetzung sowie eine Reihe von Gespräch- und Kommunikationstipps zu versorgen und das Ganze durch umfangreiche Checklisten abzurunden, setzt die Autorin noch einen drauf: Auf über 250 Seiten gibt sie auch noch 50 Literaturempfehlungen! — Welche Bücher sind am besten geeignet? Welche Romane sind nicht zu lang? Was sind die Klassiker der Lesekreise?

Ein praktisches Buch, das Lust macht, einen eigenen kreis zu gründen oder sich schnellstens einen passenden in der Nähe zu suchen. Denn Lesen macht Spaß und man kann es wunderbar allein machen. Doch sich mit anderen über ein Buch auszutauschen, macht noch mehr Spaß.

 

 

Autor: Kerstin Hämke
Titel: „Ein gutes Buch kommt selten allein — Das große Lesekreis-Handbuch“
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: KiWi-Taschenbuch
ISBN-10: 9783462051520
ISBN-13: 978-3462051520

Suche




Autoren und Verleger

Kategorien

Feed abonnieren

Links


Empfehlungen